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So, da hat nun die FDP ihren Vorsitzenden tatsächlich zum Abdanken beflügelt. Nur kam mit dem Gehen des alten Problems gleich ein Neues um die Ecke. Wer soll es denn nun werden? Angesichts der mageren Aussichten bei den anstehenden Landtagswahlen ist dieser Posten so attraktiv, wie ein Schleudersitz. Zur Zeit kursieren Lindner und Rösler als Favoriten, und einer von beiden wird wohl auch heute am Tag noch seine Kandidatur bekanntgeben. Nur hilft ein neuer Kopf der Partei nicht aus der Eindimensionalität und Glaubwürdigkeitskrise heraus.
Deswegen wollen sich die Liberalen auch programmatisch erweitern, verbreitern, öffnen, verfestigen und gleichzeitig zu ihren Wurzeln zurückkehren. Freiheit in allen Bereichen. Dieses Motto war in den letzten Tagen öfters zu hören. Gleichzeitig aber auch Schlagworte wie Bürgerrechts-, Sozial- und Wirtschaftsliberalismus. In einer Gesellschaft, die nicht streng Kants Kategorischem Imperativ folgt, sind diese Willensbekundungen von Paradoxen begleitet.
Nicht umsonst wirft man der FDP Klientelpolitik und zu viel Wirtschaftsnähe vor. Kurz, die FDP möchte das Attribut Neo aus ihrem Liberalismus weg deklinieren. Die angesprochenen Paradoxen lassen sich leicht an zwei ebenfalls schon genannten Formen des Liberalismus festmachen. Dem Wirtschaftsliberalismus und dem Sozialen Liberalismus. Diese beiden Felder widersprechen sich diametral. Warum? Soziale Strukturen sind immer an Verpflichtungen gebunden, sie verpflichten die Erfolgreichen zu Handreichungen an die weniger Glücklichen und schränken somit die Freiheit z.B. der Wirtschaft ein. Die Zeiten als beinahe alle Unternehmen sich dem sozialen Frieden verpflichtet fühlten und so diesen Widerspruch durch Eigenverantwortung wettmachten sind passe. Im Handwerk wie Mittelstand folgt man zwar zu großen Teilen noch diesen Maximen, in Kapitalgesellschaften bleibt dafür jedoch selten Raum.
Hinzu kommt, dass die Rückkehr zu den Kernkompetenzen, leicht als Wildern in fremden Revieren verstanden werden könnte. Soziale Kompetenzen spricht man eher der Linken, der SPD, den Grünen und sogar der CDU zu. Die Bürgerrechtspartei der Stunde ist in den Augen der Meisten Wähler derzeit Die Grünen, auch wenn die Urheber vieler heute grüner Gedanken einst mal aus der FDP stammten. Die Freiheit als Grundrecht schreibt sich jede demokratische Partei ins Grundbuch. Dort wird es schwer Reibungen zu schaffen an denen sich die FDP profilieren können wird.
Vielleicht war es auch gar nicht die programmatische Verengung, die der FDP zum Verhängnis wurde. Mit ihrer klaren Positionierung als Mittelstands- und Freiberuflerpartei, mit dem Hauptziel das Steuerland Deutschland zu reformieren hat sie doch ein gerüttelt Maß an Zustimmung bei der letzten Bundestagswahl erhalten. Wenn schon nicht weniger Steuern, so hätte dann doch wenigstens eine gnadenlose Vereinfachung der Partei gut zu Gesicht gestanden. Dass angesichts der Wirtschaftskrise und der Euro-Rettungspakete keine Steuergeschenke möglich sind und waren hätten viele der FDP wahrscheinlich verziehen, aber dass jedoch dem wieder und wieder runtergespulten Slogan des „Einfacheren, niedrigeren und gerechteren Steuersystems” gleich gar keine Initiative folgte, wird der Wähler der Partei auch nach Westerwelle nicht so leicht verzeihen.
Wenn ich als Unverdächtiger der FDP einen Rat erteilen sollte, würde ich ihr raten im ersten Schritt alle einlösbaren Wahlversprechen anzugehen, um damit tatsächlich wieder Glaubwürdigkeit zu gewinnen und im zweiten Schritt ihre programmatische Basis wieder auszubauen.
Man hat die Partei schon einmal tot gesagt und sie ist wieder erstanden, ob und wie oft ihr aber diese Lazarusrolle noch gelingt steht nicht geschrieben.
Peter Brandt
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Die Auswirkungen Fukushimas haben nun, den Aussagen vieler Politiker hierzulande nach, doch unser schönes Deutschland erreicht. In Baden-Württemberg wurde gar eine Ära begraben. Der zurückliegende Wahlsonntag hat der Union und der FDP ein Waterloo und den Grünen einen Triumphzug beschert. Wer hätte gedacht, dass die ehemaligen Latzhosenträger und Bundestagsgärtner einmal einen Ministerpräsidenten in einem Flächenland stellen? Das selbsternannte „bürgerliche” Lager hat die Schuld an dem Debakel noch am Wahlabend der Katastrophe in Japan angeheftet.
Dass die Umfragen spätestens seit der Debatte um Stuttgart 21(S21) nicht gerade rosig im „Ländle” für die CDU und FDP aussahen, lässt man nun gern hinten überkippen. Einen Teil der Stimmen werden die Grünen sicherlich den Bildern aus Japan verdanken, aber diese Erkenntnis so stehen lassen, hieße nur halb zu springen. Seit etlichen Jahren möchte eine Mehrheit in diesem Land aus der Kernenergie raus und viele Bürger scheinen trotz Moratorium den Parteien der Bundesregierung diesbezüglich einfach nicht mehr über den Weg zu trauen. Insbesondere für die FDP wird die Lage immer schwieriger. Das Profil der Liberalen ist seitdem die Realität ihre Steuerversprechen gefressen hat, bis auf den Gummi abgefahren. Vorbei scheinen die Zeiten, da diese Partei eine Größe in den Fragen der Bürgerrechte darstellte. Bei der Debatte um S21 fiel auch der letzte Grauschleier der die Bedeutungslosigkeit der FDP kaschierte ab. Es ist still geworden, um den Freiburger Kreis. Weder Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger, noch Bürgerrechtspfeiler wie Gerhart Baum scheinen in der Lage dieses Bild gerade zu rücken. Jung, dynamisch und erfolgreich setzt sich die FDP gerne ins Bild. Gesichter wie die von Lindner, Bahr, Rösler oder Koch-Merin gaben der Partei einen jugendlichen Anstrich. Das Problem aber ist, dass die FDP mit ihrer aktuellen Programmatik Klientelpolitik betreibt und sich bereits seit Jahren das Wasser von den Grünen in Sachen Bürgerrechte und Mitbestimmung abgraben lässt.
Und was ist mit der SPD und der Linken? Beide Parteien versuchen zwar seit einiger Zeit im Fahrwasser der grünen Energiepolitik mitzuschippern, aber der Wähler scheint das Original zu bevorzugen, weswegen die beiden an dieser Stelle keinen Punkt machen konnten. Die Stammwähler, die die SPD mit Hartz IV verjagt hat, scheinen (noch) nicht gewillt zu sein zu ihrer Partei zurückzukehren und die Linke konnte in den alten Bundesländern bisher noch keine etablieren. Immerhin besetzen SPD und Linke Themen, die sicherlich eines Tages wieder ins Zentrum des politischen Interesses rücken werden.
Um die Frage aus dem Titel aufzugreifen: Wer weiß? Derzeit haben wir ein Fünf-Parteien-System. Ohne in Extreme zu verfallen bedeutet dies, dass es immer schwerer wird sich politisch abzugrenzen. So wichtig Schnittmengen auch sind, so schwer machen sie es andererseits Profil zu wahren. Für die Linke wird der Existenzkampf leichter als für die FDP. Die SPD kann nicht so weit nach links driften, um die Linken einzufangen, sonst verliert sie zu viele Wähler der vermeintlich politischen Mitte. Der Linken droht am ehesten ein Ende durch Regierungsrealität, sollte sie eines Tages mal in Bundesverantwortung stehen.
Ob die FDP indes sich so weit neu erfinden kann bleibt abzuwarten. Für Rheinland-Pfalz jedenfalls, kann man aktuell die Titelfrage mit ja beantworten, ob dies nun Modell oder Ausnahme wird, wird sich zeigen.
Peter Brandt
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Die Welt sei eine andere seit Fukushima. Diesen Satz konnte man in den vergangenen Wochen mehrfach dem Äther entnehmen. Welche neue Erkenntnis unsere Kanzlerin ereilte, ihres Zeichens immerhin studierte Physikerin, vermag ich nicht zu sagen. Wenn der Erkenntnisgewinn aber tatsächlich die Energiewende beschleunigt, kann getrost der Mantel des Schweigens über dieser Frage ruhen.
Natürlich sind aber auch die „Relativierer” gleich mit auf dem Posten. Japan sei nicht Deutschland, natürlich wolle man aus der Kernenergie raus, nur wann und es gäbe auch Proteste beim Ausbau regenerativer Energien, insbesondere dank neuer Stromtrassen. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.
Gestern war auf Spiegel Online zu lesen, dass laut einem internen Papier die Offshore-Windparks deutlich schneller und mehr gefördert werden sollen. Allerdings monierte Spiegel Online, dass dies zu Lasten des Verbrauchers ginge. Nun, es war in Vergangenheit selten so, dass unsere Energieriesen einen Grund brauchten um mehr Rahm aus dem Volk zu melken, warum sollte es also in diesem Fall anders sein.
Neben den „Relativierern” stehen auch gleich die Bedenkenträger Gewehr bei Fuß. Wie soll man so viel Strom aus erneuerbaren Energien gewinnen, wie soll man den Strom speichern, und was das alles kostet…
Wenn man sich anguckt wie viel Geld weltweit zur Rettung der Finanzindustrie aufgewendet wurde und immer noch wird, erscheinen derlei Bedenken mindestens phantasielos. Wäre der Wille da, gäbe es auch die Wege:
Für die Stromgewinnung fielen mir ad hoc ein:
- Die eben genannten Windparks. Die Bundesregierung selber plant einen Ausbau, der bis 2020 10000 Megawatt bringen soll. So viel wie 7-8 Kernkraftwerke.
- Projekte, wie Desertec, sprich riesige Solarkraftwerke, die mittels auf 400°C aufgeheizten Öls Turbinen antreiben.
- Wasserkraftwerke, Gezeitenkraftwerke.
- Fotovoltaikanlagen könnten jedes nach Süden gerichtete Dach zieren.
- Förderung und Regulierung der Energieeffizienz.
- Internationaler Druck und deutlich mehr finanzielle Mittel für die Entwicklung von Fusionsreaktoren.
Auch für die Speicherung gibt es erfolgversprechende Ansätze:
- Pumpspeicherkraftwerke, die mit ungenutztem Strom nachts gefüllt werden und tagsüber durch das Ablassen des Wassers Energie zurückgeben können.
- Druckluftkavernen, die nach dem selben Prinzip arbeiten.
- Wärmespeicherung in Beton, oder anderen Werkstoffen.
- Strom zur Wasserstoffgewinnung oder zur Aufladung von Brennstoffzellen.
Sicherlich gibt es noch Hürden bei diesen Techniken zu nehmen, aber diese Hürden sind mit dem dieser Tage oft besungenen Restrisiko kaum zu vergleichen. Mich stimmen diese dauernden Ressentiments traurig, Dieser Lebensmotor Strom, ohne den ein Leben nach unseren Gewohnheiten kaum vorstellbar scheint, sollte allen Menschen zur Verfügung stehen. Wie wünschenswert wäre also z.B. ein Projekt wir Desertec, als Bindeglied zwischen den Nationen mit dem Ziel sauberen Strom für alle zu produzieren. Natürlich würde das Unsummen von mehreren Billionen verschlingen, aber Billionen hat auch die Bankenkrise verbrannt, und das ohne ein neues Energiezeitalter zu zementieren.
Es wird nicht alles sofort gehen, aber wenn man den Weg nicht einschlägt kommt das Ziel auch nicht näher. Und solange wir keinen Ausweichplaneten zum Leben haben, kann man einfach keine Rechnung aufmachen, die wirtschaftliches Kalkül auf der einen Seite und das Wohl unserer Mitmenschen und Nachkommen auf der anderen gegenüberstellt.
Peter Brandt
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Natürlich ist es unangemessen jetzt über deutsche Atompolitik zu sinnieren, während in Japan noch das Damoklesschwert eines radioaktiven Fallouts über den Köpfen der dortigen Bevölkerung schwebt. Auf der anderen Seite jedoch hat uns zuletzt die Finanzkrise gelehrt, dass Politik nur allzu oft getreu dem Motto „aus den Augen, aus dem Sinn” funktioniert. D.h. sind die Wogen erst mal geglättet folgen Worten meist nur mehr Worte, jedoch selten Taten. Zugegeben Deutschland ist nicht vergleichbar mit Japan, schwere Beben oder Tsunamis sind hier nicht zu erwarten, aber das ist nicht gleichbedeutend ein Beweis, dass nicht auch hier unvorhersehbare Ereignisse eintreten könnten. Die Abkürzung GAU heißt nicht umsonst „größter anzunehmender Unfall”, wobei dem Wort „anzunehmender” besondere Aufmerksamkeit zu schenken ist. Die japanischen Betreiber sind diesem Konzept ebenfalls gefolgt, mehr noch die Kraftwerke sollten auch Beben mit bis zu 8.2 Punkten auf der nach oben offenen Richterskala standhalten. Nur hatte das letzte Beben nicht nur eine Stärke von 8,9, sondern wurde auch zeitnah von einem Tsunami begleitet. Es gibt also Situationen, die die Phantasie der Planer übertreffen, einen Schutz vor einem GNAU ( größter nicht anzunehmender Unfall ) kann niemand gewährleisten.
Neben den Problemen mit den Überbleibseln bei der Energiegewinnung in Kernkraftwerken über die wir bereits vor einiger Zeit geschrieben haben, ist der Sicherheitsaspekt das zweite K.O. Argument. Seit der drohenden Katastrophe in Japan waren in Straßenbefragungen, aber auch in Internetforen häufig Fragen wie „Warum schalten die die Dinger nicht einfach ab?” zu hören. Genau das sollte übrigens in Japan auch passieren. Die Reaktoren sollten bei Erdbeben herunterfahren. Nur zeigen diese Fragen, dass das Bild von der Technik in einem AKW, oder richtigerweise KKW, gerade zu rücken ist.
Wie funktioniert die Stromgewinnung in einem KKW?
Ein Kernkraftwerk produziert Strom durch Dampfturbinen, der Reaktor selber liefert dabei die nötige Wärme um das Wasser aufzuheizen und somit den Dampf zu produzieren. Innerhalb des Reaktors findet eine induzierte Kernspaltung statt. Durch das einbringen von Neutronen in den Kern wird ein schwerer Atomkern wie Uran 235 in leichtere Kerne, die Spaltprodukte, gespalten. Dabei wird Bindungsenergie frei. Da diese sich aber nicht ausdehnen kann entsteht Hitze. Bei der Spaltung werden aber auch wiederum Neutronen freigesetzt, diese sorgen dafür, dass der Prozess in Gang bleibt, eine Kettenreaktion.
Die Brennelemente werden dabei unvorstellbar heiß. Ohne ausreichende Kühlung erreicht die Temperatur mehrere Tausend Grad und würde den Kern schmelzen lassen. Selbst die ausgedienten Elemente in den Castorbehältern bleiben noch Jahre Hunderte Grad warm.
Das Problem der Abschaltung
Obwohl ein KKW lediglich ein Dampfturbinenkraftwerk ist, so wie ein Kohlekraftwerk auch, kann man es nicht einfach abschalten. Bei einem Kraftwerk mit fossilen Brennstoffen reicht es die Zufuhr an Brennstoff zu stoppen, der Kessel würde erkalten und das Kraftwerk quasi von selber einschlafen. In einem Atomreaktor sieht das freilich anders aus. Wie der eben bereits erwähnte Begriff „Kettenreaktion” vermuten lässt, kann man einen solchen Prozess nicht so einfach stoppen. Wenn ein solcher Kern heruntergefahren wird, werden so genannte Kontrollstäbe in das Element gefahren, diese sollen freie Neutronen einfangen und den Prozess verlangsamen. Ein komplettes Einfahren dieser Stäbe soll dann den Prozess der induzierten Spaltung zum erliegen bringen. Das bedeutet aber nicht, dass der Stab dann gemütlich erkaltet. Im Kern findet weiterhin ein radioaktiver Zerfall statt und die harmlos klingende Nachzerfallswärme reicht immer noch aus, den Kern zu schmelzen. Die Kühlsystem müssen also auch in einem solchen Szenario weiter funktionieren.
Selbst diese grobe Schilderung verdeutlicht mit welcher Technik sich der Mensch hier anlegt. Es geht hier um Abläufe, deren Kontrolle sich dem Menschen entzieht. Zusammenfassend klingt das dann so: Wir spielen mit einer Technik, die wir weder einfach abschalten, noch beherrschen können, mit Risiken, die abertausend Menschen über einen langen Zeitraum zu schädigen, wenn nicht sogar zu töten vermögen und die obendrein Abfälle produziert die ganze Regionen über 20000 Generationen gefährden.
Dies ist nicht erst seit dem Beben in Japan, eine Brücke, deren Ende mir mitten über einer bodenlosen Schlucht zu schweben scheint.
Peter Brandt
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 Foto: SaarKurier
dann erfreuen sie halt unser Herz, statt unseren Gaumen. So manchem Tier mag durch den Kopf gehen, dass gegessen zu werden doch nicht der schlechteste Weg ist, sein Leben zu beenden und blickt vielleicht neidisch auf die Kollegen in der zu schlachtenden Zunft. Wenigstens ein Schrecken mit Ende. Was Tiere jedoch erdulden müssen, die unseren tristen Alltag aufpeppen sollen, ist zum Teil haarsträubend und zeigt nebenbei auch, welchen Wert wir dem Tier und seiner Würde als Lebewesen tatsächlich zugestehen.
Im Rheinland geht gerade die 5.Jahreszeit zu Ende und die Festwagen der großen und kleinen Umzüge werden ins Depot gebracht. Doch neben den lustigen Wagen gehören die Reiterstaffeln fest zum Erscheinungsbild der Züge. Wer aber nun an aufrecht stolzierende Araberhengste denkt, die scheinbar dem Takt der Musik folgen, wird meist häufig eines Besseren belehrt. So wurden die Pferde unseres örtlichen Zuges im Schneckentempo am Zügel geführt, die Zungen hingen weit aus dem Maul und wurden lediglich von den trägen Lidern überholt. Auf den Pferden saßen lustige Jecke, oft wie ein Sack Hafer, sprich ohne Reitkenntnisse. Es ist Gang und Gebe, wenn nicht sogar Pflicht, Pferde für solche Anlässe ruhig zu spritzen, wenn man die Tiere aber halb bewusstlos machen muss, damit sie ein solches Ereignis überhaupt überstehen, dann wurden die Tiere einfach nicht ausreichend vorbereitet, oder sind von Ihrem Wesen her schlicht nicht dafür geeignet.
Zugegebenermaßen ich kann es partout nicht leiden, wenn Tiere sich durch die Arten hinweg für den Menschen zum Affen machen sollen. Das gilt für klatschende Seehunde, hopsende Delphine und insbesondere für Raubtierdressuren, geht aber in Ordnung, solange die Haltung der Tiere korrekt ist, und die Show dem Tier kein Leid zufügt. Vielen Zoos bleibt natürlich auch kaum etwas anderes übrig, als z.B. eine Seehunddressur auf die Beine zu stellen, weil der Besucher Attraktionen erwartet. Und wenn die Tiere nur durch ein paar extra Portionen Fisch verführt werden, sei es drum.
Aber schauen Sie sich einen Tanzbären an, der wiegt sich nicht im Rhythmus sondern gibt dem Schmerz nach, den ihm der Ring in seiner Nase zufügt. Oder nehmen Sie Tiere, die eingefangen werden, um dann in Gehegen von tapferen Weidmännern erlegt zu werden. Und wem das nicht widerlich genug ist, der schaut einen Stierkampf oder Rodeo. Bei ersterem wird ein Tier solange mit Säbeln traktiert, bis der Held der Arena es schließlich gefahrlos erlegen kann, bei zweitem werden den Tieren die Hoden mit Lederriemen abgeschnürt, damit sie auch ja hübsch zu buckeln anfangen.
Es gäbe noch zahlreiche weitere Beispiele, im Kern haben sie aber alle gemein, dass Tiere scheinbar dann am unterhaltsamsten für den Menschen sind, wenn sie sich wider ihrer Art, oder noch besser ähnlich uns Menschen benehmen. Und wem eine liebevolle Dressur zu anstrengend ist, der greift dann halt zu Stock, Spritze oder Peitsche. Ist hier auch erlaubt was gefällt? Der Zuschauer hat es letztlich, wie immer, in der Hand…
Peter Brandt
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Kaum ein Zitat wird und wurde zu den passendsten wie unpassendsten Gelegenheiten derart oft benutzt, wie das des „First men on the moon”, Neil Armstrong: „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Schritt für die Menschheit.” Selbst, die, die wie ich das Ereignis der ersten Mondlandung nicht selber miterlebt haben, sind und waren ergriffen von den Bildern der ersten Menschen auf einem anderen Himmelskörper, als der Erde. Und frei nach Prof. Harald Lesch: „Glauben Sie mir, die Amerikaner waren wirklich auf dem Mond”.
Es folgten mehrere mehr oder minder erfolgreiche Apollo Missionen bis 1975 und dann brach 1981, so dachten zumindest viele, ein neues Weltraumfahrtzeitalter an. Ein wiederverwendbarer Gleiter, gepaart mit zwei Feststoffraketen für den initialen Start und einem großen Tank, das Space Shuttle, wurde zum Inbegriff der bemannten Raumfahrt.
Leider stand das Projekt aber in mancherlei Hinsicht unter keinem guten Stern. Das Ziel des Shuttle Programms war in Zukunft Güter in den Orbit zu verbringen für gerade mal 200$ pro Kilo. Leider blieben die Kosten bei rund 16000$ je Kilo hängen[ Quelle: Wikipedia ]. Viel schlimmer jedoch für das Programm im Ganzen waren die Katastrophen der Challenger im Jahr 1986, die beim Start erdnah explodierte und der Columbia, die 2003 beim Wiedereintritt zerbarst. Die horrenden Kosten des Programms gepaart mit den tragischen Todesfällen aller an beiden Missionen beteiligten Insassen der Raumgleiter, nahm die Zustimmung sowohl seitens der US-Regierung, als auch in der Bevölkerung rasant ab.
Nun sind die Tage der letzten Shuttle gezählt. Die Discovery hatte ihren letzten Start am 24.02.11, die Endeavour soll am 19.April und die Atlantis am 28 Juni, das letzte Mal gen Himmel steigen. Dann sind die Russischen Sojus Kapseln das letzte verfügbare System in der bemannten Raumfahrt, um zum Beispiel Nachschub und Personal zur ISS zu transportieren. Die NASA besiegelte das Ende des Programms, da sie sowohl ganze Shutte für unter 30Millionen Euro, und Ersatzteile sogar kostenfrei, verramscht,
Fast alle Nachfolgekonzepte, von X33 bis Constellation wurden gestoppt. Letzteres erst vor gut einem Jahr. Der Erstflug der Amerikaner zum Mars rückt damit vorerst in weite Ferne, da das Constellation Programm ein wichtiger Grundstein für die Mars Missionen war.
Auch Projekte der ESA, wie der Hermes Gleiter, der an der Spitze einer Ariane Rakete in den Orbit gelangen sollte wurden beendet. Die Hoffnungen der bemannten Raumfahrt liegen nun auf Indien und China. China plant nicht nur Menschen ins All zu bringen, sondern auch eine Mondbasis errichten. Pläne für Mars Missionen gibt es zwar auch bei der ESA und subtil auch bei der NASA. Da aber der die Musik bestimmt, der sie bezahlt, deshalb sind die Vorhaben noch mit Vorsicht zu genießen. Bei China hingegen würde es mich nicht wundern, wenn wir noch vor 2030 ein rotes Häuschen auf unserem Trabanten mit dem Teleskop entdecken würden.
Warum aber überhaupt dieser Nachruf, wozu melancholische Gefühle, bei der Abdeckung eines Milliardengrabs? Nun zunächst einmal haben Sputniks Erben unsere Telekommunikation revolutioniert. Und wir werden wahrscheinlich auch in Zukunft immer wieder neue Satelliten in die Erdumlaufbahn bringen müssen, auch wenn dafür Systeme wie die Europäische Ariane5 ausreichen, also Systeme, die keine Astronauten transportieren müssen bzw. können. Warum also dann auch bemannte Raumfahrt? Weil das dem Wesen des Menschen entspricht. Stellen Sie sich die Welt vor, ohne die wagemutigen Entdecker der Geschichte. Weder die höchsten Berge, noch die Meere, von den Polen und der Tiefsee ganz zu schweigen, wären mit einem solchen Bewusstsein entdeckt, erklommen, vermessen und verstanden worden. Den Menschen lockt die Ferne und der Weltraum hat uns viel zu erzählen, nicht nur über sich, sondern auch über uns selbst, unser Selbstverständnis und unseren Platz.
Und solange wir endlose Milliarden in die unterschiedlichsten Methoden stecken, um unseren Mitmenschen das Licht auszublasen, sind die Kosten als Grund für die Aufgabe solcher Programme inakzeptabel.
Peter Brandt
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Für die amtierenden Machthaber im nahen Osten mutet der Keim der Freiheit, der in Tunesien gesät wurde, langsam zu einem pandemischen Virus zu werden. System um System wird vom „Wind of change” zerstoben. Das Libysche Staatsoberhaupt, der selbsternannte Revolutionsführer Gaddafi, scheint wie kein zweiter bisher gegen das Aufbegehren der eigenen Bevölkerung angehen zu wollen. Von 150 Toten und unzähligen Verletzen alleine am Montag ist die Rede. Mit Kampfjets und Scharfschützen soll das Regime gegen die Demonstranten vorgegangen sein. Die wenigen Bilder, die aus Tripolis nach außen drangen, lassen Fassungslosigkeit und Ekel zurück.
Unweigerlich kriechen Erinnerungen an Formulierungen wie „Die Achse des Bösen” und „Schurkenstaaten” zurück ins Bewusstsein. Aber Moment? Den jüngsten Einschätzungen nach gehörte Libyen gar nicht mehr dazu, ebenso wie der Jemen und Ägypten, Tunesien und Jordanien schon gar nicht. Wir lernen, Schurkenstaaten werden nicht von Schurken regiert, sondern durch die US-Regierung gecastet. Der Umgang mit der Landesbevölkerung spielt dabei übrigens keine Rolle, zumindest nicht bis ein Land, durch Krieg, von dem Regime befreit werden soll.
Man braucht nicht lange zu suchen, um sowohl Gaddafi, Mubarak, und sogar Saddam Hussein in freundschaftlicher Pose mit den höchsten Diplomaten westlicher Länder zu finden. Was kennzeichnet also einen Schurkenstaat? Ein solcher Staat hat Bodenschätze und möchte darüber frei verfügen, bildet Terroristen aus, oder ist ein Feind Israels. Bis auf die Sache mit den Bodenschätzen könnte man das vielleicht sogar unterschreiben, aber drehen wir das zum Spaß doch einmal um. Ein guter Staat ist demzufolge einer, der keine Bodenschätze hat, oder diese im Sinne der westlichen Länder vertreibt, bildet keine Terroristen aus, und lässt Israel in Frieden. Folterung, Wahlrecht, Frauenrechte und Menschenrechte kommen in dieser Betrachtung dann wohl einfach nicht vor.
Das führt dann zu so unfreiwillig komischen Momenten, wie kurz nach dem Abdanken Mubaraks, als Bundeskanzlerin Merkel dem Ägyptischen Volk gratulierte und Kanal auf und ab das noch frische Westerwelle-Zitat den Äther zierte, in dem er Mubarak als weisen Freund Deutschlands titulierte. Und unsere Regierung war diesbezüglich kein Einzelfall.
Natürlich sei das Thema Menschenrechte stets besprochen worden, wird man später sicherlich skandieren, und das mag sogar sein, aber eingefordert wurden selbige dennoch nicht.
„Quo vadis”, naher Osten, fragen sich nun die westlichen Demokratien. Werden wir in Zukunft pseudo- theokratische Staaten, wie den Iran, oder eher gemäßigte Demokratien mit islamischen Wurzeln, wie die Türkei bekommen? Man hatte sich doch eigentlich mit den Diktatoren, südlich des Bosporus, ganz gut eingerichtet und kam, wenn auch nur unter der Hand, gut damit klar, dass der vermeidliche Frieden in der Region, über die Unterdrückung der ansässigen Menschen erkauft wurde.
Es bleibt aber dennoch zu hoffen, dass die friedlichen Aufstände in ebenso friedlichen Systemen münden, und die Lebensverhältnisse sich spürbar bessern. Unseren Regierenden sei für die Zukunft vielleicht angeraten, sich nur mir Leuten ins Bett zu legen, neben denen man auch aufwachen möchte.
Peter Brandt
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Wieder einmal trällern und hopsen tausende von jungen Leuten vor dem singenden Betriebswirt herum, um unserem Land den nächsten Superstar aus dem Steiß zu pressen. Die Mischung aus Zirkus, „Pleiten, Pech und Pannen” und Dieters Talentschuppen fesselt auch dieses Jahr Millionen an die Mattscheiben und wird, das darf man prognostizieren, wieder in einer von den Jungbarden vorgetragenen Hymne aus des Meisters eigener Feder gipfeln. Drei Monate später ist diese Hymne dann vergessen, und weitere drei Monate später wahrscheinlich sogar deren Interpret. Wir haben uns eine Kultur bescheren lassen, deren Werke und Künstler ein knapperes Verfallsdatum, als eine Salami haben. Ein Wandel mit vielen Verlierern.
Es geht nicht um den Musikstil, oder einen Generationenkonflikt. Wenn Sie schon ein paar Tage älter sind, erinnern Sie sich vielleicht noch manchmal an Ihre eigene „Gute alte Zeit”. Diese Zeit hat eine Farbe, einen Geruch und einen Klang. Egal ob Beatles, Elvis, Stones, Zappa, Clapton, Sex Pistols, Bowie, Sinatra, Lindenberg, U2 oder wer diesen Klang auch immer beigesteuert hat, diese Songs und Persönlichkeiten vergisst man nie. Neben den Songs gaben Sie der Jugend eine Stimme, ein Lebensgefühl, ein Idol und oft auch eine Meinung. Sie waren teil des Zeitgeistes und die Musik dessen Zeugnis. Natürlich gibt es diesen Musikertypus noch, aber das sagten die Engel vor 66 Millionen Jahren auch von den Sauriern.
Dieser Umschwung begann in den 80ern mit Produzenten wie „Stock, Aitken and Waterman”, oder auch Frank Farian und Micheal Cretu. Clevere Geschäftsleute, die begonnen haben Musik nach reinen Marketingstrategien zu zerlegen. Wie eine Tütensuppe wurde ein Song komponiert und mit einem hübschen Gesicht dann zu Markte getragen. Immer mehr Musiker wurden gecastet und durchproduziert. Als dann die Boygroups auf den Plan traten, sangen viele schon der Rock-Musik ihren Abgesang. Dieses Bandsterben wurde dann durch den Erfolg von Nirvana leicht gebrochen, führte aber keineswegs zum Untergang des Konzepts. Der bisherige Gipfel dieser Entwicklung sind die Casting-Shows, wie ja eingangs bereits erwähnt.
Gibt der Erfolg nicht den Bohlens dieser Welt Recht? Nun, selbst Bohlen selber hat dies in häufig in Interviews so zu verkaufen versucht. Er habe X Millionen Tonträger verkauft und N Millionen verdient. Na und? Durch diese Produzenten ist aus der Kunstform Musik ein Produkt geworden. Convenience Futter für die Ohren. Schmeckt nicht wirklich, ist auch nicht allzu gesund, aber geht schnell und macht satt. An was sollen sich Menschen erinnern, deren Zeitgeist in Staffeln wechselt? Kunst ohne Reibungspunkte, ohne Protest ohne Mut sich oder das Publikum an eine Grenze zu führen. Statt dessen klebrige, süße Lutscherrethorik.
Die größte Crux an der Sache ist, dass dieses System selber munter weiter Richtung Richtblock wandert. Seit der Konsument nämlich das Internet entdeckt hat, und mehr noch, seit er bemerkt hat, dass diese Kunstform keinen bleibenden Wert hat, begann er sich mit diesem Wegwerfprodukt frei nach Gusto einzudecken. Dazu kommt dann noch die mangelnde Haptik digitaler Werke und fertig ist der Supergau. Schätze ich hingegen einen Künstler, möchte ich vielleicht auch mehr von eben diesem Künstler sehen, hören, lesen und möchte auch nicht mit meinem Gewissen hadern, genau diesen beklaut zu haben.
Um damit dann auch die eben von mir gestellte Frage zu beantworten: Nein, der Erfolg gibt ihm nicht Recht. Das tut Erfolg übrigens nie. Rufen Sie sich mal kurz ins Gedächtnis wie viele gemeinhin als inhuman geltende Praktiken Erfolg haben, und jeder halbwegs vernünftige Mensch versucht schon gar nicht mehr eine solche Rechnung aufzustellen. Jede Jugend hat ein Recht auf ihre Zappas, Johnny Rottens und Nina Hagens, und nicht nur auf dutzendweise Kens und Barbies mit Aufziehfeder im Allerwertesten.
Vielleicht heilt die Zeit ja diesen Umstand, man soll die Hoffnung bekanntlich nie aufgeben.
Peter Brandt
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Alles hat ja bekanntlich ein Ende, so auch unsere Artikelreihe über freie Software. Wer aber getreu dem Titel sein Softwarearsenal umstellen möchte, sollte sich diesen Teil hier keinesfalls entgehen lassen. Auch wenn das Gros der heutigen Programme keine bunten oder lauten Ergebnisse liefert, sondern eher vornehm im Hintergrund werkelt. Im Hintergrund, ist dann auch gleich das Stichwort für das erste Programm, obwohl Untergrund an dieser Stelle gleichwohl noch besser passen würde.
Virtualbox
Vitrualbox ist eine ehemals kommerzielle, mittlerweile freie Virtualisierungsumgebung. Wenn Sie mit diesem Begriff nichts anfangen können, unter Virtualisierung versteht man die virtuelle Kapselung eines kompletten Betriebssystems innerhalb eines Betriebssystems. Ein Beispiel: Sie möchten Software aus zweifelhaften Quellen oder von zweifelhafter Qualität ausprobieren, dabei aber nicht riskieren, dass Ihr mühsam eingerichteter Arbeitsplatz Schaden nimmt. Dazu richten Sie sich zunächst Virtualbox ein. Innerhalb die künstlichen Umgebung installieren Sie z.B. ein weiteres Windows, oder auch Linux, ganz nach Gusto. Dieses Kindsystem läuft nun abgeschottet innerhalb eines eigenen Dateisystem. D.h. Sie verfügen nun über eine Art Testsystem auf Ihrem Rechner, das sich ohne Aufwand und Eingriff in Ihr eigentliches Betriebssystem wieder entfernen lässt.
Die Kindsysteme laufen zwar naturgemäß etwas langsamer, als ein auf üblichem Wege installiertes System, aber dennoch gibt es kaum ein anderes Verfahren, um so sicher und einfach andere Programme oder gar ganze Betriebssysteme zu testen.
URL: http://www.virtualbox.org/
AndLinux
Ein ähnliches Konzept wie Virtualbox verfolgt andLinux. Nur ist das Ziel von andLinux ein anderes. Nämlich das Ausführen von Linux-Programmen unter Windows. AndLinux bringt dazu auch tatsächlich ein virtualisiertes Linux mit, ohne dies aber als Betriebssystem in den Vordergrund zu stellen. Im günstigsten Fall sollten sich von Ihnen eingespielte Linux-Programme damit fast so einfach starten und nutzen lassen, als wären es native Windows Anwendungen. Wenn Sie also Programme kennen, oder finden, für die es keinen Windows Port gibt, lohnt sich ein Blick auf andLinux
URL: http://www.andlinux.org/
Mozilla
Eigentlich kaum noch erwähnenswert die Programme der Mozilla Foundation, namentlich Firefox und Thunderbird. Firefox, der Webbrowser braucht wohl kaum noch weiter vorgestellt zu werden. Thunderbird, der Emailclient, eventuell schon.
Vielleicht haben Sie nach dem Lesen des ersten Artikels dieser kleinen Reihe gefragt, wo das Outlook Pedant für oder in OpenOffice zu finden sein mag. Thunderbird mag die Antwort auf diese Frage sein. Insbesondere wenn Sie Thunderbird, die ebenfalls freie Erweiterung Lightning spendieren, die diesen um fehlende Kalender und Terminfunktionen erweitert.
Für Web-Entwickler führt übrigens kein Weg an Firefox vorbei. Erweiterungen wie Firebug, Wappalyzer, Colozilla, Developer Toolbar und Chatzilla machen Firefox zum Schweizer Armeemesser für Seitenbastler.
URL: http://www.mozilla-europe.org/de/
Diverses
Zu guter Letzt als Schmankerl sozusagen, eine Liste mit Programmen, die man wirklich als Helferlein bezichnen kann. Auf lange Beschreibungen haben wir dabei verzichtet, auch ist nicht jedes dieser Programme quelloffen, aber frei und nützlich, sind sie dennoch.
FileZilla
Komfortabler FTP-Client zum übertragen von Daten auf entfernte Rechner (Server).
URL: http://filezilla-project.org/
VLC Mediaplayer
Video und Musikplayer mit umfangreichen Netzwerkfähigkeiten.
URL: http://www.videolan.org/vlc/
Deskpin
Kleines Tool, das es Ihnen ermöglicht, das Fester einer Anwendungen im Vordergrund zu halten.
URL: http://users.forthnet.gr/pat/efotinis/programs/deskpins.html
Notepad++
Ungemein nützlicher und erweiterbarer Texteditor, mit Syntaxhervorhebung für etliche Textdateitypen.
URL: http://notepad-plus-plus.org/
MozBackup
Hilft Mozilla Profile von einem Rechner auf einen anderen zu übertragen, oder auch einfach nur Sicherungen anzulegen.
URL: http://www.mozbackup.de/
7Zip
Freier Packer und Entpacker, der neben .zip und .rar Dateien gut rund 20 andere Formate erkennt.
URL: http://www.7-zip.org/
Bacula
Open Source Backuplösung für Einzel-PC wie für gesamte Netzwerke.
URL: http://www.bacula.org/de/
Diese Liste erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, zu vielfältig sind die Einsatzgebiete eines PC und zu vielschichtig das Angebot an Software. Aber eins dürfte diese Reihe gezeigt haben. Egal was Sie mit Ihrem PC vorhaben, die Open Source Gemeinde hat fast für jeden etwas im Angebot, ein bisschen stöbern lohnt in jedem Fall.
Das Werkzeug liegt bereit, jetzt sind Sie an der Reihe.
Peter Brandt
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Auch wenn ganz Persien im Umbruch ist, wir setzen dennoch erst einmal unseren kleinen Open Source Exkurs fort. Versprochen ist versprochen und nebenbei scheint es uns nicht so, dass eben besagtes Thema zu wenig im Lichte der Öffentlichkeit steht.
Letzte Woche haben wir neben ganz Grundsätzlichem, die wichtigsten Programme für Büro und Bildbearbeitung angesprochen, diesmal wird es etwas spezieller, es dreht sich nämlich um bewegte Bilder, Ton und Software-Entwickler.
Gleich zu Beginn die schlechte Nachricht. Einen Audio-Sequencer, also ein Programm zum aufnehmen, mischen und mastern eigener Musik, der es mit den Branchengrößen Cubase oder Logic aufnehmen kann, gibt es bisher nicht. Deshalb gibt es auch keine konkrete Empfehlung in diesem Bereich. Unter http://en.wikipedia.org/wiki/Music_sequencer#Free.2FOpen_Source finden Sie eine Liste der verfügbaren Open Source Sequencer, und nicht allzu anspruchsvolle Amateuere, mag auch das eine oder andere Tool genügen, Profis hingegen kaum.
Audacity
Möchten Sie hingegen Audiodateien oder Samples bearbeiten liefert Audacity erstaunlich gute Dienste. Zwar kann auch dieses nicht mit einem Schwergewicht wie Wavelab konkurrieren, aber nichtsdestotrotz bietet es gerade in Zusammenarbeit mit einem guten Sequencer einen Satz sehr nützlicher Werkzeuge. Zugegeben, die Oberfläche wirkt etwas altbacken, aber alles in allem ein absolut einsetzbares Programm.
URL: http://audacity.sourceforge.net/?lang=de
KVRaudio
Keine Software, sondern eine Seite verbirgt sich hinter diesem Namen. Und auf dieser finden Sie wohl die am besten bestückte Datenbank für Musiksoftware, Sounds und Plugins, netzweit. Sollten Sie also bereits eine Basisausstattung an Musiksoftware haben, sollten Sie die Suchfunktion dieser Seite unbedingt einmal auf Perlen an kostenlosen Erweiterungen abklopfen. Wenn auch wie erwähnt die großen Sequencer nach wie vor teurer sind, einige hervorragende Effekte, Instrumente etc. sind dennoch als OS veröffentlicht worden.
URL: http://www.kvraudio.com/
Lightworks
Bis vor wenigen Monden, schien es als wäre das Feld der Videoeditoren ähnlich dünn besiedelt, wie das der Audiosequencer. Dann aber war ein kleiner Paukenschlag, als bekannt wurde, dass Lightworks als OS veröffentlicht werden soll. Ein Programm, durch das schon so mancher große Hollywoodstreifen geschnitten wurde. Bisher gibt es zwar nur eine Beta-Fassung, aber selbst diese, schlägt die Konkurrenz um Längen. Selbst Nutzer von Premiere werden wenig bis gar nichts vermissen, und die Bedienung ist für ein solch komplexes Programm beinahe intuitiv.
URL: http://www.lightworksbeta.com
Eclipse
Ich bin so viele, würde Eclipse sich wahrscheinlich selber beschreiben. Und es täte recht. Eclipse ist eine Integrierte Entwicklungsumgebung, im englischen IDE abgekürzt. Also ein Programm, mit dem Programme entwickelt werden. Dabei stehen dem Entwickler unzählige Helfer zur Vervollständigung, Fehlersuche, Dokumentation, Veröffentlichung und so weiter und so fort zur Verfügung. Und das für beinahe jede Sprache, die Computer beherrschen. Angefangen bei JAVA, der Eclipse Muttersprache, über Scriptsprachen wie PHP, Python, Javascript u.v.a. bis hin zu Compilersprachen wie c++. Zu Eclipse gib es etliche freie wie kommerzielle Zweige (Forks), kurz gesagt kaum ein Entwickler kommt im Laufe der Zeit an Eclipse vorbei.
URL: http://www.eclipse.org/
Shops, CMS, und mehr
Neben den Anwendungen für das heimische Büro, gibt es aber auch Software, die auf Servern eingesetzt die Basis für so manche bekannte Internetapplikation dient.
Dazu gehören die Blog Software Wordpress, das CMS Typo3 und z.B. die Shopsoftware Magento. Diese Liste ließe sich problemlos um 20 - 30 Einträge verlängern. Wichtig ist nur, dass Sie sich gerade bei diesen Systemen bewusst sind, dass sie höchstwahrscheinlich einen Dienstleister brauchen, um aus einem dieser System eine Firmenseite zu erstellen. Mag man mit etwas Elan noch einen privaten Blog mit Wordpress zusammengeklickt bekommen, so hört das bei Typo3 bzw. Magento definitiv auf. Selbes gilt für die Wartung einer solchen Seite. Dass aber Größen wie Vodaphone, Bauhaus, Versatel, Zalando, Jack Wolfskin oder adidas auf solche Lösungen setzen, zeigt das Potential, das in der Basissoftware schlummert.
Im dritten und letzen Teil nächste Woche, zeigen wir Ihnen unverzichtbare Helferlein, die ihren PC-Alltag um einige Funktionen, bzw. einigen Komfort bereichern.
Fröhliches Ausprobieren
Peter Brandt
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