
Das ist Mark Zuckerberg, der Erfinder der beliebtesten Webseite der Welt. Laut Google hat sie monatlich 550 Millionen Besucher. Das ist ein Drittel der vernetzten Weltbevölkerung. Und jetzt wissen Sie sicher auch, wie diese Seite heißt: Facebook.
Ausgerechnet Google macht bekannt, oder muss bekannt machen, dass es überholt wurde. Und das noch dazu von einer Seite, die wegen ihres Charakters als soziales Netzwerk prädestiniert ist, eine längere Verweildauer und mehr Klicks zu produzieren, als dies bei einer Suchmaschine der Fall ist. Da rauchen einige Köpfe.
Aber Facebook (FB) ist in den letzten Monaten in Sachen Datenschutz erheblich ins Gerede gekommen. Was steht da im Raum? Es sind unter anderem folgende Punkte:
- Die Tatsache, dass selbst Daten von Nicht-Mitgliedern gespeichert sind (aus den Adressbüchern von Menschen, welche diese Menschen erfolglos eingeladen haben)
- Die Tatsache, dass FB die Daten seiner Mitglieder speichert und Löschungen sehr schwer macht
- Die Tatsache, dass FB die Daten seiner Mitglieder weitergibt
- Die Tatsache, dass FB über die Vernetzung mit den “I like” Buttons Informationen über das Surfverhalten der Mitglieder hat
Schauen wir uns nur diese 4 Punkte ein wenig an. FB. das muss man vorab sagen, gibt keine dezidierten Informationen über diese einzelnen Vorwürfe von FB. Man ist auf Vermutungen angewiesen, welche aus Erfahrungen resultieren.
Die Vorwürfe zum Punkt 1 sind sicher absolut zu diskutieren, sofern sie zutreffen.
Punkt 2: Nun ja, wenn man sich entschließt, Daten im Internet zu veröffentlichen, dann ist das Speichern dieser Daten zwangsläufig. Wie sollten sie sonst veröffentlicht werden? Die Konsequenz: Nachdenken, welche Daten man preisgibt. Wenn ich freihändig Fahrrad fahren möchte und dann auf die Nase falle, kann ich auch nicht sagen, die Straße war schuld.
Punkt 3: hier gibt es eine klare Politik. Vor der Weitergabe der Daten wird individuell von jedem User ein “OK” verlangt. Dazu sage ich “Wer lesen kann, ist klar im Vorteil”. Außerdem hat FB erhebliche Einschränkungen für die Datenempfänger bezüglich der Frage, welche Daten überhaupt gespeichert werden dürfen.
Punkt 4: sofern sie nicht möchten, dass FB etwas über Ihr Surfverhalten weiß und trotzdem FB-Mitglied sind, dann sollten Sie FB grundsätzlich in einem anderen Browser betreiben als ALLE anderen Websites. FB setzt nämlich intelligente Cookies und beobachtet sie damit - mindestens auf den Seiten, auf welchen die so genannten “I like” Buttons von FB gesetzt sind. Sie tragen zu einer zielgerichteteren “werblichen Versorgung” Ihrer FB Seite bei, wenn Sie das nicht tun.
Also, damit sind wir wieder bei meinem Lieblings-Kritikpunkt der heutigen Gesellschaft: mangelnde Selbstverantwortung und zeigen auf Andere, wenn einem etwas passiert, das einem nicht gefällt. Wenn ich früher als Bub auf dem Spielplatz von der Schaukel geflogen bin und die Tapete war ab, bin ich (weinend) zu meiner Oma. Die hat - meistens ein wenig schimpfend- Jod auf die Wunde gemacht, das Ding verbunden, und gut war’s. Heute fragt man, ob die Schaukel sicher genug war, genug Aufsichtspersonal da war etc. Warum kann man nicht mit der eigenen Blödheit umgehen?
Die andere Eben des oben Gesagten ist aber die enorme Bedeutung für die Wirtschaft. Diese Entwicklung erfordert ein komplettes Umdenken bei allen PR- und Werbeaktivitäten, hin zu den Plätzen, an denen die Menschen sind. Und dazu schreiben wir in unserer Serie “Effizientes Marketing und Kundenbindung mit Social Media”, hier im Lifehacker Blog.
Eine schöne Woche wünsche ich Ihnen
Stefan Picard
