Oder die Söldner vom schwarzen Fluss.
„Blackwater” - was klingt wie ein Aftershave, ist in Wirklichkeit eine Söldnereinheit, die heute wie in Vergangenheit gerne vom CIA zu kniffligen oder heiklen Aufgaben herangezogen wird. Jüngster Pressefund und Anlass zu diesem Beitrag ist der von Vanity Fair aufgedeckte Mordplan gegen einen Deutsch-Syrer in Hamburg[1].
Es nagt schon am Glanz des amtierenden Friedens-Nobel-Preisträgers, wenn solche Vorhaben während seiner Regentschaft weiter Mittel der Tat bleiben.
Es kann nicht sein, was nicht sein darf, behauptet der Volksmund, wenn aber jedoch die Elite der westlichen Welt quasi per Standgericht abendländische Feinde aus dem Weg räumt, sollten wir der Überlegung, welche Freiheit wir zu Verteidigen versuchen, Raum gelassen werden.
Wer oder was ist „Blackwater”. Eine Organisation deren Modus Operandi scheinbar nicht den üblichen rechtstaatlichen Anfordernissen genügen muß?

Xe Services, LLC, zuvor Blackwater Worldwide ist das größte amerikanische Sicherheits- und Militärunternehmen, dessen Spitzen zumeist aus ehemaligen Navy Seals bestehen. Neben den zu erwartenden paramilitärischen Aufgaben bietet Xe Kampf, Waffen und sogar Scharfschützenkurse an. Die eigene Blackwater-Academy kümmert sich um das Nachwuchstraining.
Ins öffentliche Blickfeld gelangte die Firma durch den Einsatz im Irak Krieg. Als Personenschützer für hochrangige Diplomaten eingeflogen, machten sie 2007 durch eine Bluttat von sich reden, als sie wild in eine Menschenmenge schossen und dabei 17 Menschen zu Tode kamen.
Später in Afghanistan waren Xe Söldner offenbar auch an Einsätzen mit unbemannten Drohnen beteiligt. Diese als geheim eingestuften Kommandos führten laut New York Times auch zu einer Vertragsauflösung zwischen den amerikanischen Militärs und Xe, wurden die Söldner doch auch dort angeblich nur zum Personenschutz angefordert. Xe Mitarbeiter traten auch bei weiteren Ereignissen in Erscheinung. Nachzulesen unter [2]. Zumindest die Vermutung liegt nahe, dass dies alles nur die Spitze des Eisbergs sein könnte.
Vanity Fair knüpft im oben erwähnten Artikel die Weben zwischen CIA und Xe noch enger und behauptet aus drei gesicherten Quellen zu wissen, dass der Xe Firmengründer Erik Prince seit 2004 selber auf der Gehaltsliste des CIA stünde.
Welcher Teufel reitet wohl die Führungsspitzen des amerikanischen Militärs und Geheimdienstes, in solch brenzligen Einsätzen Söldner, also „Kriegshuren” [3], zum Einsatz zu bringen? Vielleicht steckt dahinter der Gedanke die Zahl der Gefallenen zu drosseln, oder die Gesamtzahl der Einsatzkräfte schönzufärben. Wie dem auch sei, in solche Überlegungen sollte immer einfließen, dass diese Leute nicht für Gott und Vaterland in den Krieg ziehen, sondern für Geld. Und für Geld bereit sein zu töten, aber auch getötet zu werden, setzt einen Archetyp Mensch voraus, den ich zumindest, nicht für meine Freiheit einstehen sehen möchte.
Wenn sich dann auch noch herausstellt, dass sich diese Truppe als moderne Assassinen rekrutieren lässt und auch hierzulande zum Einsatz kommen sollte, beschleicht mich ein mehr als beklemmendes Gefühl.
Nichtsdestotrotz ein schönes Jahr 2010, und wie wir hier im Rheinland sagen: „Et hätt noch immer jut jejange.”
[1] Spiegel Beitrag zur Vanity Fair Veröffentlichung
[2] Wikipedia über Blackwater und Xe
[3] Die Huren des Krieges unter Feuer auf Spiegel online
