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Dead Aid statt Glamour Aid

deadaid-11Die Entwicklungshilfe für Afrika sollte im Laufe der nächsten 10 Jahre gestoppt werden. Dies schlägt die aus Sambia stammende Ökonomin und Bankerin Dambisa Moyo vor und stellt Fragen wie „Warum ist Afrika nach Billionen Dollars Hilfsgeldern ärmer als je zuvor?“ oder „Was bezweckt der Glamour Aid durch Typen wie Bono oder Bob Geldorf?“

In ihrem Buch Dead Aid hält sie entgegen: „Wie würden die Engländer sich fühlen, wenn Michael Jackson ihnen erzählen würde, wie sie ihre Wohnungsmarktkrise managen sollen? – Wie die amerikanische Regierung, wenn Amy Winehouse anfangen würde, ihr zu erklären, wie man der Kreditklemme entkommt, und ihr die Leute auch noch zuhörten? Sie wären zutiefst verstört. Zu Recht.“

Was die in Afrika aufgewachsene Ökonomin umtreibt, so Christine Brink in DIE ZEIT, sind die schlimmen Folgen des Gutgemeinten. 50 Jahre nach der Befreiung und nach mehr als zwei Billionen Dollar Entwicklungshilfe steht Afrika schlechter da als je zuvor. Warum, fragt Moyo, quälen sich die Subsaharaländer in einem nimmer enden wollenden Kreislauf von Korruption, Krankheiten, Armut und Abhängigkeit? Gerade wegen all der Hilfe! Hilfe war und ist weiterhin und durch und durch ein politisches, ökonomisches und humanitäres Desaster für die meisten Entwicklungsländer.

Moyo beschreibt Alternativen zum „Hilfe-Business“, in dem eine halbe Millionen Menschen arbeiten und entschlossene afrikanische Staaten vom Weg in die Selbstbestimmung abhalten.
Moyo nennt vier Alternativen zur Finanzierung der afrikanischen Volkswirtschaften, von denen keine die lästigen Nebeneffekte von Entwicklungshilfe haben: Anleihen auf dem Finanzmarkt statt billiger Hilfe. Direktinvestition in die Infrastruktur anstatt Geld zu „verschenken“. Kampf um fairen Handel, d.h. Abschaffung der Agrarsubventionen in den USA und Europa. Schließlich als finanzielle Zwischenlösung: Die Förderung von Kleinkreditinstituten, wie sie in Asien und Lateinamerika bereits bestens funktionieren.

Auf die Frage, ob Moyo denn kein Mitleid mit den Armen hätte, gibt sie zurück: „In China leben vielleicht 300 Millionen so wie wir, eine Milliarde lebt in bitterer Armut. Kennen Sie irgendjemanden, der Mitleid mit den Chinesen hat? Niemand!“

Dambisa Moyo – „Dead Aid“

Timo Piecha (Dienstag, der 9. Juni 2009 / 10:00) | Permalink

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