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Erst verbrennen sie unser Geld….

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….dann schicken sie noch die Asche rüber. Komische Typen, diese Isländer.

Solche und ähnlich Islandwitze kursieren seit dem Ausbruch des Vulkans mit dem unaussprechlichen Namen Eyjafjallajökull am letzten Sonntag.

Wir Menschen, die Herren dieser Erde, bekommen mal wieder gezeigt, welchem Einfluss ein relativ kleiner Umweltfurz haben kann. Der ganze Flugverkehr in Europa liegt lahm, mit vielen positiven und negativen Folgen.

Positive;

  • Menschen, die in Flughafennähe wohnen, hören seit langem einmal wieder Vögel zwitschern und können Stille genießen.
  • Die Umwelt wird erheblich geschont und der eine oder andere wird eine Reise nicht nur verschieben, sondern merken, dass nicht jeder Trip sein muss.
  • Generell fühlt sich de Welt weniger hektisch an.

Aber das sind ja wieder einmal nur “weiche” Faktoren. Unsere Welt spielt sich ja nicht oder nur wenig nach diesen ab, sondern es zählen andere:

  • Die Airlines verlieren täglich Millionen
  • Versorgungsengpässe entstehen bei Obst, Gemüse, importierten Nahrungsmitteln - mittlerweile sagt BMW sogar schon Produktionsengpässe voraus, wenn es so weiter geht
  • Menschen, die im Umfeld des Flugverkehrs arbeiten, besonders die Gruppe der  Geringverdiener, verlieren Einkommen
  • Menschen hängen wirklich irgendwo fest.
  • Die “Kriegsgewinnler” wie Hotels, Autovermieter etc. nutzen die Engpässe mit deutlichen Preiserhöhungen aus (es ist wie immer: das Geld ist nie weg. Es ist nur woanders:-)). Eine Fahrt von Barcelona nach Deutschland im Mietwagen kostet statt unter tausend jetzt ca. zweitausend Euro Miete usw.

Aber: eine weitere gute Seite für mich ist, dass uns diese Engpässe zeigen, wie weit die Wirtschaften weltweit verflochten sind. Und das ist überwiegend gut, denn gegenseitige Abhängigkeiten zwingen in Konfliktsituationen dazu, sich zu einigen und mindern damit das Risiko eines bewaffneten Konflikts. (Nach allem, was Krieg mittlerweile per Definition nicht ist, kann ich diese Wort nicht mit der gewohnten Sicherheit benutzen)

Tja und gestern haben unsere Helden dann auch mal ein Messflugzeug in die Aschewolke geschickt. Ausgerechnet einen Jet, dessen Triebwerke doch laut allen Informationen am meisten durch die Asche gefährdet werden. Gab es da keine Alternativen wie Wetterballon, Zeppelin, Propellerflugzeug? Was dabei herauskam? Unklare Informationen. Die Piloten sahen einen Schleier und die Wissenschaftler haben etwas gemessen, dass Asche sein könnte. Auf jeden Fall keine sicheren Indikatoren.

In den Achtzigern gab es über Jakarta einen Beinahe-Unfall eines British Arways Jumbos, der in eine solche Aschewolke geflogen war und dem dann alle vier Triebwerke ausfielen. Offenbar gab es im Nachgang keine weiteren Forschungen mehr zu den Risiken und Grenzwerten von Asche, welche die Motoren vertragen. Das wird sich jetzt wahrscheinlich ändern.

Eine schöne Woche wünsche ich Ihnen

Stefan Picard

Stefan Picard (Dienstag, der 20. April 2010 / 08:21) | Permalink

2 Antworten zu “Erst verbrennen sie unser Geld….”

  • Sigi_Leibfried Sigi Leibfried sagt:

    Hahaha Steffen!
    Der Witz ist saugut. - Gottseidank hatten sie aber mein Geld nicht verbrannt: das ist nämlich in der Schweiz. Sicher ist nämlich sicher (gewesen)!
    Aber Spatz beiseite: Sicherheit hat Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen. Uns alle kostet dieses Naturereignis natürlich viel Geld.
    Und mahnt uns, daran zu denken, welch winzig kleine Lichter wir Menschen sind.

  • Stefan_Picard Stefan Picard sagt:

    Eine kleine Anmerkung am Rande: die Isländer haben kein Militär, keine Atomkraft und haben trotzdem fast ganz Europa lahmgelegt

    :-)))

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