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Frauenquote - gutes Signal oder Armutszeugnis?

frauenquote

Sehr fortschrittlich präsentiert sich die Telekom dieser Tage mit ihrem Vorhaben, bis 2015 eine Frauenquote von 30% im Unternehmen umgesetzt zu haben. Das gilt auch für die Führungsetagen.

Ein paar Fakten zu diesem Thema:

  • In den 30 DAX Unternehmen haben wir einen Frauenanteil (über alle Ebenen) von derzeit 13%
  • Lediglich eine Frau hat in einem DAX Unternehmen einen Vorstandsposten (Barbara Kux, Chefeinkäuferin bei Siemens)
  • In Vorständen von Unternehmen sind 2,5% Frauen zu finden, bei Aufsichtsräten 10%
  • Laut diversen Studien arbeiten Unternehmen mit gemischter (männlicher und weiblicher) Führung profitabler als die von Männern geführten
  • Die Mehrheit der heutigen Universitätsabgänger in Europa sind Frauen

Das klingt alles auf den ersten Blick danach, dass Frauen hier schwer diskriminiert werden.

Die Beurteilung der Frage, inwiefern die Frauen heute in der Geschäftsführung von Unternehmen unterrepräsentiert sind, muss allerdings noch ein paar andere Fakten berücksichtigen, wie z. Bsp.:

  • Wie war die Frauenquote bei Hochschulabgängern vor ca. 20 Jahren? Die Damen und Herren Geschäftsführer brauchen ja auch Zeit, um sich nach oben zu arbeiten.
  • Welchen Enfluss hat die “biologische Komponente”, auf gut deutsch die Tatsache, dass die Frauen die Kinder bekommen und  der Regel auch groß ziehen?

Die Telekom hat die 30% Quote für alle Hierarchiestufen definiert, was sicher den Uni-Abgängern nicht gerecht wird. Ein weiteres Manko einer solchen Quotenregelung ist, dass “Frau” sich dann leicht als Quotenfrau fühlen kann, bzw. als solche angesehen wird, obwohl ihre Qualifikation auch ohne Quote  gepasst hat.

Ich bin grundsätzlich gegen eine solche Quotenregelung, aber ich bin auch für Fairness im Leben. Und hier besteht offenbar ein Ungleichgewicht. Insofern ist dieser Schritt sicher ein richtiges Zeichen - bei Fokussierung auf das Berufsleben. Wünschenswert wäre allerdings ein sich selbst einstellendes Gleichgewicht. Vielleicht hilft ja dieser Schritt, dieses auf die nächsten Jahrzehnte zu erreichen.

Bei all diesen Diskussionen blenden wir aber in unserer Gesellschaft immer mehr die Rolle einer Familie oder Lebensgemeinschaft aus, der Keimzelle jeden Lebens, die eigentlich wichtiger sein sollte als die reine berufliche Ebene. Aber auch das hat etwas mit gesellschaftlicher Anerkennung dieser Rolle zu tun. Hörst Du mich, Angi?) :-)

Viele Grüße

Stefan Picard

Stefan Picard (Dienstag, der 16. März 2010 / 10:15) | Permalink

5 Antworten zu “Frauenquote - gutes Signal oder Armutszeugnis?”

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