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2 Mal werden wir noch wach, heißa dann ist Gipfeltag

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Und mitbekommen, dass sich die Führungseliten der Industriestaaten wieder mal zum Gruppentuscheln treffen? Nein, keine Angst, in Zeiten der WM gerät fast jedes Thema zum Nebenschauplatz.

Wie oft hat man uns in den letzten Monaten vertröstet, wenn es um politische Entscheidungen ging, die im nationalen Alleingang allesamt nicht zu verwirklichen seien. Jetzt geht es los, jetzt wird man den Banken, Börsen, Haien und Heuschrecken aber einen einschenken. Das wird ein wahrer Finanztsunami, der da auf uns zu rollt.

Genug gescherzt. Natürlich wird nichts dergleichen passieren. Wahrscheinlich wird man ein Papier verabschieden, dass die Planung eines Gipfels zur Besprechung weiterer Maßnahmen bezüglich der internationalen Abstimmung globaler Wirtschaftsregeln bei zukünftigen Gipfeln nicht ausschließt.

Oder irgendwer klebt sich freiwillig den schwarzen Peter auf die Stirn, und sagt: „Nicht mit uns”. Für unsere Bundesmutti ist es schieres Glück, dass G20 und WM einander überschneiden. Es wird zwar sicherlich darüber berichtet werden, aber Dank „Jogi’s Recken” erst auf den Seiten 4 und folgenden. Deshalb habe ich auch die künstliche Entrüstung des ABM Ministers Niebel nicht begriffen, während der WM gibt es schließlich keine Saure Gurken Zeit.

Zurück zum Thema. Für die deren Erdball nicht nur aus schwarz-weißen Mustern besteht, seien hier nochmal die Eckpunkte benannt, die unter Anderem die Finanzjongleure an die Kandare nehmen sollen:

Die Finanztransaktionssteuer, die unsere Regierung ja schon mal emsig in ihren Sparhaushalt eingepreist hat.

Die Eigenkapitaldeckung der Banken.

Regelungen für Hedgefonds und Private Equities

Ungedeckte Leerverkäufe, Rating Agenturen und so weiter und so fort.

Alle mal laut „hier” rufen, die der Meinung sind, dass nach dem Gipfel die Kette an der das „Finanzmonster” liegt auch nur einen Yota kürzer ist…

Erinnern Sie sich an den letzten Gipfel, der tatsächlich einen heute umgesetzten Beschluss zur Folge hatte? Nein, hier ist einer:
Beim jüngsten Gipfel der IWC (Internationale Walfangkommission)  wurde das Begehren einiger Staaten, darunter Japan gestoppt, das Fangverbot aufzuheben. Zwar scheren sich diese Länder einen Dreck um das Fangverbot, und umschiffen dieses mit der fadenscheinigen Ausrede, dass man nur zu wissenschaftlichen Zwecken diese Tiere abschlachte, aber immerhin. Wenn tatsächlich einst eine Fangquote auf eine bedrohte Tierart beschlossen werden sollte, verliere ich völlig den Glauben an die Menschlichkeit. Der Dodo würde ein Lied davon singen, aber der spielt ja bereits Skat mit dem Beutelwolf.

So wenig Angst vor großen Fischen, wünschte man sich auf dem G20 Gipfel ebenfalls, aber da der Wal ja ein Säugetier ist, wird dieses Beispiel wohl keine Schule machen…

Da  trotz des „Japanischen Wissenshungers” der Fortbestand der freundlichen Lebertranträger gesichert und das Phlegma der Regierungen schon pathologisch ist, entlasse ich Sie in die nächste WM Woche und drücke natürlich am Mittwoch nichtsdestotrotz die Daumen.

Peter Brandt

Peter Brandt (Mittwoch, der 23. Juni 2010 / 00:54) | Permalink

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