Finanzwelt und soziales Engagement. Dass beides geht, beweist Ansgar Kreft. Als kaufmännischer Angestellter einer namhaften Bank versorgt er deren Kunden mit Statistiken und Auswertungen und sieht zu, dass die Anmeldungen zu Hauptversammlungen reibungslos funktionieren. Damit wäre die eine Hälfte des Tages geschafft. In seiner zweiten halben Stelle leitet Kreft die Drogenarbeit des Malteser-Hilfsdienstes in Frankfurt am Main.
„Mein ganzes Leben ist ein einziger Umweg. Ein abgebrochenes Medizinstudium, Assistent beim Frankfurter Rettungsdienst, nebenher Abendstudium der Gesundheits- und Sozialökonomie, dann kaufmännischer Angestellter bei der Bank und schließlich wieder zurück ins Sozialwesen.
In der Substitutionsambulanz wollen wir unseren Klienten den Suchtdruck nehmen, sie von der Beschaffungskriminalität befreien und ihnen ein wenig Menschenwürde zurückgeben. Die Reintegration in die Gesellschaft steht hierbei im Vordergrund. So finde ich bei den Maltesern Freude und Genugtuung und die Gewissheit, etwas Gutes zu tun. Mein Vorbild ist mein Namenspatron, der Heilige Ansgar, Apostel des Nordens, der furchtlos seine Ziele verfolgte und Zeugnis ablegte.”
Entsprechend lang ist die Liste von Krefts Aktivitäten. Zur Pflege seiner musischen Neigungen spielt er klassische Gitarre, Kontrabass und Klavier, fotografiert gerne und schreibt eigene Texte. Seine sportlich-abenteuerliche Leidenschaft hätte ihn allerdings beinahe das Leben durch einen schweren Motorradunfall gekostet. Dennoch, oder gerade deswegen, engagiert er sich im Verein MEHRSI für mehr Sicherheit für Biker.
„Es wäre schön, wenn ein Wir-Gefühl und eine Verantwortung für den Anderen dem allgegenwärtigen Egoismus weichen würden,” sagt einer, der mit gutem Beispiel voran geht.
„Verlange nichts von anderen, das du nicht selber zu geben bereit bist.”

Donnerstag, der 18. Juni 2009 um 07:34
Respekt!!!