Erweiterte Suche

blog:BIZZLOUNGE News
Sind Streiks noch zeitgemäß? (Teil 2)

lufthansa

Einen Tag haben sie gestreikt, die Lufthansa Piloten. Unter anderem weil sie sich dafür einsetzten, dass der deutsche (teure) Tarifvertrag auch für eine italienische Tochtergesellschaft zur Anwendung kommen soll.Denkt da auch jemand von den gut ausgebildeten Damen und Herren an die Wettbewerbsfähigkeit der Airline?

Gut daran ist, dass sich diesmal die Passagiere darauf eingestellt haben und sich nicht als Geiseln nehmen liessen. Das erinnert mich an den alten Satz: “Stell Dir vor es ist Krieg, und keiner geht hin..” und es verschafft mir eine gewisse inneren Befriedigung. Nämlich alleine darüber, dass die meines Erachtens völlig überzogene Arbeitskampfmaßnahme zumindest nicht mit der Härte traf, wie man das gerne gehabt hätte.

Die generelle Frage, ob Streiks generell heute zeitgemäß sind, bleibt nach wie vor. Wie ich bereits in meinem letzten Blobeitrag schrieb:

Es gab eine Zeit in der ein solches Kampfmittel möglicherweise passte. Und es gab auch eine Zeit, in der Gewerkschaften wichtig waren, damit ein einigermaßen fairer Interessenausgleich zwischen den (damals übermächtigen) Unternehmern der industriellen Revolution und dem (armen und machtlosen) “Proletariat” geschaffen werden kann.

Aber heute sind wir im 21sten Jahrhundert. Vieles hat sich in der geistigen Grundhaltung und der Balance zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern geändert. Und es gibt Medien, welche daran verdienen, über negative Ausschläge zu berichten. Alleine  diese Medien schaffen negatives Image, sofern sich Firmen gegen den Konsens verhalten, welches sich wieder ganz automatisch negativ auf Umsatz und Ergebnis dieses Unternehmens auswirkt.

Auf gut Deutsch, es gibt andere Faktoren, welche das Verhalten von Menschen/Unternehmen in gesellschaftlich akzeptierte Bahnen lenken können.

Muss man dann noch zu den alten Kampfmitteln greifen? Kann man nicht von aufgeklärten Menschen erwarten, dass sie auch ohne dieses Kampfmittel ordentliche Ergebnisse erzielen?

Und wenn man beide Fragen verneint, muss man dann nicht mit einem Streik die Verhältnismäßigkeit von Ursache und Wirkung beachten? Darf man es sich erlauben, den Verkehr eines ganzen Landes erheblich, und den anderer Länder spürbar zu beeinträchtigen, um seine marginalen Ziele durchzsetzen?

Ich sage nein und erwarte von Menschen aus dieser Verantwortungs- und Vergütungsklasse eindeutig umsichtigeres und verantwortungsvolleres Handeln.

Jetzt gibt es 2 Wochen Zeit, eine Einigung zu finden. Ich hoffe, das geht gut und auch, dass beiderseits so viel Vernunft entsteht, dass diese mittelalterlichen gegenseitigen Erpressermaßnahmen weniger werden und bald der Vergangenheit angehören.

Eine schöne Woche wünsche ich Ihnen :-)

Stefan Picard

Stefan Picard (Montag, der 22. Februar 2010 / 22:34) | Permalink

3 Antworten zu “Sind Streiks noch zeitgemäß? (Teil 2)”

  • unregistered Gerhard Schreiber sagt:

    Eigentlich ist Ihr Artikel nicht kommentierbar. Er ist unter aller Würde. Wenn es nach Ihnen geht, werden bald nur noch billige Chinesen, Inder und Bangladeshi in den Pilotenkanzeln sitzen, die 48 Stunden am Tag im Einsatz sind. Dann gnade uns Gott!

  • Stefan_Picard Stefan Picard sagt:

    Da haben Sie wohl etwas gründlich missverstanden, Herr Schreiber. Es geht hier um die Fragen der Verhältnismäßgikeit der Mittel und ob es in der heutigen Zeit nicht andere/bessere zielführende Wege gibt…..

    Und die chinesischen Piloten sitzen auch keine 48 Stunden im Cockpit :-)

  • Ulli_Muscolino Ulli Muscolino sagt:

    Mit dieser Ansicht kann ich auch nicht ganz uebereinstimmen. Gerade in letzter Zeit wird es offenbar, dass die Unternehmer doch immer noch die Macht haben. Auch wenn der Chef der Staat selbst ist, wie in meinem Fall. Hier werden Gelder ‘veruntreut’, Bonuse ausbezahlt, in einer Hoehe, dass man Schwindelanfaelle bekommt, und wenn man dann das Budget ausgleichen muss, irgendwie, dann geht es an die ‘Kleinen’, die Arbeitnehmer. Da werden Verguetigungen gekuerzt, das Rentensystem geaendert, man schickt die Angestellten einfach mal eine Woche heim, ohne Bezahlung, ect., ect. Die Liste ist endlos, und wir sind machtlos. Es waere schoen, wenn Ethik und Gerechtigkeitssinn irgendwann die Regie uebernehmen wuerden, aber wenn es hart auf hart geht, dann gelten eben Darwinsche Gesetze. Da ist eben auch den Untergebenen jedes Mittel recht dann, auch wenn die Waffe alt und ueberholt erscheint.

Einen Kommentar hinterlassen

Login für Mitglieder