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Alle Jahre wieder, Millionen zu Tränen gerührt…

springDie Frühlingssonne zeigt sich, die ersten Blüten treiben aus und die Serotonin-Ausschüttung sorgt für Glücksgefühle bei den Menschen. Aber nicht bei allen Menschen. Denn mit den Frühblühern, beginnen auch manche Menschen regelrecht an zu blühen - Allergiker. Die Apotheker reiben sich hoffnungsvoll die Hände und stocken ihre Vorräte an Antihystaminen auf.

Für Betroffene bedeutet das, dass der jährliche Spießrutenlauf begonnen hat, will man Symptome wie tränende Augen, triefende Nasen, Juckreiz und Schwellungen an Schleimhäuten vermeiden.

Die Zahl derer, die an derlei Problemen leiden, steigt beständig. Gründe hierfür mögen die zunehmende Umweltbelastung, aber auch die Sterilität unserer Wohnumgebung sein. So treten Allergien gegen Gräser, Pollen und Haustiere bei der Landbevölkerung deutlich seltener auf.
Der Frühling ist quasi die allergene Großoffensive. Mit der Blüte beginnt der Pollenflug, die Tiere haben Fellwechsel, stechende Insekten fliegen aus und selbst die gemeine Milbe hinterlässt ihren Unrat lieber bei Temperaturen jenseits der 20°C und hoher Luftfeuchtigkeit.

Ursache der Misere ist eine Überempfindlichkeit des Immunsystems. Dieses reagiert auf vermeidlich harmlose Allergene. D.h. es werden wie bei einer tatsächlichen Infektion Antikörper aktiv, die sich durch die Fehlinterpretation auf harmlose Antigene stürzen. Für den Menschen bedeutet das, dass er mit entzündungsähnlichen Symptomen zu kämpfen hat. Insbesondere die Haut und unsere Schleimhäute reagieren spürbar heftig. Heuschnupfen und Nesselsucht sind dabei wohl die populärsten Erscheinungsformen, obwohl die Abwehrreaktion bis hin zu asthmatischen Beschwerden führen kann. Zumindest gilt dies für den Bereich der durch die Haut und Atemwege aufgenommenen Allergene. Schlimmer noch trifft es Menschen mit Insektengift oder Nahrungsmittelallergien. Durch die hohe Konzentration und die unvermittelte Aufnahme, führen diese nicht selten zu einem sogenannten anaphylaktischen Schock. Die damit einhergehende Atemnot kann im schlimmsten Fall sogar mit dem Tod enden.

Wichtigste Waffe im Kampf gegen die eigene Allergie ist der Allergietest, meist der bekannte Pricktest. Dabei wird die Haut leicht mit einem Instrument angeritzt und mit unterschiedlichen Allergenen benetzt. Aus der Hautrektion kann der Dermatologe ein Profil ableiten, das dem Patienten zeigt vor welchen Einflüssen er sich tunlichst hüten sollte.

Ist die Vermeidung unmöglich kann die Gabe von Antihystaminen helfen, die die Abwehrreaktion des Körpers zu dämpfen vermögen. Leider führen diese Präparate bei vielen Menschen zu einer verstärkten Müdigkeit. Bei akut auftretender Nesselsucht können auch Gels, wie man sie gegen Mückenstiche einsetzt Linderung verschaffen. Geht die Nesselsucht mit einem offenen Ekzem einher hilft oft nur noch die Gabe kortisonhaltiger Cremes oder Salben. Kortison, ein Nebennierenhormon ist für viele Allergiker, trotz seiner Nebenwirkungen, ein Gralsbringer. Und insbesondere in drastischen Krankheitsverläufen ohne Alternative.

Ein längerfristiges Verfahren ist die Desensibilisierung, eine Therapie bei der der Patient stetig steigenden Dosen der für ihn Problematischen Substanzen ausgesetzt wird, um die Toleranzschwelle des Körpers durch Gewöhnung positiv zu beeinflussen.
Allergien können in jedem Alter zum Vorschein kommen. Selbst wenn Sie bisher noch nie Symptome an sich beobachtet haben, bedeutet dies nicht, dass dies auf ewig so bleibt.

Wenn Sie an sich oder Ihren Kindern allergische Reaktionen beobachten gehen zum Arzt. Versuchen Sie gezielt darauf zu achten welche Auslöser sie für die Symptome finden. Schauen Sie nach Kreuzallergien. Wenn Sie zum Beispiel Probleme mit ungeschälten und rohen Äpfeln, sowie beim Verzehr von Erdbeeren haben lässt dies den Verdacht zu, dass Sie eine Buchenallergie haben, da es große Ähnlichkeiten bei deren Allergenen gibt. Und auch, wenn mir dies sonst zuwider ist, halten Sie Ihre Hausapotheke befüllt.

Ansonsten wünsche ich Ihnen und mir dennoch einen schönen Frühling, anders gesagt „Augen zu und durch”.

Peter Brandt (Dienstag, der 30. März 2010 / 09:35) | Permalink

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