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Archiv für die ‘Portrait’ Kategorie

Walter Fuchs - fein- und weingeistig

Walter FuchsWalter Fuchs betätigt sich als „Consultant - pre Opening”. Er spricht von leuchtenden Sonnenblumen, wenn er erfolgreiche Geschäftsstrukturen beschreibt. Etwas Besonderes entsteht erst, wenn das Gesamtbild mit Phantasie, mit kräftigen Farben (wie bei van Goch) angereicht ist, es Begeisterung ausstrahlt, zumal Fuchs im Entertainment- und Gastrobereich berät. Langeweile und Eintönigkeit haben da keinen Platz.

Nicht nur die Idee muss stimmen, auch die Menschen, welche das Konzept umsetzen, müssen zusammen passen. Fuchs begleitet ein Projekt mitsamt den dort tätigen Menschen bis „ der Laden richtig läuft.” Erst dann ist er mit seinem Job fertig und meist zufrieden.

„Ich möchte all denjenigen, die eher hilflos graue Puzzlesteine horten, zeigen, wie schön richtige Bilder, wie schön strahlende Sonnenblumen sind.” Farbigkeit bietet das Leben in all seinen Variationen. Nicht wer grauen Alltag lebt, sondern wer sich der Buntheit entlang des Weges öffnet, erweitert seine Palette an Erfahrungen, aus denen sich später kreativ schöpfen lässt.

Ob er nun Gesang studierte, 15 Jahre als Operational Director der Kinopolis-Kette arbeitete oder eine Ferienanlage auf Teneriffa aufbaute, Fuchs bevorzugte den Umweg. „Es gab keine geraden Wege in meinem Leben. Heute bin ich der Überzeugung, dass gerade Wege nicht die sind, an denen man Erfahrungen sammeln kann.” So bestimmt Vielseitigkeit weiterhin seinen Lebensweg. Er lebt im Spessart, der ihm genügend Bäume für sein Hobby bietet: Kettensägenkunst. Er betreibt eine kleine und feine Edelobstbrennerei im Hessischen und genießt La Traviata. Als Wegbebleiter empfiehlt Walter Fuchs die Heiterkeit wie von Hermann Hesse beschrieben:

Heiterkeit ist weder Tändelei, noch Selbstgefälligkeit,
sie ist höchste Erkenntnis und Liebe,
ist Bejahen aller Wirklichkeit,
Wachsein am Rande aller Tiefen und Abgründe.
Sie ist das Geheimnis des Schönen
und die eigentliche Substanz jeder Kunst.

H. Hesse

„Die Welt sucht nach schnellen Wegen und muss sich dabei bewusst werden, dass dies weder ethische noch nachhaltige Wirkung hat.”

Darüber ließe sich bei einem „eau d’vie” trefflich sinnieren. Zum Wohl!

Timo Piecha (Montag, der 7. September 2009 / 21:44) | 6 Kommentare | Permalink

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Kirsten Wodniok - Wenn der Mensch nicht wär’

Kirsten Wodniok… dann wäre die Welt nicht nur in Ordnung, sie wäre sogar wunderbar. Und damit Welt und Mensch in Einklang gebracht werden können, hat Kirsten Wodniok eine Lebenswerkstatt eingerichtet, in der mit Hilfe von systemischer und energetischer Arbeit Harmonie und positives Lebensgefühl erarbeitet oder zurück gewonnen werden können.

„An mich kann sich jeder wenden, der Probleme hat, und das Gefühl, allein da nicht weiter zu kommen. Ich behandle auch Tiere, wobei ich als Dressurreiterin die meiste Erfahrung mit Pferden habe.” Dabei profitiert Wodniok von ihren eigenen Erfahrungen, die ihrer Entscheidung, eine Lebenswerkstatt zu gründen, vorausgingen.

„Ja, der größte Umstand war vielleicht, dass ich lange Zeit nicht wusste, wer ich bin und was ich überhaupt möchte. Ich hatte lange Zeit keinen Zugang zu mir selbst, weil dieser verschüttet war. Doch dann hatte ich mehrere Schlüsselerlebnisse und immer wieder bin ich auf Menschen getroffen, die mir deutliche Hinweise gaben … da musst du hin … so in etwa … Es hatte viel mit Gefühl zu tun und verletzten eigenen Gefühlen. Letztendlich bin ich doch dahin gekommen, wo ich heute bin.” Standpunkte und Sichtweisen der Bizzloungerin lassen sich in zahlreichen Beiträgen zu Lebens-Fragen und -Antworten finden.

Ihr Beruf ist ihr zur Berufung geworden, eine Alternative dazu kann sie sich gar nicht mehr vorstellen. „Jetzt, wo die Kinder größer sind, ist es wesentlich leichter für mich, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen. Wichtig ist eben, die Prioritäten an die richtige Stelle zu setzen, finde ich. Es gibt mir einfach Freude, wenn ich anderen Menschen helfen kann, oftmals sogar effizienter als mit herkömmlichen Methoden.” Wesentlich scheint ihr bei ihrer Arbeit zu sein, dass man den Sinn des Lebens nicht am Materiellen fest machen sollte:

„Die Menschen müssten sich einander mit mehr Toleranz und Liebe begegenen.”

Timo Piecha (Dienstag, der 25. August 2009 / 13:33) | 6 Kommentare | Permalink

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Siegbert Leibfried - „Überfluglotse”

Siegberg Leibfried„Ich möchte jungen Menschen helfen, in der Gesellschaft Fuß zu fassen und Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen. Darüber hinaus möchte ich sie auch ermutigen, sich aktiv am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen und ihre eigenen Vorstellungen auf toleranter Grundlage zu entwickeln.”

Leibfrieds Berufungsbeschreibung liest sich wie der Maßnahmenkatalog für die Behebung einer gesellschaftlichen Mängelliste, deren Punkte sich weniger durch große Worte als eher durch ein gutes Maß an Bescheidenheit und gegenseitigem Respekt abarbeiten lassen.

„Nehmt euch selbst nicht so wichtig, begreift euch als kleines Rädchen im Getriebe, ohne das nichts funktioniert! Begegnet euren Mitmenschen immer mit Respekt! Seid hilfsbereit! Haltet Wort!” Leibfrieds Besinnung auf bewährte Tugenden oder einfach auf die Regeln des Anstands bilden die Grundlagen für ein friedliches Miteinander.

„Religiös, ideologisch, materiell oder sexuell motivierte Gräuel, Terroraktionen, Unterdrückung und Kriege prangere ich an. Ich plädiere für ein tolerantes Miteinander. Prägend für mich war die Versöhnungs- und Friedenspolitik von Willy Brandt. Hohe Wertschätzung verbinde ich mit dem Namen „Sitting Bull”, der sich als ehrenwerter und besonnener Führer seines Volkes im aussichtslosen Kampf gegen die weiße Übermacht unsterblich gemacht hat.”

Wie man auch aus Siegbert Leibfrieds Beiträgen in unserer Bizzlounge entnehmen kann, ist er kein Freund von schwärmerischen Übertreibungen. Ihre Auswirkungen kennt er aus persönlicher Erfahrung:

„Ursprünglich dachte ich einmal, ich könnte die ganze Welt zum Positiven verändern. Inzwischen stelle ich mich in den Dienst der Gesellschaft und versuche, meinen Part dazu beizutragen, indem ich positive Werte und Verlässlichkeit vermittle. Früher belastete mein Beruf mein Familienleben. Ich musste lernen, berufliche Probleme nicht ins private Umfeld zu übertragen und auf geregelte Arbeitszeiten zu achten. Meine ganze Familie und mein Freundeskreis haben mich dabei mit schier unendlicher Geduld und Zuneigung ertragen, jederzeit zu mir gehalten und mir meine Fehler hoffentlich verziehen.”

Sein im Umgang mit jungen Menschen gesammeltes Wissen darüber „worauf es wirklich ankommt” könnte Siegbert Leibfried auch „Erwachsenen” beibringen: „Mich würde es reizen, Einblicke in den Personalsektor eines Unternehmens zu gewinnen und dort aktiv mitarbeiten zu können.” Einer wie Siegbert Leibfried wäre sicher in der Lage, so manchen Überflieger wieder auf den Boden der Realitäten zu lotsen -(it’s his job).

Timo Piecha (Dienstag, der 11. August 2009 / 10:19) | 2 Kommentare | Permalink

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Theresia-Maria Wuttke - baut auf Vertrauen

WuttkeSie hat, wovon viele träumen: Ein sinnerfülltes und glückliches Leben. Ihr Rezept unterscheidet sich kaum von all denen, die vom Leben geliebt werden, Theresia-Maria Wuttke hilft anderen und teilt ihre Gaben.

„Ich unterstütze Menschen dabei, ihren Wesenskern zu entdecken und daraus Gewinn bringend zu handeln. Das tue ich mit der Beratung von Unternehmern und Führungskräften. Ich bin davon begeistert, Menschen dabei zu unterstützen, ihr volles Potenzial zu entfalten und es in ihrem Handeln umzusetzen.”

Dabei bedarf es einer klaren Vorstellung. Sie spricht sogar von einer Vision, die sie in täglicher Mission lebt. „Ich kam dazu durch innere Führung.” Die Arbeit mit krebskranken Menschen und eigene Nahtod-Erfahrung führten Wuttke zum eigenen Kern. Seither handelt sie aus ihrer Mitte heraus und stärkt andere durch ihre Überzeugung, dass dem alles möglich ist, der vertraut (auch einmal Dirigentin eines Symphonieorchesters zu sein).

„Menschen sollten sich gegenseitig darin unterstützen, ihr Potenzial zu erkennen und frei zu entfalten.

Timo Piecha (Dienstag, der 28. Juli 2009 / 08:01) | Keine Kommentare | Permalink

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Conny Dambach – ASCII-Artistin

Conny Dambach

„Zaubere ich dir mit meinen Bildern ein Lächeln ins Gesicht, dann hat es sich für mich geloht, aufzustehen.”

http://www.asciibilder.net

Conny Dambach erzählt wenig von sich, als mehr von ihren Bildern, mit denen sie Menschen Freude bereitet. Doch auch diese gute Absicht spricht für die Künstlerin.

„ASCII-Kunst, auch Zeichenbilder, Chatbilder, Pinnwandbilder oder Gästebuchbilder genannt, benötigen wenig Speicherplatz, sind individuell und etwas Besonderes.”

Vor einigen Jahren brachte sie eine Freundin auf das Austüfteln von Zeichenbildern. Seit zwei Jahren stellt sie die von ihr entworfenen Bilder auf ihrer Homepage aus (http://www.ascibilder.net), und erfreut sich großer Beliebtheit bei Usern aus unterschiedlichsten Communities.

„Dass die Bilder mal so beliebt sein werden, hätte ich nicht gedacht. Ich sehe mich jetzt auch nicht unbedingt als Künstlerin, denn ASCII-Art kann jeder erstellen, der Interesse hat und sich daran versucht.”

Auf ihrer Homepage erklärt Conny Dambach wie man selber solche ASCII-Bilder nach eigenen Ideen erstellen kann, ohne dass sie in sich zusammenfallen. Was einmal dem Zeck diente, ein wenig vom Alltag abschalten zu können, entwickelte sich zum Hobby und bereitet mittlerweile einer Menge Menschen eine Menge Freude.

„Es ist aber nicht so, dass ich nur mit meinen Bildern beschäftigt wäre, meine liebe Familie und Freunde haben ganz klar Vorrang. Denn es ist mir wichtig, dass man nicht nur sich selber sieht, auch seine Umwelt sollte man wahrnehmen.”

Conny Dambach bewundert Menschen, die für andere da sind - ohne wenn und aber. Und vielleicht bringt ja ein kleines, selbst und für den bestimmten Zweck entworfenes ASCII-Bild nicht nur ein Lächeln auf das Gesicht der Künstlerin, sondern erreicht jemanden, der eine kleine Freude gerade nötig hätte.

Timo Piecha (Dienstag, der 14. Juli 2009 / 10:50) | 434 Kommentare | Permalink

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Marina Weber - divers fleißig

Marina WeberJa, sie kann. Familie und politisches Engagement sind für Marina Weber machbar, auch wenn Frau dazu erst einmal „unter Hohn” eine eigene Wählergemeinschaft gründen musste.

In erster Linie organisiert die Familienmanagerin Kind, Mann, Hund und Katz’, bevor sie sich in diverse politische Aktivitäten stürzt: Örtliche Kita-Beirätin, Vorsitzende der lokalen Freien Wählergemeinschaft, Ausschuss, Arbeitskreis, im Vorstand der Freien Wähler im Bund und für Europa. Als bewährte Pfeiler ihrer Motivation ließen sich Glaube, Liebe und Hoffnung anführen:

„Für meine Familie empfinde ich Liebe und Zuneigung. Der Einsatz für sie bringt mir Rückhalt und Zufriedenheit. Mit Kampgeist möchte ich allen Menschen Zeigen, dass man nicht nur nörgeln sollte, sondern durch Taten Veränderungen herbei bringt. Ich glaube, dass mein Einsatz in der Politik irgendwann wirklich Früchte trägt und dass wir mehr Geld in unserer Kinder investieren sollten als in sinnlose Staatsobjekte! Ich hoffe, dass bald keine Kind mehr hungern muss und eine vernünftige Zukunftsperspektive hat.”

Apropos Perspektive. Manuela Weber findet ihre Vorbilder innerhalb ihrer Familie: „Mal meine Tochter, die die Dinge noch mit Kinderaugen sieht und mal mein Mann, der mir die Ruhe und Geduld aufzeigt, mal meine Mutter, die nichts schlechtes über Menschen denkt, auch mal meine Freunde, die ein offenes und ehrliches Wort haben und zuletzt auch meine Feinde, die mir zeigen, dass ich so nie werden möchte.”

Marina Weber wünscht sich weniger Neid und Missgunst unter den Menschen - und dass sie endlich ihre fällige Steuerklärung hinbringt.

Timo Piecha (Dienstag, der 30. Juni 2009 / 05:06) | 1 Kommentar | Permalink

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Ansgar Kreft - zwischen Bilanz und Droge

Ansgar KreftFinanzwelt und soziales Engagement. Dass beides geht, beweist Ansgar Kreft. Als kaufmännischer Angestellter einer namhaften Bank versorgt er deren Kunden mit Statistiken und Auswertungen und sieht zu, dass die Anmeldungen zu Hauptversammlungen reibungslos funktionieren. Damit wäre die eine Hälfte des Tages geschafft. In seiner zweiten halben Stelle leitet Kreft die Drogenarbeit des Malteser-Hilfsdienstes in Frankfurt am Main.

„Mein ganzes Leben ist ein einziger Umweg. Ein abgebrochenes Medizinstudium, Assistent beim Frankfurter Rettungsdienst, nebenher Abendstudium der Gesundheits- und Sozialökonomie, dann kaufmännischer Angestellter bei der Bank und schließlich wieder zurück ins Sozialwesen.

In der Substitutionsambulanz wollen wir unseren Klienten den Suchtdruck nehmen, sie von der Beschaffungskriminalität befreien und ihnen ein wenig Menschenwürde zurückgeben. Die Reintegration in die Gesellschaft steht hierbei im Vordergrund. So finde ich bei den Maltesern Freude und Genugtuung und die Gewissheit, etwas Gutes zu tun. Mein Vorbild ist mein Namenspatron, der Heilige Ansgar, Apostel des Nordens, der furchtlos seine Ziele verfolgte und Zeugnis ablegte.”

Entsprechend lang ist die Liste von Krefts Aktivitäten. Zur Pflege seiner musischen Neigungen spielt er klassische Gitarre, Kontrabass und Klavier, fotografiert gerne und schreibt eigene Texte. Seine sportlich-abenteuerliche Leidenschaft hätte ihn allerdings beinahe das Leben durch einen schweren Motorradunfall gekostet. Dennoch, oder gerade deswegen, engagiert er sich im Verein MEHRSI für mehr Sicherheit für Biker.

„Es wäre schön, wenn ein Wir-Gefühl und eine Verantwortung für den Anderen dem allgegenwärtigen Egoismus weichen würden,” sagt einer, der mit gutem Beispiel voran geht.

„Verlange nichts von anderen, das du nicht selber zu geben bereit bist.”

Timo Piecha (Dienstag, der 16. Juni 2009 / 14:36) | 1 Kommentar | Permalink

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Heike Bohnes – Was zu tun ist

heikebones1Pflegefall. Welche Rechte hätten Sie als Patient oder Familienmitglied? Könnte man mit Ihnen nach Belieben verfahren? Wogegen müssten Sie sich wehren (wenn Sie könnten)?

Verfolgt man den chaotisch anmutenden Hickhack in der Gesundheitspolitik, dann genügt allein die Vorstellung, einem ungewissen Schicksal ausgeliefert zu sein, um sich davor zu fürchten.
Zum Glück gibt es Menschen wie Heike Bohnes, die sich in diesem Wirrwarr nicht nur auskennen: „Ich helfe Menschen, die pflegebedürftig geworden sind oder deren Angehörigen, ihre Rechte gegenüber Leistungserbringern wie der Pflegekasse oder einem Pflegedienst kennen zu lernen und/oder auch durchzusetzen. Und ich helfe ihnen, sich die Pflege so leicht wie möglich zu machen.“

Hilfsbedürftige können froh sein, dass Heike Bohnes ihren Job als Leiterin eines Pflegeheims kündigte. Selbständig zu sein, konnte sie sich bis dahin zwar nicht vorstellen, doch als hernach Heimbewohner und Angehörige ihren Rat suchten, blieb ihr gar nichts anderes übrig, denn so etwas wie „Pflegeberatung“ gab es noch nicht.

Sie konnte auf ihre Erfahrungen im Pflegedienst bauen: „Unterlassen ist schlimmer als Fehler zu begehen. Jeder sollte ein bisschen auf den anderen achten und ihm helfen.“ Das klingt einfach, wäre da nicht die Politik, die den gesamten Gesundheitssektor durchdringt. „Die Politik dürfte sich nicht so sehr von Lobbyisten beeinflussen lassen,“ sagt Heike Bohnes und wirkt dem entgegen, indem sie als Chefredakteurin eines Informationsdienstes Hinweise und Tipps gibt, wie pflegende Angehörige von Demenzkranken sich selbst und den Kranken das Leben erleichtern können. Außerdem unterstützt sie den Kronos e.V. gegen Kindesmissbrauch.

Nach einem Vorbild im Leben gefragt antwortet sie nüchtern: „Jeder muss das tun, was er tun muss. Dazu brauche ich kein Vorbild.“ Das klingt einfach und einleuchtend – wenn es das nur wäre – danke Heike.

Timo Piecha (Dienstag, der 2. Juni 2009 / 14:10) | 3 Kommentare | Permalink

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Iris M. Stegmayr - die vegetarische One-Woman-Show

StegmayrVor die Wahl gestellt tauscht „Frau” den Kochlöffel gegen den Golfschläger. Nicht so Iris M. Stegmayr: „Als Führungskraft in einem großen Unternehmen hab ich mir irgendwann gesagt, wenn du jetzt nicht den Absprung schaffst, wirst du krank unter dem Druck, dem man in einer Sandwichposition ausgesetzt ist. Jetzt ziehe ich sechs Tage die Woche eine ‚One-Woman-Show’ in meinem kleinen vegetarischen Restaurant durch. Den Golfschläger musste ich leider zugunsten des Kochlöffels in die Ecke stellen. Dafür schwinge ich manchmal den Pinsel, um ein passendes Bild fürs Restaurant zu malen.”

Nicht in einem hohen Gehalt und in Sicherheiten ist ihrer Meinung nach Erfüllung zu finden. Die Berufung macht den Unterschied. Schon als Kind verköstigte Iris M. Stegmayr die Pfadfinder und hätte eigentlich gleich ihrer Leidenschaft folgen können. Wäre sie nicht dem Irrtum unterlegen, dass sie beim alltäglichen Kochen die Lust daran verlieren könnte. Heute denkt sie anders: Die Taten folgen dem Denken.

„Viele verbinden den Begriff Vegetarier immer noch mit Bildern vom ungewaschenen Waldschrat in Zimtlatschen und der Emanzentussi in lila Latzhosen, die trockene Körner hinunterwürgen. Ich versuche Menschen auf sanfte Art zu überzeugen, dass ein genussvolles Speisen in stilvollem Ambiente auch ohne Tierleichen auf dem Teller funktioniert. Es gibt so viele, auch traditionelle Gerichte, die ganz ohne Fleisch auskommen, satt machen und kulinarisch wie optisch ein Genuss sind. Zudem führe ich hochwertige Weine auf meiner Karte. Kochen ist für mich eine der kreativsten Tätigkeiten und meine „kleinen Werke” kann sich fast jeder leisten - und im besten Fall will er immer mehr davon …”

Auch wenn es noch keine berühmten vegetarischen Köche gibt, findet sie die Verbindung von gesundem Kochen und sozialem Engagement wie zum Beispiel bei Jamie Oliver bewundernswert. Ein stärker altruistisch ausgerichtetes Denken würde ohnehin den dringenden Wandel im Umgang der Menschen mit den Lebewesen auf der Erde verändern. Wie Iris M. Stegmayr sagt: „Dem Denken folgt die Tat.”

Jochen Kohler (Dienstag, der 19. Mai 2009 / 11:31) | 2 Kommentare | Permalink

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Lutz Dziarnowski - ein Foo

„Denkt an unsere Kinder, schaut in ihre Augen, dann wisst ihr, was zu tun ist! … Tut es und tut es heute, schon morgen kann es verboten sein … Dies mag kein perfekter Plan sein, ein Anfang ist es allemal und wir gehen schon mal los … Ich bin ein Foo, und Du?”

Vielleicht steckt ja in uns allen bereits ein kleiner Foo und wir wissen es bloß noch nicht. Hier Dziarnowskis Beschreibung: „Ein Foo packt an, handelt überlegt, zeigt Optionen auf, lebt nachhaltig, denkt nach, gibt Antworten, stellt Fragen, hat eine Meinung, hilft anderen, bringt gute Ideen nach vorne, unterstüzt Ideen in der Tripple Bottom Line (Drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökonomie, Ökologie und Gesellschaft).”

Warum er selbst zum Foo wurde: „Wenn ich in die Gesichter meiner Kinder blicke, weiß ich, dass wir ihnen eine Zukunft geben müssen. Diese Zukunft darf nicht auf Schulden aufgebaut sein, sondern muss aktiv und positiv gestaltet werden. Nachhaltige Lebensführung mit ökonomischem, ökologischem und sozialem Bewusstsein gehörte in unserer Familie schon immer zur Kernphilosophie. Deshalb freue ich mich ein Foo zu sein und ein Unternehmen zu führen, das sich genau meinen Qualitätsansprüchen widmet. Ich freue mich auf die Zukunft.”

Den Wunsch, die Welt jeden Tag ein bisschen besser zu machen, hegt Dziarnowski schon immer: „Als Schüler unterstützte ich Greenpeace, klebte Plakate für Klaus Staeck … Nun habe ich die Möglichkeit, etwas Nachhaltiges für uns alle zu tun - Nach der Utopia-Konferenz in Berlin 2008 beschloss ich The Foo zu gründen und ein Foo zu werden.”

In seinem Unternehmen betreut er nun das Projekt „klimaneutrale Schule” und betreibt nachhaltiges Marketing. Seit Jahren unterstützt er Dr. Florian Langenscheidt und dessen Organisation „Children for a better World”, für die er einen über 1000mal verschenkten „CHILDREN Bär” einwickelte. Und eine Thankga-Malschule der Himalayan Light Foundation in Nepal bezieht ihre Energie aus einer von dem Foo gespendeten Solaranlage.

Nach turbulenten Beraterjahren an Standorten wie London, dem Schwarzwald und Bonn diktiert jetzt die Familie Dziarnowskis Arbeitsbedingungen. „Ab 14:00 Uhr und am Wochenende gehört Papa uns!”, fordern seine Kinder und finden dabei die Unterstützung ihrer Mutter. Konsequent arbeitet der Foo nur noch am Vormittag.

„Leider erwiesen sich meine beruflichen Vorbilder in der Rückschau als Nieten, wie z.B. Herr Zumwinkel, dem ich persönlich zuarbeiten durfte. Ich lernte ihn als sehr integeren Mann kennen, doch manchmal wir man von der Realität dann doch überrascht. So bin ich nun ein „empirischer Skeptiker”, was Vorbilder angeht. Fan der Rock-Gruppe Queen und deren Sänger Freddie Mercury. Machmal wünsche ich mir, ich hätte mit der Musik (ich habe 13 Jahre lang Keyboard und Saxophon gespielt) weitergemacht und nicht vor über 20 Jahren aufgehört. Keyboarder in einer Rockband wäre ich auch gerne …”

Wer weiß, mit der richtigen Foo-Einstellung klappt es ja vielleicht auch noch mit der Musik -wie sang Freddie einst?: I Want It All!

Jochen Kohler (Dienstag, der 5. Mai 2009 / 09:04) | 2 Kommentare | Permalink


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