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Was lange währt,

joachim_gauck-2wird endlich gut. Die oft gedroschene und kaum mehr zu ertragende Phrase der „Causa Wulff” kann endlich in Frieden ruhen und etwaige Untersuchungen mögen nun in Ruhe fortgesetzt werden. Das Aufatmen der politischen Klasse war zur Auflösung der Bundesversammlung deutlich zu spüren. Ein ausgesprochen gut gelaunter Bundestagspräsident Lammert rief zum Buffet, nachdem der neue Bundespräsident Gauck seine Wahl angenommen und eine erfreulich kurze Rede gehalten hatte.

Der bekennende friedliche Revolutionär ließ es sich auch bei seiner Einstandsrede nicht nehmen über sein großes Thema, namens Freiheit, zu reden. Gegen Ende seiner Ausführungen versprach Gauck jedoch an seiner monothematischen Ausrichtung arbeiten und sich weitere Themen erarbeiten zu wollen.

Das Thema Freiheit ist sicher umfassend genug ein ganzes Leben reich zu erfüllen und sogar ausreichend ein Präsidentenamt zu füllen, wenn der Begriff Freiheit in seiner Gänze betrachtet wird. Es gibt viele Facetten der Freiheit und kaum ein anderes Wort wird so oft als leere Hülse missbraucht. Dieses Wort appelliert an unsere tiefsten Ängste und Sehnsüchte. Freiheitsverlust, die Drohung, dass dieses und jenes an unserer Freiheit nagt, Feinde der Freiheitlichen Grundordnung sind schnell heraufbeschworen und werden im politischen und soziologischen Alltag dauernd genutzt.

Links klagt Rechts an, Ordnungshüter die Anarchie, Rote die Schwarzen, Rebellen die Staatsorgane, beliebig in alle Richtungen. Mal ist es die Freizügigkeit, mal die Meinungsfreiheit, dann Entscheidungsfreiheit. Freiheit ist schwer zu greifen und hängt stark am persönlichen Empfinden.

Unserem neuen Bundespräsidenten wurde vor seiner Wahl vorgeworfen sich nicht um soziale Belange, die Umweltprobleme oder auch den Frieden jenseits unserer Grenzen zu kümmern. Geht das überhaupt? Kann man das Thema Freiheit betrachten, und dabei die großen Themen unserer Zeit außen vor lassen. Mehr noch ist Freiheit nicht eine Grundbedingung für alle humanistischen Bestrebungen?

Wie viel Freiheit empfinden Transferleistungsempfänger, Kranke oder andere sozial Benachteiligte? Zur Freiheit gehört auch die Möglichkeit diese zu leben.Das bedeutet nicht jede Verantwortung oder alle gesellschaftlichen Zwänge abzulegen, aber Freiheit darf auch keine Theorie oder an bestimmte Voraussetzungen gebunden sein.

Die Freiheit des Einzelnen sei unantastbar. Dieses hehre Ziel schreibt uns das Grundgesetz vor. Kant setzte der Freiheit die Vernunft voraus. Freiheit als Wert stellt also hohe Anforderungen an Staat und Gesellschaft und auch an jedes Individuum. Leben und leben lassen, wie es der Volksmund postuliert.

Wenn Joachim Gauck also seinem Ruf gerecht werden will, als Anwalt der Freiheit sein Amt zu betreiben, dann braucht er sich keiner weiteren Überschriften zu suchen. Freiheit ist Bedingung und Forderung und Konsequenz zugleich.

Ist der Titel auch noch so knapp, lassen sich manchmal Bände dazu verfassen. Ich wünsche Herrn Gauck eine umfassende Sicht, dann ist mir um die nächsten 5 Jahre dieses Amts nicht bange.

Peter Brandt

Peter Brandt (Mittwoch, der 21. März 2012 / 12:32) | Keine Kommentare | Permalink
…über die Freude…

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Es gibt verschiedene Arten von Freude. Ich denke, darüber sind wir uns leicht einig.

Neben der Schadenfreude, die eine mindestens zweifelhafte Basis hat, interessiere ich mich hier für die Arten von Freude über alle Arten positiver Gründe, also “schadensfreie” Freude - wenn man das so nennen darf.

Beim Produzieren und Hören von Musik fällt mir am meisten auf, dass ich verschiedene Arten von Freude-, oder Glücksgefühle empfinde.

Da ist die vordergründig überschwängliche Freude, wenn Musik zum lauten Mitsingen oder sogar Mittanzen animiert. Schnelle Beats, Lebenslust, Rhythmus und so weiter. Wir lachen, swingen vielleicht im Rhythmus. Und fühlen uns gut.

Und da ist die leise Freude über ein getragenes Stück, vielleicht über den Sommer, oder sogar den Herbst aus Vivaldi’s “Vier Jahreszeiten”. Tief empfundene Gefühle, die mir vielleicht sogar ein Grinsen auf das Gesicht zaubern, auf jeden Fall aber ein gutes, entspanntes Gefühl des Einsseins mit dem lieben Gott und der Schöpfung geben. Auf jeden Fall kommt diese Freude viel tiefer unter die Oberfläche und lässt mich den Menschen in mir spüren.

Freude darüber, dass es anderen Menschen gut geht, dass sie gerade eine kleine oder große Hürde gemeistert haben, fällt wieder in eine andere Kategorie - dem Freuen über den Erfolg Anderer.

Dann ist da die Freude über eigenes Erreichtes. Eine lästige Arbeit ist erledigt, ein eigener Erfolg verbucht, ein Bild gemalt, ein Song geschrieben, eine Finanzierung hat geklappt - oder die Schulden sind bezahlt. Tausende solche Gründe gibt es noch. Und jeder dieser Gründe ist es wert, Freude dafür zu entfalten. :-)

Sicher lassen sich noch einige andere Kategorien finden, die ich uns hier aber erspare.

Ich glaube, festgestellt zu haben, dass die erstgenannte, etwas oberflächlichere Freude, von mehr Menschen angenommen und erlebt wird als die weiter unten genannten Arten.

Die erste Frage ist natürlich, ob meine Beobachtung da stimmt. Die zweite wäre, warum das so ist? Hängt es möglicherweise damit zusammen, dass viele Menschen nicht mehr tiefer in sich hineinblicken? Aus Angst vielleicht?

Die kleinen täglichen Belohnungen, die unser Leben lebenswert machen, sollten wir bewusst erleben - und uns darüber freuen. Das gemeinsam erlebte Essen mit den Eltern oder Kindern, ein schöner Spaziergang, ein liebes Wort.

“Kleinigkeiten” können bei veränderter Betrachtung unsere Lebensqualität erheblich verbessern. Wir müssen nur den Mut haben, es zuzulassen ….

In diesem Sinne

Stefan Picard

Stefan Picard (Dienstag, der 20. März 2012 / 15:22) | 1 Kommentar | Permalink
Streiks und Ethik

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Deutschland ist ein Land, in dem relativ wenig gestreikt wird. Allerdings ist das in 2012 nicht der Fall. Und wenn es dann einmal so weit kommt, dann kracht es richtig.

Und hier stellen sich mir die Nackenhaare komplett auf!

Aber schauen wir erst einmal in die Historie. Im neunzehnten Jahrhundert, als die industrielle Revolution begann, wurden die Arbeitnehmer von den Industriellen ausgebeutet. Es entwickelte sich immer mehr (berechtigter) Widerstand, der dann später zu organisierten Gewerkschaften führte. Und da sage ich auch: berechtigterweise!!!

Viele Menschen haben ihre Gesundheit, oder sogar ihr Leben verloren, um sich für ihre und die Rechte der Kollegen einzusetzen.

Balance ist wichtig. Und Zielkonflikte gibt es überall. In diesem Fall das Gewinnstreben des Unternehmers versus das Streben nach fairem Arbeitseinkommen.

Und wenn diese Balance nicht gegeben ist, muss es Möglichkeiten geben, diese wieder herzustellen. Notfalls auch mit Druck. Soweit bin ich d’accord mit allem, was da passiert.

Es kann aber nicht sein, dass ein erheblicher Teil nicht betroffener Bevölkerung unter den Interessen der Streitenden leiden muss. Es kann auch nicht sein, dass eine Gewerkschaft versucht, einen ganzen Flughafen lahm zu legen, indem einfach 12 Lotsen streiken  - nachdem der Streik der 200 Vorfeldmitarbeiter nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat.

Oder wie jetzt bei Verdi. Durch den Streik z. Bsp. in Kindergärten können Mütter nicht zur Arbeit kommen, weil sie ihre Kinder selbst betreuen müssen.

In unserer stark vernetzten Wirtschaft muss man über Lösungen nachdenken, welche die Interessen der Arbeitnehmer berücksichtigen und auch Chancen geben, diese durchzusetzen.

Die Verhältnismäßigkeit der Mittel muss jedoch ein hohes Gut sein. Ich möchte nicht in einen Streit einbezogen werden, mit dem ich ansonsten nichts zu tun habe. Und genauso möchte ich keine Menschen in einen Streit hinein beziehen, den ich habe.

Warum kapieren dass nur die Herren Bzirske, Sommer usw. nicht? Ich habe das Gefühl, dass wir langsam in puncto Macht eine Situation haben, welche genau umgekehrt der ist, welche am Beginn der industriellen Revolution herrschte.

Was meinen Sie?

Viele Grüße

Stefan Picard

Stefan Picard (Mittwoch, der 7. März 2012 / 19:17) | Keine Kommentare | Permalink
Musicbusiness reloaded

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Lang vorbei sind die Zeiten der ungebremsten Tauschbörsen und der anonymen FTP-Server. Nicht, dass der durchschnittliche Internetnutzer ehrlicher geworden ist, ängstlicher vielleicht. Kein Wunder nach den ganzen Anzeigen und Vergleichen gegen Tauschbörsennutzer und dem FTP-Welt Skandal. Nebenbei wurde die Suche nach den Objekten der Begierde auch aufwändiger. Auf der anderen Seite hat die Armada der Musikanbieter mächtig aufgerüstet. Nachdem ITunes gezeigt hatte wie es geht, sprossen etliche andere Downloadportale nach. Und seit man bei YouTube Geld verdienen und auf Facebook und Twitter umsonst Werbung treiben kann, versöhnt sich die Musikindustrie mit dem Netz.

In einem Interview äußerte sich E.Berger, der Leiter des internationalen Geschäfts bei Sony Music geradezu euphorisch und bezeichnete das Internet als einen Segen für die Branche. Berger prognostiziert dem Musikgeschäft in den nächsten Jahren wieder Umsatzzuwächse und gibt an, dass das Geschäft immerhin jetzt schon wieder stabil liefe.

Natürlich kritisiert Berger wie auch der Großteil seiner Kollegen das zu laxe Urheberrecht, welches noch aus den Zeiten der Bandkopie stamme und plädiert für ein Verwarnmodell, wie es in Frankreich eingeführt worden sei. Gleichzeitig rügt er aber auch die strengen Lizensierungsregeln der GEMA, die dazu führten, dass viele Inhalte auf YouTube Deutschland nicht zu sehen seien und den Konzernen erhebliche Umsatzeinbußen bescherten.

Es ist nur allzu verständlich, dass die Musikbranche sich mit den 5 Milliarden legal heruntergeladener Songs gegenüber den 40 Milliarden illegal heruntergeladener Songs nicht zufrieden geben kann. Es ist allerdings meiner Ansicht nach ein Fehler dieses Verhalten alleine auf die Gesetzgebung und technische Verfügbarkeit zurückzuführen. Es gilt dem Kulturgut Musik eine neue Wertigkeit zu geben. Viel zu oft fällt das Wort Produktion im Zusammenhang mit Musik und zu selten das Wort Kunst. Natürlich muss auch Kunst in irgendeiner Form produziert werden, und es gibt hervorragende Musikproduzenten, aber in der Vorstellung der Menschen, die nie ein Studio von innen gesehen haben, steht das Wort Produktion eher mit der Konfektionierung von Massenware als von Kunst in Verbindung. Hinzu kommt das inflationäre Verbrennen von musikalischen Eintagsfliegen und Castingshow Gewinnern.

Schaffen es Musiker wirkliche Fans an sich zu binden, fällt es dem Publikum schwerer sich hemmungslos zu bedienen. Natürlich sind die Verkäufe nicht mehr die selben wie früher. Heute reicht es in Deutschland 100.000 Alben zu verkaufen, um mit Gold ausgezeichnet zu werden, früher waren es 250.000. Nicht, dass wir um die Glamour trächtigen V.I.Ps des Musikzirkus fürchten mussten. Auch wenn die Klagen bezüglich der Umsätze und der bösen Piraten seitens der Musikindustrie so geklungen haben.

In den USA sorgen gerade zwei Gesetzesinitiativen für Unruhe, die maßgeblich von den großen Medien Majors mitgestaltet wurden. In Europa und hierzulande werden die Branchenlobbys sicher ähnliche Pläne in den Schubladen haben. Nachdem der Versuch Inhalte an Geräte zu knebeln und die Freiheit der privaten Benutzung einzuschränken fehlschlug, weil der Konsument diese Verfahren ablehnte, hofft die Branche nun auf Schützenhilfe seitens der Justiz.

Dabei sind die Majors gar nicht die am ärgsten Betroffenen, anders als all die kleinen unabhängigen Labels. Auch wenn ein Einbruch von 1.000.000 zu 500.000 verkauften Tonträgern prozentual der selbe ist wie von 10.000 zu 5.000, sind die Auswirkungen dich ganz unterschiedlich. Labels, die früher gerade so den „Break even” - den Punkt, von dem an ein Album Gewinn abwirft - erreicht haben, sind von der Bildfläche verschwunden.

Die sozialen Netzwerke und die Direktvermarktung im Internet sind zwar für Musiker alternative Wege Ihre Musik an den Mensch zu bringen, aber auch dort nur noch jenseits der Fahrrinnen der Majors. Gegen professionelle Community Manager, Blogger und Social Media Agenturen sind versprengte Musiker fast machtlos.

Ich bezweifle zwar, dass die gesamte Branche das Netz als totalen Glücksfall, wie Berger es nannte, bezeichnen würde, aber nach der Schockstarre, hat man sich darauf eingestellt. Dass es auch verstanden wurde, darf angesichts der Versuche alte Mechanismen neu erstarken zu lassen, bezweifelt werden.

Peter Brandt

Peter Brandt (Donnerstag, der 1. März 2012 / 11:14) | Keine Kommentare | Permalink
Lügen und Leben!

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Darf man Lügen? Jeder Mensch lügt schon mal, manchmal mit schlechtem Gewissen. Sind Lügen deshalb verzeihliche Fehler, die einem unterlaufen dürfen? Kann man nur gegenüber anderen lügen oder auch sich selbst belügen?

Zumindest der, der öffentlich bewusst die Unwahrheit sagt, wird als Lügner gescholten und man glaubt ihm nicht mehr, - auch wenn er die Wahrheit spricht. Nach dieser Volksweisheit sollte man also niemals lügen, will man nicht zum Lügner gestempelt werden.

Nicht nur in der Politik scheinen einige das anders zu sehen und Lügen als geeignetes Mittel für ihre persönlichen Zwecke zu rechtfertigen. Wer in der Natur lügt, und dazu zählen viele Lebewesen über den Menschen hinaus, verschafft sich in der Regel Vorteile.

Die Philosophen jedoch streiten seit jeher über solche unterschiedlichen Sichtweisen. Könnten jene, die doch die Weisheit lieben, gar einer Lüge den Vorzug gegenüber der Wahrheit geben?

Diese sehr interessanten Fragen stammen von unserem Mitglied, Herrn Andreas Fornefett, der gleichzeitig Mitglied der Philosophie Arena Rhein Main ist (www.philosophiearena.de).

Ich habe dazu eine klare Position, die mir allerdings in den letzten Jahren eine Menge Ärger eingebracht hat: “Die Wahrheit ist obligatorisch - zumindest die, welche man subjektiv ehrlich meint zu erkennen!” Und: “Wenn mich jemand anlügt, dann sage ich ihm möglichst sachlich und deutlich, dass ich es erkannt habe”. Das ist für mich die Chance, dass diese Person beim nächsten Mal ehrlich(er) zu mir sein wird.

Allerdings sehe  ich auch eine Menge Menschen, die über diese Hürde der, nennen wir es einmal “Verbiegen der Wahrheit” hinweggehen, dadurch langfristig mehr “Freunde” und weniger Spannung in ihrem Leben haben - oder wie es Herr Fornefett treffend ausdrückt: “….Wer in der Natur lügt …..verschafft sich in der Regel Vorteile….”

Und in diesem Zusammenhang interessiert mich auch persönlich, wie Sie hier darüber denken.

Wir freuen uns über Ihre Kommentare hier im Blog oder in dem Forum, welches Herr Fornefett für dieses Thema eingerichtet hat. Sie finden das Forum HIER. In den nächsten Wochen und Monaten wird es hier sicher einige interessante Beiträge der Mitglieder der Philosophie Arena Rhein Main geben, über die es sich nachzudenken lohnt.

Man kann das Thema auch erweitern um die Frage, wie man mit Lügnern, also Menschen, die gerade gelogen haben umgeht: Meidet man die in Zukunft? Weisst man sie nur darauf hin, dass man sie erwischt hat? Ignoriert man die erkannte Lüge (und lässt den Lügner möglicherweise sogar in dem Glauben, sein Verhalten wäre nicht erkannt worden und er könnte so weitermachen)?

Und: hier kommt auch die Frage des Verzeihens und Vergessens. Mein Credo: “Ich verzeihe, aber ich vergesse nicht. Sonst habe ich nichts gelernt” - ist das überhaupt richtig?

Sie sehen, da gibt es sehr viele Aspekte. Und wir alle sind garantiert mit diesem Thema in unserem Leben öfter konfrontiert worden.

Was denken Sie?

Viele Grüße

Stefan Picard

Stefan Picard (Dienstag, der 28. Februar 2012 / 19:49) | 3 Kommentare | Permalink
Deutschland kocht

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Manchmal vor Wut, manchmal tatsächlich Nahrung und immer öfter auf dem TV-Bildschirm. Den sympathischen Fernsehkoch, der uns kulinarische Highlights wie Toast Hawaii oder die legendäre gefüllte Erdbeere bescherte gibt es schon seit Generationen. Kochnischen in Servicemagazinen oder lokale Spezialitäten anheimelnd durch die dritten Programme aufbereitet ebenso. Aber in den letzten Jahren haben sich regelrechte Stars aus den Restaurants in die Stuben der Zuschauer gekocht. Noch nie wurde im deutschen Fernsehen mehr gekocht, während in den heimischen Küchen oftmals nur noch Mikrowellenöfen zu finden sind. Und nicht nur das, nein, das Thema Kochen hat sich weitere Nischen erarbeitet, die weit über das Vorkochen von Rezepten hinausgehen.

An dieser Stelle muss ich mich gleich mal outen. Eine der Sendungen schaue ich tatsächlich auch, da ich leidenschaftlich gern koche. Aber wie bereits erwähnt geht es bei den Sendungen nicht nur direkt um das Kochen selbst. Da tummeln sich Gameshows, Reality Shows und besagte Vorkochsendungen. In der ARD z.B. kocht Tim Mälzer, im ZDF Steffen Henssler, Frank Rosin und eine ganze Riege von Sterneköchen in gleich mehreren Sendungen, VOX lässt gerne Promis gegeneinander oder gegen Spitzenköche kochen, oder lässt wie RTL und RTLII Restaurants aus der Krise herauskochen und diese Liste ist nicht einmal vollständig.

Natürlich essen wir alle, und viele sogar gerne, aber was macht kochen im Fernsehen so interessant, wenn die für das Essen wichtigsten Sinne über dieses Medium gar nicht ansprechbar sind? Der Zuschauer kann die Gerichte weder riechen, noch schmecken oder deren Konsistenz ertasten. Und der sich einstellende Appetit wird wohl in einer abendlichen Kochshow eher durch den Griff zur Chipstüte oder anderen Snacks gestillt, als durch eine zubereitete Mahlzeit.

Wahrscheinlich sind die Gründe vielschichtiger, als man zuerst vermuten mag. Der Eine wird vielleicht tatsächlich Anleitung und Rat suchen, der Andere ist vielleicht von denen zum Teil extrovertierten Persönlichkeiten angetan und der Dritte will B-Promis beim Verlieren beobachten oder erfreut sich an den Katastrophenrestaurants der Reality-Shows.

Die Inflation scheint aber auf ihrem Höhepunkt angekommen zu sein und es steht zu befürchten, dass die meisten Formate das selbe Schicksal ereilen wird, das auch die ganzen Talk- und Gerichtsshows dahingerafft hat. Auch wenn einige Formate schon einige Jahre auf dem Buckel haben.

Das wäre alles ja auch keine Erwähnung wert, wenn es nicht immer mehr Menschen gäbe, die in ihrer Küche noch nie gekocht haben, immer mehr Kinder gäbe, die denken Pizzas wüchsen verpackt auf Bäumen und es immer mehr Convenience Produkte gäbe, die einem nicht gerade das Wasser im Mund zusammen laufen lassen. Wie passen vorpanierte Schnitzel für den Toaster in die mediale Kochbegeisterung? Es liegt nahe anzunehmen, dass allzu häufig der Appetit, der durch die Kochsendungen geweckt wurde, durch Fertigfutter gestillt wird. Es ist schon kurios, dass die Wahl im Supermarkt immer noch auf das 2-Euro Hühnchen fällt, während im TV qualitative hochwertige Grundprodukte gepredigt werden.

Ich mag mich irren, aber der Verdacht drängt sich auf, dass selbst bei Nahrung die mediale Berieselung als Substitut des eigenen Erlebens herhalten muss. Es bleibt zu hoffen, dass wir nicht eine weitere Passiv Form für das Verb Essen erfinden müssen: Nämlich „beessen werden”.

Peter Brandt

Peter Brandt (Donnerstag, der 16. Februar 2012 / 14:00) | Keine Kommentare | Permalink
Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bedauern

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Bronnie Ware ist eine Palliativpflegerin, die viele Menschen auf deren letzten Weg begleitet hat. Dabei hat sie festgestellt, dass es meistens die gleichen Sachen sind, welche Menschen an ihrem Leben bereuen.*

In ihrem Buch “The Top Five Regrets of Dying” hat sie diese zusammengefasst.

  • “Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben

Die meisten Menschen bedauern, dass sie hauptsächlich Erwartungshaltungen erfüllt haben statt zu tun, was ihnen mehr entsprochen hätte. Sei es beruflich oder privat. Der richtige Job - oder die Nivellierung Erwartungshaltungen aus dem privaten Umfeld spielen hier eine bedeutende Rolle.

  • “Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet”

Wenn man nur arbeitet, um später dann das zu können, was man sich erträumt - und das “Später” gibt es nicht mehr - zumindest in diesem Leben. Dann passiert genau das.

  • “Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken”

“Viele Menschen unterdrücken ihre Gefühle um des lieben Friedens Willen. “Das führt dazu, dass sich viele in einer mittelmäßigen Existenz einrichten und nie zu dem werden, was sie hätten sein können.” sagt Bronnie Ware.

Gefühle ausdrücken hilft, den Menschen zu erkennen - und ihn als anzunehmen.

  • “Ich wünschte, ich hätten den Kontakt zu meinen Freunden aufrechterhalten”

Freunde, soziale Kontakte gehören zu den glücksbestimmenden Faktoren. das haben wir bereits in meinem letzten Blogbeitrag erörtert. Freundschaften haben aber auch oft die Tendenz, aufgrund unserer Geschäftigkeit einzuschlafen…

  • Ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein”

Wir haben die Freiheit zu wählen, ob wir uns von den “Plagen” des Alltags in negative oder positive Gefühle bringen lassen. Oft erkennt man das erst am Schluss.

Nirgends steht da etwas von Geld, das man gerne gehabt, einem Auto das man gerne gefahren, oder irgendwelchen anderen Prestigeobjekten, mit denen man sich gerne geschmückt hätte.

Die gute Nachricht aus ihrem Buch ist, dass es auch Menschen gibt, die glücklich und zufrieden sterben.

ich wünsche uns allen, dass es uns nicht geht wie dem alten Chinesen, der auf dem Sterbebett sagte: “Jetzt wo ich glaubte, alle Antworten auf die Fragen des Lebens zu wissen, haben sich plötzlich alle Fragen geändert”

In diesem Sinne…

Stefan Picard

* Quellenhinweis

Danke Michaela! :-)

Stefan Picard (Montag, der 6. Februar 2012 / 21:02) | 5 Kommentare | Permalink
Gefahr von links?

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Man konnte Petra Pau die Enttäuschung deutlich Ansehen, mehr noch, selten hat man einen Politiker menschlich ähnlich angerührt gesehen. Die Politikerin der Linken und stellvertretende Bundestagspräsidentin reagierte tief betroffen angesichts der Tatsache, dass sie, wie viele Ihrer Parteikollegen, unter Beobachtung des Verfassungsschutz steht. Auch wenn sie ihrer Enttäuschung mit Innenminister Friedrich einen Namen gegeben hat, so wird sie wahrscheinlich mit dem gesamten dahinter stehenden System hadern. Pau genießt über Parteigrenzen hinweg Ansehen, hat das System der ehemaligen DDR nicht romantisch verklärt und dafür sogar aus ihrer eigenen Partei Schelte erhalten. Scheinbar reicht dem Verfassungsschutz eine Sekretärin mit Stasi-Vergangenheit aus, um Politiker zu potentiellen Extremisten oder Verfassungsfeinden zu erklären.

In einen Topf mit Neonazis fühle sie sich geworfen, sagte Pau. Und wahrscheinlich werden in den Aktenschränken direkt neben den Aufzeichnungen über Linke Politiker Ordner stehen, in denen die Ermittlungsergebnisse über rechtsextreme Gewaltverbrecher zu finden sind. Wen würde da nicht der Ekel packen.

Dazu kommen dann öffentlich Äußerungen von z.B. CSU-Generalsekretär Dobrindt, der ein Verbotsverfahren gegen die Linkspartei am Ende der Untersuchungen nicht ausschließt und die Linke letzten Sonntag bei Günther Jauch mehrmals ganz unverhohlen verfassungsfeindlich nannte.
Vera Lengsfeld zeigte zwar bei Jauch neben ihrem Unmut über die Linke auch ihren Unmut über den Verfassungsschutz, war aber auch der Meinung, dass die Linke verfassungsfeindlich sei. Sie führte als Beleg mehrmals die Präambel des Parteiprogramms heran. Wahr ist, dass dort von einem Systemwechsel gesprochen wird, wahr ist aber auch, dass dieser sich klar auf den Kapitalismus, nicht auf die demokratische Grundordnung bezieht.

Ich bin kein Anhänger der Linken, aber die Aufstellung der Linken macht eine politische Auseinandersetzung möglich. Mir sind noch keine Berichte zu Ohren gekommen, dass Leute von der Linken Gewalt angedroht bekommen haben, Menschen sich nicht mehr auf die Straße trauen, weil die Linke in ihrer Gemeinde den Stadtrat stellt, oder ein ganzes Dorf wie paralysiert unter dem Stiefel der Linkspartei steht.

Damit möchte ich weder Geburtstagsgrüße an Fidel Castro rechtfertigen, noch die z.B. ganzen Verstaatlichungspläne gutheißen. Nur sehe ich den subversiven Charakter der Partei nicht. Es ist legitim die Verfassung in Teilen ändern zu wollen, so lange dies auf demokratischen Wegen geschieht. In vielen Regierungsbeteiligungen hat sich die Linke sogar als pragmatisch geläutert gezeigt und sich durchaus Sachzwängen unterworfen.

Wenn Leute wie Dobrindt sich lauthals als Wächter der Verfassung postulieren, sollte man diesen raten, dass jeder besser einmal vor seiner eigenen Tür kehre. Der CSU-Politiker Peter Gauweiler hat während seiner Karriere einige Male Äußerungen oder Aktionen getätigt, die ich für deutlich verfassungsfeindlicher halte, als das Programm der Linken. Und auch Gauweiler fand in der CSU mancherorts durchaus Gehör.

Mit demokratischen Parteien setzt man sich nun mal politisch auseinander, auch wenn es für manchen bequemer erscheint andere Ansichten einfach verbieten zu lassen.

Peter Brandt (Mittwoch, der 1. Februar 2012 / 10:32) | 3 Kommentare | Permalink
Die Sache mit dem glücklichen Leben

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Ein glückliches Leben führen - das wollen wir alle. Wo ist das richtige Rezept? Ist es Geld, Vermögen, Erfolg, Partnerschaft, Liebe, Sex, Sport? Und wenn, dann in welcher Zusammensetzung?

Enttäuschung Nummer 1: Immer Glück, das gibt es nicht. Denn wenn man immer auf Wolke 7 schweben würde, dann nähme man das auch nicht mehr wahr. Also machen Sie da mal gleich einen Haken. Und dann sehen wir weiter.

Laut dem Happy Planet Index, den die New Economics Foundation 2006 veröffentlichte, leben die glücklichsten Menschen in Vanuatu. Das ist ein Inselstaat im Südpazifik, mit rund 260.000 Einwohnern und 108 Sprachen. Die Lebenserwartung der Menschen von durchschnittlich 63 Jahren klingt aber irgendwie nicht nach Glück. Aber sie haben ein mildes Klima mit viel Sonne, eine üppige Vegetation, ein Mix aus verschiedenen Religionen, stabile Arbeitsverhätlnisse, viele kleine Selbständige.

Im Vergleich zu dem ermittelten Glücksfaktor von Vanuatu schneiden die industrialisierten Länder nicht richtig gut ab. Deutschland liegt auf Platz 81, die skandinavischen Länder zwischen 112 und 123, also auch nicht so gut. In China oder der Mongolei sind die Menschen deutlich glücklicher. Tja und in den USA ist der Index bei 150. Mies!

Noch schlechter wird es in den reichen Ländern wie Kuweit und Katar. Da liegen wir bei schlechter als 160. Schlusslichter sind übrigens Russland, Ukraine, Kongo, Swasiland und Simbabwe. Bei letzteren versteht man das ja noch.

Welchen Schluss legt das nahe: Geld, Konsum, Macht und die Aussicht auf ein hohes Lebensalter sind eher nicht die bestimmenden Glücksfaktoren.

Eine neue Wissenschaft, die Glücksökonomie stellt fest, dass nichts mehr Glück stiftet als Beziehungen zu anderen Menschen - zu Familie, Partner, Freunden. Danach kommt das Gefühl, etwas Nützliches zu tun und dann, je nach Umständen, Gesundheit und Freiheit.

Das steht aber in diametralem Gegensatz zu den meist vermittelten Werten unserer Gesellschaft, wo Geld und Prestige ganz oben stehen.

Opfern wir unsere Freiheit und unsere Selbstbestimmung für mehr Prestige und ein höheres Einkommen- um dann Dinge zu kaufen, die wir nicht brauchen, um damit Leute zu beeindrucken, die wir eigentlich nicht mögen? - Mit Geld, das wir nicht haben?

Und jetzt nochmal zurück zur Enttäuschung Nummer 1. Schauen wir mal die Hirnforscher an. Die sagen, dass bei Glücksgefühl Dopamin ausgeschüttet wird. (Ich frage dabei nach Ursache und Wirkung:  verursacht Dopamin das Glücksgefühl oder folgt dem Glücksgefühl die Dopaminausschüttung?) Wie bei einer Droge, muss die Dosis (der Reiz) nach einer gewissen Zeit erhöht werden, damit man noch etwas spürt. Ansonsten ist auch das “Drogenparadies” Dopamin nicht mehr wahrnehmbar. Also ist das Glück weg…..(wenn man den Hirnforschern glaubt…)

Für mich war es bereits klar vor der Lektüre dieses interessanten Gedankengangs, den ich verkürzt, aus David Prechts wirklich empfehlenswerten Buch “Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?” entnommen und mit meinen Gedanken angereichert habe: Glück finden wir in uns und nicht in der materiellen Glitzerwelt. Jedenfalls sofern unsere Grundbedürfnisse befriedigt sind.

Und noch ein schönes Statement, dass ich die letzten Tage irgendwo gefunden habe:

Wir sind keine menschlichen Wesen mit einer spirituellen Erfahrung.

Wir sind spirituelle Wesen mit einer menschlichen Erfahrung!”

In diesem Sinne :-)

Stefan Picard

Stefan Picard (Montag, der 30. Januar 2012 / 11:21) | 2 Kommentare | Permalink
USA VS Internet

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Das amerikanische Netz trägt seit heute Trauerflor. Grund dafür ist eine durch das Repräsentantenhaus eingebrachte Gesetzesinitiative. Viele populäre Seiten wie die englische Wikipedia, Wordpress.org und andere blenden ihre Inhalte aus, andere wie Google verweisen auf eine Online Petition gegen das Vorhaben. Das Ziel des Gesetzes ist, Möglichkeiten zu schaffen, den Zugriff auf ausländische Webseiten zu blockieren, wenn diese urheberrechtlich geschütztes Material zum Download anbieten. Die Gegner indessen befürchten, dass so geschaffene Mechanismen zu weitreichenderen Zensuren führen könnten, als ursprünglich angedacht. Auf der anderen Seiten stehen die Befürworter, die sich aus der amerikanischen Film- und Medienindustrie rekrutieren, wer hätte es gedacht.

Präsident Obama und seine Mannschaft haben sich auf die Seite der Gegner geschlagen, indes dies nicht viel ändern wird, weil Obama keine Mehrheit im Repräsentantenhaus hinter sich weiß. Angesichts der Netz-Blockaden hat Lamar Smith, der Autor des Gesetzentwurfs Kompromissbereitschaft signalisiert, eine Entwarnung lesen Gegner daraus nicht.

Die Idee das Netz zu zensieren ist nicht neu. Egal ob es um Piraterie, illegale Pornografie, Volksverhetzung oder Terrorismus geht. Und wie jedes mal lehnt sich die Internetgemeinde auf. Wie Zensur sich auswirkt und was bei rigiden Vorhaben möglich ist zeigt China. Es gibt keine kleine Zensur. So sind die Befürchtungen gut zu verstehen. Sind erst einmal Mittel und Wege installiert, stehen Tür und Tor offen die Zensur auszuweiten.

Am Fall des Internets wird deutlich offenbar, dass unsere Gesellschaften der Informationsglobalisierung hinterherhinken. Es darf einfach keinen Staat geben, in dem z.B. Kinderpornografie straffrei auf Servern der Welt angeboten werden darf, oder eine Verfolgung der Straftaten de facto nicht stattfindet. Das selbe gilt für faschistische Propaganda, Anleitungen zum Bombenbau und wegen mir auch ganz zum Schluss für Raubkopien. Dass die Republikaner dieses Pferd von hinten aufzäumen, zeigt wie mächtig Warner, Sony und Konsorten sind. Dabei vermute ich, dass auch die amerikanische Öffentlichkeit dem Gesetz mehr abgewinnen würde, wenn es sich gegen oben genannte Internet-Abgründe auflehnte.

Ein weiterer Aspekt, der Kritiker des Gesetzes auf die Barrikaden bringt ist die Befürchtung, dass der geplante Mechanismus Sicherheitsmaßnahmen gegen so genannte DNS-Changer aushebeln könnte. Diese Bedrohung ist im Moment besonders aktuell, da sich hierzu aggressive Trojaner im Umlauf befinden. Ob Sie selber betroffen sind können Sie übrigens unter http://www.dns-ok.de/ in einem Schnelltest in Erfahrung bringen.

Mochte man bei den Bundesdeutschen Zensurversuchen zumindest noch hehre Ziele vermuten, glänzen Smith und seine Partei mit unverhohlenem Wirtschaftsopportunismus. Das Internet derart unter Aufsicht und Steuerung zu stellen, nur um das neueste Hollywood Spektakel zu schützen halte ich jedenfalls auch für eine zweifelhafte Motivation.

Man wehre halt den Anfängen…
Peter Brandt

Peter Brandt (Mittwoch, der 18. Januar 2012 / 12:50) | 1 Kommentar | Permalink


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