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Krankheit als Preis der Freiheit

krankWas, wenn unser Gesundheitssystem kollabiert? Werden auch wir dann amerikanische Zustände haben?

46 Millionen Amerikaner müssen ihre medizinische Versorgung im Falle ihrer Erkrankung selbst bezahlen, obwohl sie dazu nicht in der Lage sind. Einfach Pech gehabt oder (auch) Opfer eines Systems, welches die Freiheit des Einzelnen (zum Geldverdienen) als oberstes Prinzip predigt?

Mehrere zehntausend Konservative protestierten in Washington gegen die Pläne des Präsidenten, eine Krankenversicherung für „Jedermann“ durchzusetzen. Selbst durch das Streuen falscher Informationen wird sich dagegen gewehrt, was eigentlich ein Grundrecht sein sollte. Wer aber soll der Interessenvertreter dieser Menschen sein, wenn nicht der Staat, gegen dessen Einflussnahme man sich so vehement wehrt? Würden die wirklich reichen Amerikaner und alle ansonsten noch gut situierten bereit sein, freiwillig in einen Topf zu zahlen, der zumindest gesundheitliche Härtefälle abmindern würde? Oder ist der Mensch in einer materialistisch ausgerichteten Gesellschaft am Ende nur wertloses „Humankapital“, sobald er nicht zu Wachstum und Reichtum beitragen kann? Helfen kann sich nur wer gesund ist und (genügend) Arbeit hat. Ist Amerikas (sowohl historische wie hysterische) Angst vor dem Sozialismus, den man Obama vorwirft tatsächlich begründet? (Wobei laut unserer Übersetzerin das Wort „sozial“ in Amerika als Schimpfwort noch vor „F…“ rangiert).

Andererseits sind die Befürchtungen einer Überbelastung des Staates nicht von der Hand zu weisen. Die amerikanische Regierung verfügt nicht über die Mittel, eine solche Versicherung überhaupt abzudecken (und das eben für derzeit 46 Millionen Bürger). Letztendlich ist eine mögliche Durchsetzung nur von der Solidarität der amerikanischen Bürger abhängig. Oder wird der von Krankheit betroffene Bürger um den Preis des Liberalismus, den Preis der Freiheit (der Gesunden) geopfert?

Noch können wir uns von Staats wegen halbwegs sicher fühlen. Doch wann werden auch bei uns die Versicherungskosten für Staat und Betroffene nicht mehr tragbar sein?

Timo Piecha (Dienstag, der 15. September 2009 / 07:10) | Permalink

Eine Antwort zu “Krankheit als Preis der Freiheit”

  • unregistered Angelika sagt:

    Interessanter Artikel, vor allem der Schluss! Das System hier ist bereits schon nicht mehr tragbar, nur sagt es keiner laut und vor allem nicht die Zuständigen und Politker!

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