
Das Wenige, was er hatte, ist wahrscheinlich weg. Die Flut in Pakistan bringt Millionen Menschen Kummer, Leid und Verlust ihrer Existenzgrundlage.
Die Weltbank hat gerade 900 Millionen EUR locker gemacht und die Spendenorganisationen wollen helfen. Doch die Spenden kommen nur spärlich. Bis jetzt sind bei der Caritas ca. fünfhunderttausend EUROS an Spenden eingegangen. Zum Vergleichszeitpunkt waren es bei dem Erdbeben in Haiti rund 10 Millionen.
Gerne geäußerte Bedenken sind Taliban, oder Argumente wie “ich weiß nicht, ob mein Geld dann dort auch ankommt”. Auch gibt es, laut einem Caritassprecher, eine “Rangliste” von Unglücken in der Spendenbereitschaft. Erdbeben steht ganz oben, Kriegsopfer ganz unten.
Aber das Argument, dass man nicht spendet, weil vielleicht nicht alles ankommt, sollte man sich noch einmal durch den Kopf gehen lassen. Es KANN NICHT alles ankommen! Die Menschen, welche für die Hilfsorganisationen arbeiten, brauchen auch Butter auf dem Brot, eine Wohnung, ein Auto vielleicht. Oder sie haben eine Familie zu ernähren. Und deshalb kommt ei Teil der Spende nicht an. Ist Spenden deshalb weniger gut? Nein! Sie hilft den Bedürftigen und den Menschen, die den Bedürftigen helfen.
Ich verzichte an dieser Stelle absichtlich auf die Nennung von Spendenkonten. Vielleicht schauen Sie die nächsten Tage ja selbst nochmal nach. Bilder wie das hier zeigen nur ganz wenig von dem Leid, das dort in Pakistan derzeit herrscht. Und wir sind schnell abgestumpft von solchem Material - vielleicht weil wir zu viel davon vorgesetzt bekommen. Sehen Sie die Menschen dahinter. Menschen, mit den gleichen Gefühlen, Wünschen, Vorstellungen, Leidempfinden und Ängsten wie Sie. Mir fällt das oft schwer und ich muss mich selbst daran erinnern.
Hilfe hilft auch immer dem Helfenden!
Eine schöne Woche
Stefan Picard

Dienstag, der 17. August 2010 um 11:10
Hi Steffen!
Stimmt, was Du da sagst. Ein Teil dieser Spenden brauchen die Hilfsorganisationen, um ihren Verwaltungs-, Verteilungs- und Logistikapparat aufrecht erhalten und ihre festangestellten Leute bezahlen zu können. Auch Kollateralschädenwie z. B. Gelder für Korruption sind leider Gottes nicht zu vermeiden. Ein Großteil der Spendengelder erreicht aber die Hilfsbedürftigen! - Daher gibt es keinerlei Ausreden! Wir alle müssen mithelfen, wirksame Strategien zu entwickeln, diesen Anteil zu erhöhen und: Spenden! - Spende ich nämlich nicht, kommt gar nix an!
Ciaou, Sigi
Dienstag, der 17. August 2010 um 13:59
… ein ganz wichtiger Aspekt ist auch, dass die großen Organisationen wie zB Caritas, SOS Kinderdorf .. wo ja immer bemängelt wird, dass so viel Geld für die Administration hängen bleibt, aber ganz wesentliche Pionierarbeit vor Ort erbringen und die Institutionen erst in die Welt bringen, sie helfen mit diesem Weg ebnen und Know How sammeln dann auch vielen kleinen Institutionen die dann vor Ort auch oft große Hilfe leisten.
Seit ich Gelegenheit hatte, dies wiederholt vor Ort zu sehen, seh ich das mit für mich ganz neuen Augen …
Donnerstag, der 19. August 2010 um 00:45
Spenden in ein Land, das lieber in Atomare Hochrüstung investiert als in Infrastruktur für die eigene Bevölkerung? Vielleicht braucht es diese Katastrophe damit dier Leidensdruck in de Bevölkerung so gross wird, dass er endlich dieses Verbrecherregime wegfegt.
Ausserdem, hier wäre ein sinnvolles Einsatzgebiet für die Armeen der Welt mit ihrem Flug- und Fahrzeuggerät, anstatt im benachbarten Afghanistan und Irak sinnlose Kriege zu führen.
Solange weltweit mehr Geld für Krieg und Zerstörung ausgegeben wird, als für bessere Lebensgrundlagen der Menschen fällt es schwer, ans Spenden zu denken.
Gerhard Schreiber
Donnerstag, der 19. August 2010 um 08:26
Ich kann nicht umhin, Ihnen da auch Recht zu geben, Herr Schreiber. Die Tatsache, dass Pakistan eine Atommacht ist und auf der anderen Seite selbst offenbar nicht in der Lage ist, der eigenen Bevölkerung entsprechend zu helfen, schreit zum Himmel.
Und auch bei dem sinnvolleren Einsatz von Militärgerät bin ich auf auf Ihrer Seite.
Geht die Konsequenz so weit, dass man den humanitären Aspekt dann außen vor lässt? Das ist keine rhetorische Frage, sondern ich gehe echt mit dieser Frage im Kopf “spazieren”
Viele Grüße/Stefan Picard
Donnerstag, der 19. August 2010 um 16:41
Liebe Bizzlounger!
… wer verhungert ist, kann nichts mehr wegfegen. Wir müssen dazu beitragen, dass solche Regime (nicht deren Bevölkerung) ausgemerzt werden: auf der politischen internationalen Ebene…
S. Leibfried
Donnerstag, der 19. August 2010 um 22:37
Lieber Herr Picard,
ich kann Ihnen versichern, dass ich auch oft hin- und hergerissen bin zwischen politischer Konsequenz und Mitleid. Auf der einen Seite werden sich solche Regime, ob sie sich nun selbst persönlich bereichern oder ihre Bedeutung durch militärische Stärke demonstrieren, kaum um Katastrohemnvorsorge kümmern, wenn sie sich darauf verlassen können, dass der Rest der Welt im Ernstfall schnell zu Hilfe eilt, auf der anderen Seite mahnt die Mitmenschlichkeit doch zur Hilfe. Ich find da auch keine Lösung. Andererseits können wir uns mi einer 50 Euro Spende aus der Verantwortung, die wir auch für die globale Ausbeutung tragen, loskaufen? Jeder, der ein 4,99 Euro-T-Shirt kauft oder die billigsten Lebensmittel macht sich mitschuldig an der Armut in diesen Ländern.
Zu Herrn Leibfried möchte ich sagen, auf welcher politisch intenationalen Ebene, es ist doch bekannt dass gerade solche Regime bevorzugt von unseren amerikanischen Freunden gestützt und mit Dollars vollgepumpt werden. Ich denke, da ist noch viel Arbeit zu leisten.
Gerhard Schreiber
Freitag, der 20. August 2010 um 10:11
Damit bin ich nicht einverstanden, Herr Schreiber. Es i absolut richtig, dass unser Wohlstand auf Kosten der Menschen in diesen Ländern fußt. Pakistan, Indien, China, Vietnam etc. pp..
Aber genau so wenig wie Sie an einem Tag Kinderarbeit dort abschaffen werden, weil sie tief in den Köpfen der Menschen dort verankert ist, werden Sie die (Niedriglohn-)Verhältnisse ändern. Das ist ein Prozess, der Jahrzehnte dauern wird. Es ist nur wichtig, dass man ihn geht. Nachdrücklich und schnellstmöglich. Die Welt verändert sich, wenn sich in den Köpfen etwas verändert. Das bedeutet aber auch, in den Köpfen der Menschen dort, (die noch nichts anderes kennen wegen mangelnder Informationstechnologie, Bildung etc.). Es ist ein sehr komplexer, langwieriger und mehrstufiger Prozess. Ich bin schon vor 30 Jahren geschäftlich in diese Länder gereist und bin heute noch schockiert von den Umständen. Ich habe aber auch das Bild der Mentalität etc. und der damit einhergehenden Tatsache, dass man das Thema nicht pauschal aburteilen kann, im Kopf.
Viele Grüße/Stefan Picard
Samstag, der 21. August 2010 um 00:17
Stimmt alles, was Sie schreiben, Herr Picard, ich sehe deshalb auch keinen Widerspruch zu dem was ich geschrieben habe bzw. kann nicht erkennen womit Sie nicht einverstanden sind.