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Wieder einmal trällern und hopsen tausende von jungen Leuten vor dem singenden Betriebswirt herum, um unserem Land den nächsten Superstar aus dem Steiß zu pressen. Die Mischung aus Zirkus, „Pleiten, Pech und Pannen” und Dieters Talentschuppen fesselt auch dieses Jahr Millionen an die Mattscheiben und wird, das darf man prognostizieren, wieder in einer von den Jungbarden vorgetragenen Hymne aus des Meisters eigener Feder gipfeln. Drei Monate später ist diese Hymne dann vergessen, und weitere drei Monate später wahrscheinlich sogar deren Interpret. Wir haben uns eine Kultur bescheren lassen, deren Werke und Künstler ein knapperes Verfallsdatum, als eine Salami haben. Ein Wandel mit vielen Verlierern.
Es geht nicht um den Musikstil, oder einen Generationenkonflikt. Wenn Sie schon ein paar Tage älter sind, erinnern Sie sich vielleicht noch manchmal an Ihre eigene „Gute alte Zeit”. Diese Zeit hat eine Farbe, einen Geruch und einen Klang. Egal ob Beatles, Elvis, Stones, Zappa, Clapton, Sex Pistols, Bowie, Sinatra, Lindenberg, U2 oder wer diesen Klang auch immer beigesteuert hat, diese Songs und Persönlichkeiten vergisst man nie. Neben den Songs gaben Sie der Jugend eine Stimme, ein Lebensgefühl, ein Idol und oft auch eine Meinung. Sie waren teil des Zeitgeistes und die Musik dessen Zeugnis. Natürlich gibt es diesen Musikertypus noch, aber das sagten die Engel vor 66 Millionen Jahren auch von den Sauriern.
Dieser Umschwung begann in den 80ern mit Produzenten wie „Stock, Aitken and Waterman”, oder auch Frank Farian und Micheal Cretu. Clevere Geschäftsleute, die begonnen haben Musik nach reinen Marketingstrategien zu zerlegen. Wie eine Tütensuppe wurde ein Song komponiert und mit einem hübschen Gesicht dann zu Markte getragen. Immer mehr Musiker wurden gecastet und durchproduziert. Als dann die Boygroups auf den Plan traten, sangen viele schon der Rock-Musik ihren Abgesang. Dieses Bandsterben wurde dann durch den Erfolg von Nirvana leicht gebrochen, führte aber keineswegs zum Untergang des Konzepts. Der bisherige Gipfel dieser Entwicklung sind die Casting-Shows, wie ja eingangs bereits erwähnt.
Gibt der Erfolg nicht den Bohlens dieser Welt Recht? Nun, selbst Bohlen selber hat dies in häufig in Interviews so zu verkaufen versucht. Er habe X Millionen Tonträger verkauft und N Millionen verdient. Na und? Durch diese Produzenten ist aus der Kunstform Musik ein Produkt geworden. Convenience Futter für die Ohren. Schmeckt nicht wirklich, ist auch nicht allzu gesund, aber geht schnell und macht satt. An was sollen sich Menschen erinnern, deren Zeitgeist in Staffeln wechselt? Kunst ohne Reibungspunkte, ohne Protest ohne Mut sich oder das Publikum an eine Grenze zu führen. Statt dessen klebrige, süße Lutscherrethorik.
Die größte Crux an der Sache ist, dass dieses System selber munter weiter Richtung Richtblock wandert. Seit der Konsument nämlich das Internet entdeckt hat, und mehr noch, seit er bemerkt hat, dass diese Kunstform keinen bleibenden Wert hat, begann er sich mit diesem Wegwerfprodukt frei nach Gusto einzudecken. Dazu kommt dann noch die mangelnde Haptik digitaler Werke und fertig ist der Supergau. Schätze ich hingegen einen Künstler, möchte ich vielleicht auch mehr von eben diesem Künstler sehen, hören, lesen und möchte auch nicht mit meinem Gewissen hadern, genau diesen beklaut zu haben.
Um damit dann auch die eben von mir gestellte Frage zu beantworten: Nein, der Erfolg gibt ihm nicht Recht. Das tut Erfolg übrigens nie. Rufen Sie sich mal kurz ins Gedächtnis wie viele gemeinhin als inhuman geltende Praktiken Erfolg haben, und jeder halbwegs vernünftige Mensch versucht schon gar nicht mehr eine solche Rechnung aufzustellen. Jede Jugend hat ein Recht auf ihre Zappas, Johnny Rottens und Nina Hagens, und nicht nur auf dutzendweise Kens und Barbies mit Aufziehfeder im Allerwertesten.
Vielleicht heilt die Zeit ja diesen Umstand, man soll die Hoffnung bekanntlich nie aufgeben.
Peter Brandt
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Alles hat ja bekanntlich ein Ende, so auch unsere Artikelreihe über freie Software. Wer aber getreu dem Titel sein Softwarearsenal umstellen möchte, sollte sich diesen Teil hier keinesfalls entgehen lassen. Auch wenn das Gros der heutigen Programme keine bunten oder lauten Ergebnisse liefert, sondern eher vornehm im Hintergrund werkelt. Im Hintergrund, ist dann auch gleich das Stichwort für das erste Programm, obwohl Untergrund an dieser Stelle gleichwohl noch besser passen würde.
Virtualbox
Vitrualbox ist eine ehemals kommerzielle, mittlerweile freie Virtualisierungsumgebung. Wenn Sie mit diesem Begriff nichts anfangen können, unter Virtualisierung versteht man die virtuelle Kapselung eines kompletten Betriebssystems innerhalb eines Betriebssystems. Ein Beispiel: Sie möchten Software aus zweifelhaften Quellen oder von zweifelhafter Qualität ausprobieren, dabei aber nicht riskieren, dass Ihr mühsam eingerichteter Arbeitsplatz Schaden nimmt. Dazu richten Sie sich zunächst Virtualbox ein. Innerhalb die künstlichen Umgebung installieren Sie z.B. ein weiteres Windows, oder auch Linux, ganz nach Gusto. Dieses Kindsystem läuft nun abgeschottet innerhalb eines eigenen Dateisystem. D.h. Sie verfügen nun über eine Art Testsystem auf Ihrem Rechner, das sich ohne Aufwand und Eingriff in Ihr eigentliches Betriebssystem wieder entfernen lässt.
Die Kindsysteme laufen zwar naturgemäß etwas langsamer, als ein auf üblichem Wege installiertes System, aber dennoch gibt es kaum ein anderes Verfahren, um so sicher und einfach andere Programme oder gar ganze Betriebssysteme zu testen.
URL: http://www.virtualbox.org/
AndLinux
Ein ähnliches Konzept wie Virtualbox verfolgt andLinux. Nur ist das Ziel von andLinux ein anderes. Nämlich das Ausführen von Linux-Programmen unter Windows. AndLinux bringt dazu auch tatsächlich ein virtualisiertes Linux mit, ohne dies aber als Betriebssystem in den Vordergrund zu stellen. Im günstigsten Fall sollten sich von Ihnen eingespielte Linux-Programme damit fast so einfach starten und nutzen lassen, als wären es native Windows Anwendungen. Wenn Sie also Programme kennen, oder finden, für die es keinen Windows Port gibt, lohnt sich ein Blick auf andLinux
URL: http://www.andlinux.org/
Mozilla
Eigentlich kaum noch erwähnenswert die Programme der Mozilla Foundation, namentlich Firefox und Thunderbird. Firefox, der Webbrowser braucht wohl kaum noch weiter vorgestellt zu werden. Thunderbird, der Emailclient, eventuell schon.
Vielleicht haben Sie nach dem Lesen des ersten Artikels dieser kleinen Reihe gefragt, wo das Outlook Pedant für oder in OpenOffice zu finden sein mag. Thunderbird mag die Antwort auf diese Frage sein. Insbesondere wenn Sie Thunderbird, die ebenfalls freie Erweiterung Lightning spendieren, die diesen um fehlende Kalender und Terminfunktionen erweitert.
Für Web-Entwickler führt übrigens kein Weg an Firefox vorbei. Erweiterungen wie Firebug, Wappalyzer, Colozilla, Developer Toolbar und Chatzilla machen Firefox zum Schweizer Armeemesser für Seitenbastler.
URL: http://www.mozilla-europe.org/de/
Diverses
Zu guter Letzt als Schmankerl sozusagen, eine Liste mit Programmen, die man wirklich als Helferlein bezichnen kann. Auf lange Beschreibungen haben wir dabei verzichtet, auch ist nicht jedes dieser Programme quelloffen, aber frei und nützlich, sind sie dennoch.
FileZilla
Komfortabler FTP-Client zum übertragen von Daten auf entfernte Rechner (Server).
URL: http://filezilla-project.org/
VLC Mediaplayer
Video und Musikplayer mit umfangreichen Netzwerkfähigkeiten.
URL: http://www.videolan.org/vlc/
Deskpin
Kleines Tool, das es Ihnen ermöglicht, das Fester einer Anwendungen im Vordergrund zu halten.
URL: http://users.forthnet.gr/pat/efotinis/programs/deskpins.html
Notepad++
Ungemein nützlicher und erweiterbarer Texteditor, mit Syntaxhervorhebung für etliche Textdateitypen.
URL: http://notepad-plus-plus.org/
MozBackup
Hilft Mozilla Profile von einem Rechner auf einen anderen zu übertragen, oder auch einfach nur Sicherungen anzulegen.
URL: http://www.mozbackup.de/
7Zip
Freier Packer und Entpacker, der neben .zip und .rar Dateien gut rund 20 andere Formate erkennt.
URL: http://www.7-zip.org/
Bacula
Open Source Backuplösung für Einzel-PC wie für gesamte Netzwerke.
URL: http://www.bacula.org/de/
Diese Liste erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, zu vielfältig sind die Einsatzgebiete eines PC und zu vielschichtig das Angebot an Software. Aber eins dürfte diese Reihe gezeigt haben. Egal was Sie mit Ihrem PC vorhaben, die Open Source Gemeinde hat fast für jeden etwas im Angebot, ein bisschen stöbern lohnt in jedem Fall.
Das Werkzeug liegt bereit, jetzt sind Sie an der Reihe.
Peter Brandt
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Auch wenn ganz Persien im Umbruch ist, wir setzen dennoch erst einmal unseren kleinen Open Source Exkurs fort. Versprochen ist versprochen und nebenbei scheint es uns nicht so, dass eben besagtes Thema zu wenig im Lichte der Öffentlichkeit steht.
Letzte Woche haben wir neben ganz Grundsätzlichem, die wichtigsten Programme für Büro und Bildbearbeitung angesprochen, diesmal wird es etwas spezieller, es dreht sich nämlich um bewegte Bilder, Ton und Software-Entwickler.
Gleich zu Beginn die schlechte Nachricht. Einen Audio-Sequencer, also ein Programm zum aufnehmen, mischen und mastern eigener Musik, der es mit den Branchengrößen Cubase oder Logic aufnehmen kann, gibt es bisher nicht. Deshalb gibt es auch keine konkrete Empfehlung in diesem Bereich. Unter http://en.wikipedia.org/wiki/Music_sequencer#Free.2FOpen_Source finden Sie eine Liste der verfügbaren Open Source Sequencer, und nicht allzu anspruchsvolle Amateuere, mag auch das eine oder andere Tool genügen, Profis hingegen kaum.
Audacity
Möchten Sie hingegen Audiodateien oder Samples bearbeiten liefert Audacity erstaunlich gute Dienste. Zwar kann auch dieses nicht mit einem Schwergewicht wie Wavelab konkurrieren, aber nichtsdestotrotz bietet es gerade in Zusammenarbeit mit einem guten Sequencer einen Satz sehr nützlicher Werkzeuge. Zugegeben, die Oberfläche wirkt etwas altbacken, aber alles in allem ein absolut einsetzbares Programm.
URL: http://audacity.sourceforge.net/?lang=de
KVRaudio
Keine Software, sondern eine Seite verbirgt sich hinter diesem Namen. Und auf dieser finden Sie wohl die am besten bestückte Datenbank für Musiksoftware, Sounds und Plugins, netzweit. Sollten Sie also bereits eine Basisausstattung an Musiksoftware haben, sollten Sie die Suchfunktion dieser Seite unbedingt einmal auf Perlen an kostenlosen Erweiterungen abklopfen. Wenn auch wie erwähnt die großen Sequencer nach wie vor teurer sind, einige hervorragende Effekte, Instrumente etc. sind dennoch als OS veröffentlicht worden.
URL: http://www.kvraudio.com/
Lightworks
Bis vor wenigen Monden, schien es als wäre das Feld der Videoeditoren ähnlich dünn besiedelt, wie das der Audiosequencer. Dann aber war ein kleiner Paukenschlag, als bekannt wurde, dass Lightworks als OS veröffentlicht werden soll. Ein Programm, durch das schon so mancher große Hollywoodstreifen geschnitten wurde. Bisher gibt es zwar nur eine Beta-Fassung, aber selbst diese, schlägt die Konkurrenz um Längen. Selbst Nutzer von Premiere werden wenig bis gar nichts vermissen, und die Bedienung ist für ein solch komplexes Programm beinahe intuitiv.
URL: http://www.lightworksbeta.com
Eclipse
Ich bin so viele, würde Eclipse sich wahrscheinlich selber beschreiben. Und es täte recht. Eclipse ist eine Integrierte Entwicklungsumgebung, im englischen IDE abgekürzt. Also ein Programm, mit dem Programme entwickelt werden. Dabei stehen dem Entwickler unzählige Helfer zur Vervollständigung, Fehlersuche, Dokumentation, Veröffentlichung und so weiter und so fort zur Verfügung. Und das für beinahe jede Sprache, die Computer beherrschen. Angefangen bei JAVA, der Eclipse Muttersprache, über Scriptsprachen wie PHP, Python, Javascript u.v.a. bis hin zu Compilersprachen wie c++. Zu Eclipse gib es etliche freie wie kommerzielle Zweige (Forks), kurz gesagt kaum ein Entwickler kommt im Laufe der Zeit an Eclipse vorbei.
URL: http://www.eclipse.org/
Shops, CMS, und mehr
Neben den Anwendungen für das heimische Büro, gibt es aber auch Software, die auf Servern eingesetzt die Basis für so manche bekannte Internetapplikation dient.
Dazu gehören die Blog Software Wordpress, das CMS Typo3 und z.B. die Shopsoftware Magento. Diese Liste ließe sich problemlos um 20 - 30 Einträge verlängern. Wichtig ist nur, dass Sie sich gerade bei diesen Systemen bewusst sind, dass sie höchstwahrscheinlich einen Dienstleister brauchen, um aus einem dieser System eine Firmenseite zu erstellen. Mag man mit etwas Elan noch einen privaten Blog mit Wordpress zusammengeklickt bekommen, so hört das bei Typo3 bzw. Magento definitiv auf. Selbes gilt für die Wartung einer solchen Seite. Dass aber Größen wie Vodaphone, Bauhaus, Versatel, Zalando, Jack Wolfskin oder adidas auf solche Lösungen setzen, zeigt das Potential, das in der Basissoftware schlummert.
Im dritten und letzen Teil nächste Woche, zeigen wir Ihnen unverzichtbare Helferlein, die ihren PC-Alltag um einige Funktionen, bzw. einigen Komfort bereichern.
Fröhliches Ausprobieren
Peter Brandt
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Oder auch mein kostenloses Grafik-, Musik-, Filmstudio… „Was nix kostet taugt nix”, sagt man lapidar in unserer Region. Aber, sollte dies mal der Wahrheit entsprochen haben, so ist das Schnee von Gestern, zumindest wenn man über Software redet. Das Internet hat es möglich gemacht, dass Teams von Entwicklern über den gesamten Globus eine Software entwickeln, die selbst so mancher Branchengröße das Fürchten lehrt. Und das Beste für den Nutzer, diese Entwickler arbeiten unentgeltlich.
Viel mehr noch, diese Programme sind nicht nur frei verfügbar, sondern auch gleich noch quelloffen, d.h. jedermann kann theoretisch an den Programmen mitarbeiten, sie erweitern, oder seinen persönlichen Bedürfnissen anpassen. Anders als bei mancher kostenloser Variante einer kommerziellen Software, dürfen Sie die Programme auch gewerblich einsetzen. Häufig dürfen Sie sogar Erweiterungen oder Dienstleistungen zu bzw. an den Programmen ihrerseits Kunden in Rechnung stellen. Wichtig ist aber , dass sich Nutzer eines Programms auch durch Mithilfe an der Entwicklergemeinde revanchieren. Wer nicht programmieren kann, kann Hilfe in zahlreichen Foren leisten, an Übersetzungen und Anleitungen mitarbeiten, oder schlicht ein paar Euro spenden, um Server und andere Infrastruktur mitzufinanzieren.
Wenn Sie planen an einem System mitzuwirken, vielleicht sogar damit Geld zu verdienen, achten Sie unbedingt auf die zugrunde liegende Lizenz. GPL, Apache2, OSL, LGPL, um nur einige zu nennen, unterscheiden sich zum Teil insbesondere in diesem Punkt. Für den Anwender spielt das keine Rolle, und um eben diesen dreht es sich in diesem Artikel.
Ein letzter Punkt noch: Obwohl es auch für MacOS viele Open Source Programme gibt, und mit Linux sogar ein Betriebssystem unter offener Lizenz zur Verfügung steht, richtet sich dieser Artikel in erster Linie an Windows Nutzer, da dies dem Gros unserer Leserschaft gerecht wird. Die meisten, der hier angesprochenen Helfer, finden Sie aber sicher auch für die eben genannten Betriebssysteme.
Wenn Sie sich selber auf die Suche machen, achten Sie darauf, dass es „Binaries” für Ihr System gibt, und laden Sie diese runter, sonst kann es Ihnen passieren, dass Sie mit unkompilierten Quelldateien da sitzen. Aber keine Angst, keines der hier vorgestellten Programme müssen Sie selber kompilieren, es genügt eine schlichte Installation, oder das Entpacken in einen Ordner. Wir haben versucht stets das beste Programm einer Rubrik herauszufiltern. Wenn Sie mit unserer Wahl mal nicht einverstanden sind, posten Sie Ihren Favorit doch einfach als Kommentar.
Jetzt aber los, willkommen in der Welt der legalen und kostenlosen Software.
OpenOffice.org (OO)
Eigentlich kaum vorstellbar, dass nicht jeder dieses Paket bereits kennen soll, aber für die wenigen hier ein kurzes Loblied. OO ist ein komplettes Office Paket, vergleichbar mit MS Office. Die Kernanwendungen heißen, Writer, Calc, Base, Math, Draw und Impress, dabei handelt es sich um Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Desktopdatenbank, Formeleditor, Diagrammassistent und Präsentationsprogramm. Bis auf Base, dass Access von Microsoft nicht das Wasser reichen kann, lassen die anderen Anwendungen keine Wünsche für ein professionelles Arbeiten offen. Und da Access in den kleinen Suiten von MS Office nicht mal enthalten ist, sticht das Argument für die meisten Anwender auch kaum. Für eine Adress-, Film-, oder Videodatenbank, o.Ä. reicht Base locker aus.
URL: http://de.openoffice.org/
GIMP
Das Grafikprogramm GIMP wird gerne mit dem 1000€ teuren Photoshop verglichen. Ein unfairer Vergleich, und einer den GIMP verliert. Obwohl GIMP sehr leistungsfähig ist, können weder die Farbprofile, noch die Druckvorstufen, die das Programm liefert den Profi überzeugen. Für Amateure oder Grafiker, die nicht im Printbereich tätig sind ist GIMP jedoch ein klasse Tool, das sich auch noch durch etliche ebenfalls freie Erweiterungen aufbohren lässt. Die hakelige Bedienung ist allerdings ein klares Minus.
URL: http://www.gimp.org/
PaintNet
Paint, hab ich doch, denken Sie? Paint ja, PaintNet nein. Die Entwickler von PaintNet haben ein Programm entwickelt, das so ist, wie sie sich selber ein aktuelles Paint wünschen würden. Herausgekommen ist ein leicht zu erlernendes Programm, das bei der alltäglichen Bearbeitung von Bildern sehr gute Dienste tut, und sogar noch ein paar Profifeatures, wie Ebenen, Masken und vieles mehr zu bieten hat.
URL: http://www.getpaint.net/
Inkscape
Inkscapes größter kommerzieller Konkurrent heißt Illustrator, und stammt ebenso wie Photoshop vom Branchenprimus Adobe. Beide sind ausgewachsene Vektorzeichenprogramme, nur schlägt Illustrator alleine mit über 700€ zu Buche. Inkscape ist zwar mitunter langsamer als Illustrator, bietet aber ansonsten alles, was das Herz des Grafikers höher schlagen lässt. Schauen Sie sich einfach mal die Galerien auf der Inkscape Seite an, und Sie werden Lust bekommen, selber einmal den Pinsel mit der Maus zu schwingen.
URL: http://inkscape.org/?lang=de
Blender
Eine der teuersten Sparten im Software Markt, ist der, der 3D Modeler. Preise bis hin zum Einfamilienhaus stellen für eine Komplettausstattung keine Seltenheit dar. Das hier erwähnte Programm Blender war auch einst kommerziell. Der Hersteller ging pleite und die Fans haben in knapp 14 Tagen 100.000$ aufgebracht, um damit den Quellcode vom Konkursverwalter freizukaufen. Seit dem hat sich das Programm rapide entwickelt. Durch offene Spiel- und Filmprojekte vorangetrieben, bietet das System auch professionellen Animateuren, und dank eigener Spiele Engine, sogar Entwicklern ein ungeheures Potential. Interessenten sollten sich unbedingt die neueste Beta aus der 2.5 Linie herunterladen, da die Bedienung, die der alten 2.x Linie in den Schatten stellt. Ein guter Start sind die tollen YouTube Tutorials von http://agenzas-brothers.de.
URL: http://www.blender.org/
Hier endet der erste Teil unserer Open Source Saga. Teil 2 und 3 folgen in den nächsten Wochen, wenn uns kein dringendes aktuelles Thema zum Umlenken zwingt.
Viel Spaß und Erfolg beim Testen und Staunen.
Peter Brandt
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Ja, da hat die rote Sabine ihrer Partei einen Bärendienst erwiesen. Die CSU dürfte angesichts der Steilvorlage bis zur Atemnot gelacht haben. „Wege zum Kommunismus”, oder „Road to nowhere”? Alles ganz anders gemeint, verkünden die Linken und weisen auf die Teile der Rede hin, in der Sabine Lötzsch den demokratischen Sozialismus als Ziel definiere. Ob dieses Leckerli in Richtung Betonfraktion der eigenen Anhängerschaft nun unterm Strich zu einer positiven Bilanz führt, wird das Superwahljahr 2011 dann wohl zeigen müssen.
Die stumpfe Doppelspitze der Linken will einfach nicht so recht funktionieren, und viele werden sich wohl denken, dass dies mit dem roten Traumpaar Gysi und Lafontaine nicht passiert wäre. Wenn der Leitsatz gilt: „Nur keine Presse, ist schlechte Presse”, dann haben Sportwagendiskussion und gemeinsame Auftritte mit Ex-RAF Terroristen bestimmt ihr Gutes, aber wie gesagt - wenn…
Bei aller Häme darf man aber nicht den gesunden Menschenverstand außer Acht lassen. Die Reaktionen der Berufs-Empörten war abzusehen. Wer Kommunismus sagt, wird DDR Rhetorik ernten. Kurios nur, dass bei aller Empörung, des Volkes Stimmung gar nicht so negativ gegenüber den sozial-romantischen Theorien ausfällt. Laut Umfrage wäre eine Mehrheit bereit auf ein Stück Freiheit zu verzichten, wenn sie im Gegenzug mehr Gerechtigkeit und soziale Absicherung erführen. Nun gut, es wurde auch nicht gefragt, welches Stück Freiheit zur Disposition stünde.
In der losgetreten Debatte hat man uns dann auch gleich versucht zu erklären, warum der Kommunismus hui oder pfui sei. Dabei wurde wie stets frei interpretiert. Für den einen reduziert sich die Ideologie auf die Verstaatlichung von Schlüsselindustrien und Belegschaftseigentum und für den anderen inkludiert dies gleich den Terror des Maoismus und Stalinismus. Bei so vielen „ismen” kann einem ja schwindelig werden.
Der Kommunismus ist eine Utopie, und das Problem ist, dass er ein Menschenbild zeichnet, dem lebende Individuen nicht gerecht werden können. Dieses Problem teilt er mit anderen Ideologien. Manche Weltanschauung taugt daher vielleicht als Ideal, aber nicht systemische Grundlage. Ein System, dass den Menschen dem Ideal anpassen muss und dessen Wesenhaftigkeit nicht achtet ist im wahrsten Sinne menschenverachtend. Dabei spielt es erst mal keine Rolle, ob die Ziele eines Systems humanistisch sind oder nicht. Für Menschen, die dem Wunschschema nicht entsprechen heißt das Resultat Unterdrückung, egal ob physischer oder psychischer Natur.
Bei dem Artikel von Sabine Lötzsch handelt es sich jedoch nur um einen sehr unglücklichen Versuch die Bindungsenergie der Partei nach links zu verstärken. Anders ist nicht zu erklären, dass frühere Redemanuskripte, die provokanten Begrifflichkeiten nicht enthielten. Unglücklich insbesondere deshalb, weil Begriffe ein „Geschmäckle” haben. Und der Kommunismus schmeckt nach China, Nordkorea, Kuba und nicht zuletzt nach DDR. Da nützt auch späteres lavieren und relativieren nichts. Auch der „Unsatz” der letzen Jahre „Man wir das doch wohl noch in diesem Land sagen dürfen…” hilft nicht. Natürlich kann man über den Kommunismus reden, aber wenn jemand über die „Wege zum Kommunismus” sinniert, darf sich derjenige nicht darüber wundern, wenn man ihm unterstellt, dass er auch dorthin will.
Nichtsdestotrotz hält weder die Rede, noch die Rednerin, was die Debatte vermuten ließe. Das Manuskript ist von den Schlagworten abgesehen belanglos, und lässt mich nicht wirklich an Frau Lötzschs Demokratieverständnis zweifeln. Die Rede ist so flach, wie das Gros der Widerrede seitens der anderen politischen Kräfte. Es scheint unserem Land wirklich wieder gut zu gehen, wenn wir uns leisten über eine leere Worthülse tagelang zu streiten.
Peter Brandt
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Lecker, lecker, was uns Verbrauchern da zu Jahresbeginn aufgetischt wird. Dioxin in Geflügelprodukten. Hach da werden Erinnerungen wach. Diese Köstlichkeit hatten wir schon öfter auf dem Teller, mal durch kontaminiertes Futtermittel aus Osteuropa, mal durch die Lagerung in einer verseuchten Lagerhalle aus DDR Beständen. Diesmal haben wir es aber ganz frisch und ohne fremdes Zutun hinbekommen. Ein paar Tonnen Fett wurden flink vom Schmierstoff zur Futtermittelergänzung umdeklariert und dann von einem Futtermittelproduzenten beigemischt.
Man könnte jetzt darauf rumreiten, dass der Betrieb gar keine Zulassung zur Lieferung von Futtermittelergänzungen hatte, oder dass die in den Handel gelangten Lebensmittel nicht unmittelbar gesundheitsschädlich seien, aber das trifft nicht den Kern, genau nicht mal den Pudel.
Das Problem ist der Betrachtungswinkel. Für uns Verbraucher sind Lebensmittel zum einen „Mittel zum Leben” und ein Kostenfaktor. Für die Lebensmittelproduzenten sind Lebensmittel Handelsgüter. Die Bestandteile der Lebensmittel werden so zu Wirtschaftgütern, die sich im Wareneinsatz wiederfinden. Dies gilt dann auch für verarbeitete Tiere. So werden aus Hühnern, Schweinen und Kühen Produktionsmittel.
Wir Verbraucher haben gelernt an der Wahrheit vorbeizuschauen. Die Lebensmittelindustrie unterstützt uns dabei nach Leibeskräften. Wenn wir ein tiefgefrorenes Hühnchen für 2,99€ oder weniger kaufen, sehen wir auf dem Etikett ein Fachwerkhäuschen und davor fröhlich pickende herumtollende Hühner. Eines dieser Hühner wollen wir, genau so eins. Wir wissen alle, dass die Verpackung lügt, und dass unser steinhartes kaltes Huhn wahrscheinlich nie mehr Platz als in der Kühltruhe zum Leben hatte, aber kaufen und essen werden wir das fröhliche Tier. Wenn auch nur in unserer Fantasie. Jeder, der ein Haustier hat, oder hatte, weiß wie teuer es ist ein Tier tiergerecht oder artgerecht zu halten. Wie kann dann also ein Schweinefilet zu 10€ das Kilo funktionieren. Wenn das edelste Teil am Schwein so verramscht wird, kann dieses Tier dann überhaupt „gelebt” haben?
Nicht, im Sinne eines lebenswerten Lebens. Weder moderne Haltungsformen noch die derzeitigen Preise für tierische Produkte lassen vermuten, dass wir von „glücklichen” Tieren reden können, wenn das Endprodukt im Preiskampf der Discounter bestehen muss.
Lust auf eine Runde „Schwarzer Peter”? Wenn es um solche Themen geht ist dies das Lieblingspiel aller Kontrahenten. Die Discounter sind schuld, da sie durch den Preisdruck die Hersteller quasi zwingen Tiere in Massen zu halten und Tierwürde lässt sich nicht einpreisen. Die Hersteller sind selber schuld, wenn sie nur an ihren Profit und nicht an die Tierwürde denken. Die Verbraucher sind schuld, weil sie solche Produkte besseren Wissens kaufen. Die Politik ist schuld, weil sie die Rahmenbedingungen nicht richtig gesetzt hat. Und wissen Sie was? Alle haben Recht!
Wie es so schön heißt „der Fisch stinkt vom Kopf”. Und der Kopf sind wir Verbraucher. Mehr noch, die Gesellschaft. Der einzelne hat nicht immer die Möglichkeit gegenzusteuern, zumindest nicht, wenn er mit den Konsumgepflogenheiten mithalten will. Also Wurst und Fleisch täglich unbegrenzt zu sich nehmen zu können. In diesem Gefüge sind wirklich nur besser betuchte in der Lage entgegenzuwirken. Möchten wir hingegen das zugrunde liegende System verbessern, sollten wir vielleicht Fleisch nur noch jeden 2. Tag zu uns nehmen, die Portionen begrenzen und dafür nach Qualität, statt nach Preis einkaufen.
In diesem Sinne, guten Appetit
Peter Brandt
Ein P.S. sei mir gestattet:
In der letzen Ausgabe von Anne Will wurde über die Ferkelkastration ohne Betäubung gesprochen. Vielmehr es wurde auch gezeigt! Die Lobbyvertreter meinten daraufhin, man arbeite daran neueste Wissenschaftliche Erkenntnisse umzusetzen, man dürfe also in Zukunft damit rechnen, dass dieses Prozedere aufhöre.
Wissenschaftliche Erkenntnisse, um herauszufinden, dass man keinem Tier die Hoden entfernt, ohne es vorher zu betäuben? Bei diesen Bildern und Aussagen wären die Begriffe Ekel und Abscheu pure Kosmetik…
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Der Gesuchte ist vermutlich 1,80m groß, stark untersetzt und hat ein auffällig freundliches Gesicht. Als er zuletzt gesehen wurde trug er einen langen weißen Bart und seine Nase war an der Spitze kirschrot. Seine bevorzugte Kleidung ist rot mit weißem Fellbesatz. Weitere Besonderheit ist sein ungewöhnliches Fluchtfahrzeug: Ein Schlitten, der von mehreren Rentieren gezogen wird. Dabei soll das Leittier ebenfalls eine rote Nase besitzen. Dem Mann wird vorgeworfen mit dem Verschwinden des Christkinds in Verbindung zu stehen…
Als ich Kind war, war die Weihnachtsmythologie noch in Ordnung, im ausschließlich öffentlich rechtlichen Fernsehen lief „Wir warten aufs Christkind”, die Erwachsenen sprachen ebenfalls nur vom Christkindel und die gesamte Bildsprache des Fests war um Baum und Krippe angelegt. Der Weihnachtsmann, wer immer das auch sein soll, hieß Nikolaus und kam zusammen mit Knecht Ruprecht am 6.12 und verkürzte den Kindern das Warten auf Weihnachten mit einem kleinen Geschenk und ein paar Leckereien.
In den stark protestantisch und anglikanisch geprägten Ländern gab es damals bereits den „Santa Claus”, wobei die Schreibweise stark variiert und in Russland passend dazu „Väterchen Frost”, der allerdings nicht in rot, sondern blau gewandelt war. Ist „Santa Claus”, ein Kind der Reformation, als die Heiligenverehrungen zurückgedrängt wurden?
Zur Erinnerung, eigentlich feiert man in unseren Breiten am 24.12 die Geburt Jesus Christus. Rächt sich nun, dass dieses Datum mehr oder weniger willkürlich gewählt wurde und nun mit der Wintersonnenwende zusammenfällt? Und wie vermittelt man, dass die heiligen 3 Könige laut ihrem Feiertag fast 2 Wochen zu spät dran sind?
Ohne jetzt weiter in die Historie auszuschweifen, bleibt aber wirklich nur die Frage übrig: Wer ist der Weihnachtsmann? Unabhängig davon, ob man an Jesus oder allgemein an Gott glaubt, steht die Person Jesu für Werte. Werte, die wir in unserer Gesellschaft haben, erstreben und einfordern. Früher hieß es auch, Weihnachten sei das Fest der Nächstenliebe. Aber so putzig der pummelige rote Kerl auch ist, spätestens seit die Coka Cola Trucks mit seinem Konterfeit durch die Lande fahren, hat das mit dem schon bei Charles Dickens beschworenen „Geist der Weihnacht” nichts mehr zu tun.
Kinder haben sich seit je her mehr für die Geschenke interessiert, und das soll auch so sein. Mehr noch, wer je Kinder bei der Bescherung erlebt hab, weiß wie viel Freude es machen kann, zu schenken. Nichtsdestotrotz, sollte Weihnachten nicht mythologisch und ethisch entkernt werden. Diese wohlige Stimmung, die besondere Atmosphäre Weihnachtens würde das meiner Meinung nach nur wenige Generationen überstehen. Es gibt Schlimmeres, als Nächstenliebe und Menschlichkeit zu feiern. So kommen bei uns weiter das Christkind und der Nikolaus. Den Weihnachtsmann haben wir in Gänze Coka Cola überlassen.
Ihnen wünsche ich ein frohes und auch besinnliches Weihnachtsfest, wer auch immer bei Ihnen die guten Gaben bringen mag.
Peter Brandt
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Genießen Sie es auch sich im Internet den Wind um die Nase wehen zu lassen, wie ein Cowboy in der Prärie? Ganz gemäß der Metapher surfen Sie mal hierhin mal dorthin. Als Nutzer ist man gewöhnt, dass jedem alle Daten gleichermaßen zur Verfügung stehen, seien es Texte, Bilder, Musik, Videos oder Kommunikationsdienste. Auf der Datenautobahn sind wir alle gleich und nur durch die Leistungsgrenzen unseres Anschlusses oder die Kapazitäten der angefragten Server begrenzt. Und obwohl Sie und Ihre Anfrage mit Lichtgeschwindigkeit quer über den Globus reist, fühlen Sie sich unbeobachtet und sicher, sitzen Sie doch schließlich allein im stillen Kämmerlein. Aber die Tage des „Lone Rangers” scheinen gezählt…
Das offene Internet droht gleich von zwei Seiten in die Mangel genommen zu werden. Auf der einen Seite steht der Staat, der mittels Vorratsdatenspeicherung gerne in die Lage käme Bewegungsprofile von Internetnutzern zu erstellen, und auf der anderen Seite die Zugangsanbieter, die gerne für unterschiedliche Daten, unterschiedlich kassieren würden.
Der Tragödie erster Teil, die Vorratsdatenspeicherung:
Viele haben die Einführung der Vorratsdatenspeicherung als das Ende des Internets gesehen, und waren begeistert als der Bundesgerichtshof das Gesetz am 2.März dieses Jahres für nichtig erklärte.
Da selbst „Politgrößen”, wie z.B. Dierk Niebel, scheinbar nicht begriffen haben um welche Daten es sich bei der Vorratsdatenspeicherung geht, sei dies hier nochmal kurz erklärt. Es geht um Verbindungsdaten sämtlicher elektronischer Kommunikationswege. Anders ausgedrückt, welche Nummer verband sich mit welchem Teilnehmer, und das wann und wie lange. Das Wort Nummer ist ebenfalls synonym für IP Adresse, IMEI, und der Teilnehmer kann ein Mensch, ein Dienst, ein Server sein. Es geht bei dieser Technik ausdrücklich nicht um die Inhalte dieser Verbindungen. Im Protokoll ist also nachher nicht ersichtlich, ob Sie Osama Bin Laden angerufen haben, um Terrorist zu werden, oder Kuchenrezepte auszutauschen. Was sich damit erstellen lässt, sind sogenannte Bewegungsprofile, bei Schnecken auch gerne Schleimspur genannt.
Der BGH kippte das Urteil jedenfalls, da die Eingriffe in die Privatsphäre und insbesondere der Zugriff auf diese Daten nicht mit dem Grundgesetz in Einklang zu bringen waren. Leider gab der BGH aber auch zu erkennen, dass eine Neunovellierung mit höheren Zugangshürden gute Chancen hätte vor dem Gesetz nicht zu scheitern. In der Union und Teilen der SPD wurde dieser Nachsatz als Aufforderung verstanden, so dass uns die Vorratsdatenspeicherung 2.0 ins Haus steht, wenn auch Grüne und FDP dagegen sind. Dürfte man annehmen, das die hier geschmiedete Klinge auch nur halb so scharf sei, wie uns deren Befürworter glaubend machen wollen, könnte man die Maßnahme eventuell noch als notwendiges Übel akzeptieren. Ist aber eine IP erstmal über eine anonyme Proxykette gelaufen, oder wurde ein Gespräch zwischen zwei Wegwerfhandys geführt, muss die Frage gestattet sein, welche nützlichen Daten dort noch übrig bleiben. Nämlich die des Couchcowboys mitsamt seiner kleinen Geheimnisse.
Hinzu kommt bei vielen noch ein gesundes Misstrauen, was die Einsicht in diese Daten betrifft. Sei es nun durch zukünftige Änderungen an Gesetzen, unrechtmäßigem Zugriff oder durch Korrumpierung. Wenngleich das Thema Wikileaks ansonsten wenig damit zu tun hat, so zeigt es aber doch, dass die Sicherheit von vertraulichen Daten immer nur relativ ist.
Der Tragödie zweiter Teil, die Premium Dienste
Premium klingt im ersten Zuge immer nach mehr. Mehr Service, mehr Leistung, mehr Kosten. Und Letzteres stimmt selbstverständlich. Wem haben die DSL Drücker in den letzen Jahren nicht alles Breitbandzugänge schmackhaft gemacht. Ohne Scham und Skrupel hätte man einer 100-jährigen Wachkomapatientin eine 32MBit DSL FLAT verkauft. Und billig musste es sein. Billig, flat und ohne lange Vertragslaufzeiten. Alles nur um den nächsten Vertrag zu schreiben. Und jetzt? Jetzt hat man die Zugänge unters Volk gebracht und die Content-Anbieter machen den Reibach? Aus diesem Rahm möchte man sich aber bitte in Zukunft auch etwas Sahne schlagen dürfen.
Die Idee ist ganz einfach. Wer in Zukunft Videos sehen will muss ein entsprechendes Videopaket buchen, wer Musik hören will ein Musik Paket u.s.w. Wer das nicht tut bekommt die Daten wohl auch zu Gesicht aber mit verzögerter Zustellung. Also aus „Wer zuerst kommt, malt zuerst” wird „Wer zuerst zahlt, malt zuerst”. Übrig bliebe ein Basis-Internet, wer mehr will darf sich das bisher gewohnte Surfvergnügen neu hinzukaufen.
Das Geld ist dabei nur die eine Kehrseite, diese Medaille hat aber gleich zwei davon. Denn eine solche Praxis macht die Bewertung von Inhalt zwingend nötig. Welche Daten gehören zu welchem Premiumkanal? Wer soll das filtern, nach welchen Parametern und wer soll das am Ende noch durchblicken? Wird man dann bald sagen „Geld zensiert die Welt”, weil Menschen mit Basis-Internet manche Inhalte verschlossen bleiben.
Vielleicht sollten sich unsere ISP ( Internet Service Provider ) besser an einen Tisch setzen und das hausgemachte Dumping beseitigen. Wenn die Gesamtheit der Anbieter der Ansicht ist, dass die Dienste unterbezahlt sind, sollen sie die Preise erhöhen, aber nicht den Löffel zur Suppe als Premium Dienst verschachern.
Es wäre schön wenn uns Unternehmen nicht dazu zwängen unseren Kindern demnächst zu erzählen, dass früher im Internet alles besser gewesen sei, und vor allem und dass man dieses Medium mit dem nötigen Respekt behandelt. Noch nie waren die Chancen so gut das globale Dorf Wirklichkeit werden lassen und Informationen ganz nach dem Wikipedia Credo allen zugänglich zu machen, auch wenn es manchem Unternehmen sauer aufstößt, dass nicht alles auf dieser Welt mit eine Münzschlitz versehen ist.
Peter Brandt
Archiv für die ‘Thema der Woche’ Kategorie

Es ist noch kein Spieß geschmiedet worden, den man nicht auch umdrehen könnte. Hatten wir uns seit 1984 doch immer wieder mit dem Überwachungsstaat beschäftigt, und wurde nicht hüben wie drüben stets bekundet, dass dies nur dem Gemeinwohl diene. Nun da die Sachlage sich gedreht hat und das Brennglas der Wahrnehmung auf die Interna politischer Kasten zeigt, beschleicht Politiker mehr das „gemeine” als das „wohlige” Gefühl. Sie ahnen schon wovon hier die Rede ist.
Vor einer Woche machte der Spiegel mit den Wikileaks Papieren auf und trat wie erwartet einen Sturm im Wasserglas los. Zumindest aus deutscher Sicht entpuppten sich die Veröffentlichungen aber schnell als eine Sammlung von Yellow-Press-Binsenweisheiten. So führten die Äußerungen hierzulande auch eher zu Häme als Empörung. Es ist jungen Advokaten wohl auch kaum vorzuwerfen, wenn sie Presse und Volksmeinungen niederschreiben und an ihre Vorgesetzten schicken. Also alles im Lot?
Wären die Papiere lediglich mit solch kleinen frechen Bemerkungen gefüllt, könnte man sich zu einem „Ja” hinreißen lassen, aber leider befanden sich in den Dokumenten auch sensiblere Äußerungen über Drittstaaten, die unabhängig ihres Wahrheitsgehalts zu unangenehmen diplomatischen Spannungen führen könnten. Die jüngsten Veröffentlichungen sind nicht mit den Militärdokumenten vergleichbar, die vor einiger Zeit durch Wikileaks der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Weder an Brisanz, noch an Informationsgehalt. Vielmehr muss sich Wikileaks die Frage stellen lassen, warum dieses Material veröffentlicht wurde. Es gab keine skandalöse Enttarnung politischer Machenschaften und auch keine konspirativen Netze wurden offengelegt. Reicht die Einstufung von Dokumenten als „vertraulich” schon aus, um auf der Plattform Einzug zu finden?
Wikileaks ist auf seine subversive Art sympathisch. Als ernst zu nehmendes Korrektiv, muss die Seite jedoch stärker ihre Inhalte bewerten und gewichten. Es gibt einen eklatanten Unterschied zwischen dem Geschreibsel eines Botschaftsattaché und der Videoaufnahme eines Massakers an Zivilisten. Während Letzeres ein klares Kriegsverbrechen ist, ist Ersteres im diplomatischen Alltag Usus. Wikileaks muss sich selber hinterfragen und herausfinden was es sein will. Die Namenähnlichkeit zu Wikipedia legt nahe, dass man gerne als Informationsquelle wahrgenommen werden will. Bei der jüngsten Veröffentlichung werden aber zumeist Meinungen, Einschätzungen und Ansichten Einzelner destilliert. Also keine Tatsachen. Viel mehr noch, die Verfasser zitierter Ansichten entstammen, freundlich formuliert, dem diplomatischen Fußvolk. Dies ist insbesondere ärgerlich, weil sich auch in diesen Dokumenten Interessantes verbirgt, zum Beispiel die Einschätzung des derzeitigen chinesischen Außenministers, dass China nicht ganz „korrekt” bei der Bemessung des Bruttoinlandsprodukts zu Werke geht. Solche Äußerungen, von Menschen in solchen Positionen, von Äußerungen über „schräge”, „arrogante” und „unzuverlässige” Politiker zu trennen, könnte eine Aufgabe einer Selbstzensur von Wikileaks werden.
Während ich diese Zeilen schreibe werden Nachrichten über die nächste Dokumentenwelle getickert. Besonders hervorgehoben wird eine Liste an möglichen Terrorzielen außerhalb der USA, die angeblich dem Pentagon entstammt. Dieser Veröffentlichung kann man zumindest nicht den Vorwurf der Banalität machen. Aber auch dieser Stelle beschleichen mich gleich mehrere ungute Gefühle. Zum einen, weil die USA scheinbar selbst nicht mehr solche Papieren zu schützen in der Lage ist. Zum anderen, weil das natürlich auch von möglichen Terroristen gelesen werden kann. Und selbst, wenn man annimmt, dass diese Ziele auch so von Terroristen gefunden worden wären, so verrät es diesen dann welche Ziele eventuell unter besonderer Beobachtung stehen. Für die breite Bevölkerung scheint mir diese Information von zweifelhafter Bedeutung zu sein.
Das letzte Problem, das ich gerne ansprechen würde ist systemischer Natur. Wie viele Dokumente aus dem Iran, Nordkorea oder China finden Sie auf Wikileaks? Freiheitliche Gesellschaften sind für solche Indiskretionen viel anfälliger als Diktaturen. Es kann uns nicht gefallen, dass Unterdrückung von Meinungs- und Pressefreiheit zum Standortvorteil werden, oder noch schlimmer Vorbildcharakter bekommen.
Eins scheint gewiss. Der Geheimnisschutz muss angesichts von Wikileaks und ähnlichen Plattformen neu überdacht werden. Ein Netz mit über 150000 Partizipierenden, wie die USA es nach 9/11 eingerichtet hat, hat sich definitiv als schlechter Ort für vertrauliche Informationen herausgestellt. Vielleicht bedarf es mehr Schutz auf der einen und mehr Transparenz auf der anderen Seite, um solchen Plattformen den Schneid abzukaufen. Wenn die Menschen nicht mehr den Eindruck haben dauernd verschaukelt zu werden, hört wahrscheinlich auch das Bedürfnis auf alles wissen zu wollen. Die Mutter von Wikileaks ist die politische Lüge, also Wein trinken und Wasser predigen, oder A versprechen um B zu tun. Ein weiterer positiver Nebeneffekt von transparenten Systemen wäre, dass es viel leichter sein dürfte 1000 anstatt 100000 Geheimnisse zu bewahren.
Wenig glücklich finde ich die aktuellen Versuche das Portal vom Netz zu bekommen. Sei es durch den Versuch die dahinterstehende Stiftung zu sperren, Zahlungen zu unterbinden oder die Seite aus den Rechenzentren wie der Amazon Cloud zu verbannen. Hat man erst Märtyrer geschaffen, wird es schwer sich mit dem Thema gesellschaftlich auseinanderzusetzen.
Ach und noch eine Randbemerkung. Der laut Wikileaks „schräge” Dierk Niebel, seines Zeichens Entwicklungshilfeminister, machte unlängst seinem Attribut alle Ehre, als er versuchte in einer Talkshow eine Verbindung zwischen Vorratsdatenspeicherung und Wikileaks zu ziehen. Ob dies einem Vakuum an Sachkenntnis oder Profilierungssucht zu verdanken ist, kann ich nicht sagen, aber lassen Sie sich kein X für ein U vormachen. Vorratsdatenspeicherung und Wikileaks haben so viel miteinander zu tun wie Artenvielfalt und Weihnachtsstollen. Mehr dazu gibt es nächste Woche, wenn nicht wieder ein aktuelles Thema dazwischen prescht…
Peter Brandt
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Das schlagzeilenträchtigste Thema derzeit sind sicher die durch Wikileaks gespeisten Artikel über die neue Deutsch-Amerikanische Freundschaft. Wikileaks wird auch sicher noch an dieser Stelle thematisiert werden, aber wider alle Enttäuschung nicht heute. Ganz offen, ohne daraus ein Geheimnis zu machen nähern sich die deutschen Stadtkämmerer dem Innovationshorizont. Mindestens ebenso berühmt wie die großen deutschen Werke epochaler Dichter und Denker und wahrscheinlich ebenso umfangreich, ist eine Werksammlung, die weltweit Ihresgleichen sucht. Angesichts der Sekundärliteratur wird man vielleicht sogar eines fernen Tages denken, wenn man die Überreste unserer Zeit seziert, dass dies des Deutschen liebste Kinder waren. Statuen werden posthum errichtet, die Gesichter von Waigel, Steinbrück und Schäuble werden in die Deutschen Mittelgebirge gefräst. Und keine Stadt wird mehr ohne eine Straße oder einen Platz auskommen, der nicht nach einem ihrer großen Kämmerer benannt ist.
Fürchtete man nicht vor kurzer Zeit, dass die Innovationsfreude bei uns abnehme, dass uns die Visionäre ausgehen? Nein, ich darf Sie beruhigen, der Geist ist immer noch willig und präsent, nur forscht er frei auf anderem Felde. Bei Goethe hieß es noch: „Habe nun, ach! Philosophie, Juristerei und Medizin, Und leider auch Theologie. Durchaus studiert, mit heißem Bemühn.” Jedoch, Naturwissenschaft war gestern. Lediglich der „Juristerei”, die Goethe ins Feld führt bleiben auch die Feuerköpfe den 21.Jahrhundert treu.
Dem braven Michel, treibt es schon die Nässe unter die Achseln, wenn er nur das Wort Steuerreform hört, denn die neudeutsche Übersetzung von Reform ist „Kostenreduktion, bei gleichzeitiger Kürzung der Leistungen. unter Vorbehalt einer Verbesserung der Einnahmesituation”. So blutig die Euter auch sind, es wird schon noch ein Tröpfen Milch in der Kuh, und wenn man sie auf Links drehen muss um daran zu kommen. Wie beim Brennball hüpfen die Vertreter der föderalen Ebenen beiseite, wenn es darum geht die Verantwortung für die Steuerlast der Bürger zu übernehmen.
Über die letzten Jahre hat der Bund die Finanzkraft der Kommunen immer weiter reduziert, pocht aber gleichzeitig auf die Erfüllung bestehender und neuer kommunaler Aufgaben. Da verwundete Tiere aber weithin als gefährlich gelten, und die Städte sind gleich mehrmals aus allen Richtungen angeschossen worden, es sei klug eine Finanzreform ( siehe oben ) auf den Weg zu bringen. Im Zuge dieser wollte man die Gewerbesteuer abschaffen (FDP ich hör Dir trapsen) und den Städten dazu einen Teil der Umsatzsteuer zukommen lassen. Die so Beschenkten waren wenig angetan von diesem Vorschlag, und so ruderte Schäuble zurück. Während er so gemütlich zurückruderte paddelte ein anderer jedoch vor und schlug vor, die Gemeinden könnten ja einen Sonderzuschlag zur Einkommensteuer erheben, quasi als Zückerchen zur geplanten Gewerbesteuerreform ( siehe wieder oben ). Nun war Letztgenannte zwar vom Tisch, aber der Vorschlag zur Ausgleichfinanzierung hängt noch in der Luft und wir von manchen Kommunen als „interessant” gewertet, während andere einen Dumpingkampf um Wohlbetuchte Einwohner fürchten. Gemerkt? Die Streichung ist vom Tisch, aber nicht die Gegenfinanzierung. Pfiffig!
Pfiffig könnte man auch die jüngsten Sonderabgaben nennen, die sich manche Kämmerer im Kämmerlein erdacht haben. Liest sich die folgende Liste auch wie die Fantastereien eines Irregeleiteten Kabarettisten, so ist sie leider dennoch wahr:
Platz 4: Bettensteuer alias Kulturabgabe
Als Abwehr zur Einführung des neuen Mehrwertsteuersatzes für Übernachtungen in Hotels führte der Kölner Rat eine Sonderabgabe ein, um einen Teil des verlorenen Aufkommens zu erhalten. Klingt logisch, nur handelt es sich bei der Umsatzsteuer um einer Steuer, die früher nur dem Bund, heute nur Bund und Ländern zugute kommt. Die Kommunen sehen davon, unabhängig des Hebesatzes, nichts.
Platz 3: Solariumsteuer
In Essen möchte man gern 150000 Euro durch die Betreiber von Sonnenbanken verdienen. Klar, die sind ja auch ansonsten von den Steuern völlig ausgeschlossen. Ich schlage noch eine Billardtischsteuer, Kegelbahnabgabe und Einzelfahrscheine für Kreisverkehre vor.
Platz 2: Sexsteuer
Nochmal Köln, nicht nur das Schlafen in Köln wird teurer, sondern das beschlafen gleich mit. Für 150€ darf Frau sich dann wieder fiskalisch korrekt ihrem Beruf hingeben. Andere Städte planen dem Beispiel zu folgen, andere möchten gar Gebühren für den Straßenstrich einführen. Ob es da dann Sonderangebote für Einbahnstraßen und Sackgassen gibt war nicht in Erfahrung zu bringen.
And the winner is: Die Luftsteuer von Fürth.
Ist es in Köln die Lust, die man besteuert, so ist es in Fürth gleich die Luft. Diese Steuer gilt für Werbetafeln und Automaten, die mindestens 15 cm in der kommunalen Lufthoheit hängen. Eine Steuer, deren Kontrolle, Erhebung und Erlös vermutlich diametral auseinander laufen, um es höflich zu formulieren.
Einfacher, niedriger und gerechter. In welchem Zusammenhang haben wir das nochmal vor der Wahl gehört? Ich kann mich einfach nicht erinnern…
Peter Brandt
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