Stellen Sie sich vor, eines Tages landen fremde Wesen aus dem All auf unserem Planeten. Wesen wie in dem Hollywood Spielfilm Independence Day. Sie sind unglaublich intelligent und dem Menschen weit überlegen……Eine beispiellose Terrorherrschaft beginnt. Die Außerirdischen benutzen die Menschen zu medizinischen Versuchen, fertigen Schuhe, Autositze,….verwerten ihre Haare, Knochen und Zähne. Außerdem essen sie die Menschen auf, besonders die Kinder und Babys. Sie schmecken ihnen am besten, denn sie sind so weich und ihr Fleisch ist so zart.
Ein Mensch, den sie gerade für einen medizinischen Versuch aus dem Kerker holen, schreit die fremden Wesen an: “Wie könnt Ihr so etwas tun? Seht Ihr nicht, dass wir Gefühle haben, dass Ihr uns weh tut? Wie könnt Ihr unsere Kinder wegnehmen, um sie zu töten und zu essen? Seht Ihr nicht, wie wir leiden?….Habt Ihr denn überhaupt kein Mitleid und keine Moral?”
Die Außerirdischen nicken.
“Ja, ja” sagt einer von Ihnen. “Es mag schon sein, dass wir ein bisschen grausam sind. Aber seht Ihr,…wir sind euch eben überlegen. Wir sind intelligenter als ihr und vernünftiger und wir können Dinge, die ihr nicht könnt. Wir sind eine viel höhere Spezies, ein Dasein auf einer ganz anderen Stufe. Und deshalb dürfen wir alles mit euch machen, was wir wollen. Verglichen mit uns ist euer Leben kaum etwas wert. Außerdem……: Ihr schmeckt uns halt so gut!”
Diese kleine Geschichte stammt aus dem Buch “Wer bin ich und wenn ja, wie viele” von Richard David Precht.
Fällt Ihnen etwas auf? So gehen wir mit den Tieren um. Die Frage ist, ob wir das dürfen. Nun, die Antwort darauf ist sicher nicht ganz einfach zu geben. Herr Precht beleuchtet in seinem wirklich empfehlenswertem Buch verschiedene Seiten dieser Frage.
Dabei erzählte er die Geschichte des australischen Philosophen Peter Singer, der eines Tages im Jahr 1970 im Speiseaal der Uni Oxford genüßlich sein Steak vertilgte, als sich ein Student an seinen Tisch setzte. Dieser Student war Richard Keshen und wurde später Professor für Philosophie in Kanada. Er hatte sein Steak auf die Seite geschoben. Singer fragte ihn, ob es ihm nicht schmeckte und bekam die Antwort, dass der Student niemals Fleisch essen würde.
Singer wunderte sich über die entschiedene Haltung. Richard forderte Singer auf, ihm auch nur ein einziges gutes Argument zu nennen, warum es moralisch vertretbar sei, Tiere zu essen. Singer willigte ein und sie verabredeten sich für den nächsten Tag. Das war das letzte Steak, dass Peter Singer gegessen hatte.
Fünf Jahre später veröffentlichte er sein Werk “Animal Liberation”, in dem es darum geht, wie Menschen mit Tieren umgehen sollten. Es wurde ein Bestseller.
Eine seiner Kernaussagen:
“Das wichtigste Kriterium für das Lebensrecht eines Lebewesens sind nicht Intelligenz, Vernunft oder Verstand. Ein neugeborener Säugling hat weniger Verstand als ein Schwein, und trotzdem dürfen wir ihn nicht essen oder zu Versuchen für ein neues Shampoo missbrauchen. Der entscheidende Grund, ein Lebewesen zu respektieren und ihm ein Lebensrecht zu geben, ist seine Fähigkeit, sich zu freuen oder zu leiden”
Die Affäre um Bundespräsident Wulff spitzt sich zu. Jetzt kommen die Parteifreunde aus der Deckung und stimmen in den Choral der Opposition ein. Das Krisenmanagement hätte schlechter nicht sein können. Welcher Teufel C.Wulff geritten hat ausgerechnet der BILD eine Steilvorlage auf die Mailbox zu sprechen wissen nur die Götter. Nach seiner Aussage zum Islam ist dies erst das zweite Mal, dass der farbloseste Bundespräsident seit Gründung unserer Republik von sich Reden macht. Wulff müsste wissen, dass seine Stunde näher rückt. Ein klares Indiz dafür sind die Mahnungen aus den eigenen Reihen, Schaden vom Amt abzuhalten.
Man mag von der BILD halten was man will, aber Einschüchterungsversuche wären nicht nur verfassungswidrig, sondern auch eine Schmach für Amt und Würde. Ich bezweifle mittlerweile, dass der Bundespräsident und seine Pressestelle noch begreifen, dass ihre öffentlichen Verlautbarungen dem Amt und nicht dem Individuum zugeordnet werden. Während die Kreditnahme noch vor Wullfs Präsidialzeit stattfand, geschah der Anruf klar zu Amtszeiten. Eine Blöße, die das Individuum Wulff sich hätte sparen sollen und dem Amt ersparen müssen.
Als dieses Affärchen publik wurde, hatte Wulff die Chance das ganze mit einer öffentlichen Fragestunde und einer Erklärung für den Landtag aus dem Weg zu räumen. Dank seiner lückenlosen Verschleierung und eines kaum schlechter möglichen Krisenmanagements ist dieser Weg nun verbaut. Jetzt da der traurige Höhepunkt, der zur tatsächlichen Affäre herangewachsenen Geschichte erreicht scheint, wird die Luft dünn in Schloss Bellevue. Natürlich darf sich auch ein Bundespräsident gegen Vorwürfe aus der Presse wehren, und er dürfte sogar mit Konsequenzen drohen, wenn die über ihn bevorstehenden Veröffentlichungen nicht der Wahrheit entsprächen. Den Fakten jedoch, wurde nicht widersprochen und ein Eingriff in die Pressefreiheit steht keinem Politiker zu, egal in welchem Amt er sich befindet.
Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass ich Wulff von Anfang an für die schlechtere Wahl gehalten habe. Nicht jeder Präsident kann ein Weizsäcker sein, aber wie wenig Charisma kann dieses Amt ertragen. Verfehlungen, die man einem großen Präsidenten nachgesehen hätte, mit denen dieser aber auch vielleicht mit Größe umgegangen wäre wachsen sich jetzt zu unüberwindbaren Hürden aus. Ob Frau Merkel sich auch wünscht sie hätte nicht mit aller Macht einen eigenen Kandidaten durchgedrückt? Nun wie es scheint wird dieser Fehler bald korrigierbar werden.
Ich bezweifle stark, dass Wulff die Angelegenheit schadlos übersteht und auch wenn dies ein geradezu inflationärer Verschleiß an Bundespräsidenten zu sein schiene, würde ich einen Rücktritt befürworten. Sein Verhalten ist und war nicht unverzeihlich, aber nicht vereinbar mit dem Bild des Amtes, das seine Vorgänger in den letzten Jahrzehnten geschaffen haben.
Zum Neuen Jahr möchte ich Ihnen eine kleine Geschichte erzählen, die mein Leben verändert hat.
Es war Mitte der Siebziger Jahre. Ich war in der elften Klasse - und hatte gerade meine Bemühungen am zweiten Gymnasium erfolgreich mit einem de-facto Rauswurf wegen Nichterscheinens beendet. Das Schreiben des Direktorats war eindeutig: “……wenn Sie sich bis zum…….nicht abmelden, betrachten wir Sie als abgemeldet…”
Lief alles super, denn es war ja erst Herbst oder Winter. Mindestens ein halbes Jahr “Urlaub” vom schlechten Gewissen, die Schule zu schwänzen, lag vor mir. In die Penne, das war klar, gehe ich auf keinen Fall mehr. Lernen? No!!!
Im Laufe der Monate dachte ich dann auch über eine Alternative nach. Denn endlos so weitergehen würde das nicht. Das war sogar mir klar. In Haibach bei Aschaffenburg befand sich der Sitz der Fa. Adler Modebekleidung. Meine Eltern standen in geschäftlicher und privater Verbindung zur damaligen Eigentümerfamilie.
Irgendwann kam mir dann die Idee, dort eine Lehre zu machen. Dabei stellte ich mir folgendes Leben vor: Meine Eltern kaufen mir einen Alfa Romeo Spider. Mit dem fahre ich dann jeden morgen offen die halbe Stunde nach Haibach. Das alleine ist schon Genuß. Dort reisse ich die acht Stunden Job ab - Spaziergang. Und abends geht’s dann wieder offen mit Musik nach Hause. Ach ja, und Geld verdiene ich ja auch. Sprit und Auto gehen auch auf die Eltern. Was will man mehr?
Ein paar entscheidende Denkfehler waren in diesem Plan: erstens hatte ich keinen Alfa Spider. Zweitens hätte ich nichtmal reingepasst. Ich war zu groß. Drittens würde nicht jeden Tag die Sonne scheinen auf dem Weg zur Arbeit. Viertens hätte ich da auch lernen müssen. Fünftens, sechstens, siebtens……
Das alles hatte ich aber selbstverständlich nicht erkannt!
Mein Vater brachte es fertig, dass ich unter Umgehung der Personalabteilung einen Termin mit dem obersten Chef bekam, Herrn Wolfgang Adler persönlich. Ein leiser, intelligenter, sympathischer, vornehmer Mann. Wir saßen an entgegengesetzten Kopfenden eines langen Konferenztisches und Herr Adler fragte mich nach meinen Zielen. So schlau, nicht von der Alfa-Geschichte etc. zu erzählen, war ich, aber was ich sagte, weiß ich nicht mehr. Wahrscheinlich irgendein Gestammel. Das erkannte er mit absoluter Sicherheit.
Dann sagte er mir sinngemäß mit ruhigem, sehr freundlichem Ton, wobei er mit dem einen Finger einen gedachten Punkt vor sich auf dem Tisch markierte: “Sie stehen heute hier. Machen Sie sich Gedanken, wo Sie in 30 Jahren stehen möchten”. Er markierte dabei einen anderen, gedachten Punkt. “Dazwischen stellen Sie sich ein Meer vor. Behalten Sie Ihr Ziel im Auge und versuchen Sie, so gut es geht in seine Richtung zu segeln. Es kann sein, dass Sie Gegenwind haben und Zick-Zack segeln müssen”. Er markierte dabei einen Teil einer gedachten Route. “Aber segeln Sie niemals zurück!”
Das saß! Es wirkte im Laufe der Zeit immer heftiger nach. Und ich habe dieses Bild noch heute im Kopf.
Selbstverständlich habe ich mich dann nicht bei Adler beworben, sondern habe mir selbst ein Gymnasium gesucht, das bereit war, mich Nichtsnutz noch aufzunehmen. Ich fing an zu lernen und stellte fest, dass manches von dem Lernstoff wirklich interessant war. Mit einem 1,6er Abitur bedankte ich mich dann bei mir selbst - statt, wie vorher immer im letzten Drittel des hinteren Drittels zu navigieren.
Allerdings habe ich einige Etappenziele mit dem verwechselt, was ich wirklich von Anfang an gerne getan hätte - und bin deshalb einige Male Richtung “Zack” gesegelt, wo “Zick” die richtige Richtung gewesen wäre. Heute hoffe ich, zumindest das Ziel zu sehen und in die richtige Richtung zu fahren.
Und genau das wünsche ich Ihnen auch, liebe Leser. Das Ziel zu erkennen - und den Mut und die Kraft zu haben, darauf zuzusteuern.
Ganz Gallien ist seit dem letzten Euro-Gipfel unter der Schuldenbremse vereint. Ganz Europa? Nein ein mittelgroßer Inselstaat im Westen Europas leistet Widerstand. Die britischen Euro-Skeptiker reiben sich die Hände und sehen sich schon mit einem Fuß aus der europäischen Gemeinschaft ausgetreten, die Euro-Befürworter werfen Premier Cameron vor er habe im Alleingang Britannien von der EU isoliert. In Deutschland scheiden sich Meinungen. Von Bedauern über Verständnis bis hin zu Mahnungen an die besondere deutsche Verantwortung. Diese Mahnung an die deutsche Verantwortung kann ich jedoch nicht teilen, da diese Verantwortung nicht isoliert gegenüber Großbritannien besteht, sondern auch gegenüber einer Reihe anderer Mitgliedsstaaten der EU. Nebenbei, wäre es auch nicht vertretbar gewesen einzig und allein dem Finanzplatz London eine Sonderstellung zu gewähren oder die gesamten Maßnahmen ad acta zu legen nur um in Einigkeit und Schönheit unterzugehen.
Nach dem Gipfel ist bekanntlich vor dem Gipfel und seit gestern spätestens geraten die Beschlüsse unter Beschuss. Lammert, Gauweiler, die Bundesbank, Polen, Moody’s und Tscheschien torpedieren die aktuellen Vorhaben, halten sie für unfair, unzureichend, verfassungswidrig oder schlicht falsch.
Bröckelt nun, was zunächst als Durchbruch gefeiert wurde? Wenn ja muss man fragen dürfen: Was denn dann? Einfach so weitermachen? Nachdem der Gipfel schon die privaten Anleger aus der Haftung genommen hat, ist um so mehr ein seriöses Haushalten gefordert. Nimmt das Risiko ab, steigt natürlich die Investitionsbereitschaft, nur steht das diametral der Idee von Anlagen gegenüber. Das Ausfallrisiko spiegelt sich im Zins wieder, verringert sich das Risiko, mehrt sich also entweder der Gewinn oder die Zinsen müssen sinken. Letzteres führe wiederum zu zügellosen Krediten, wenn keine Mechanismen, wie eine funktionierende Schuldenbremse, implementiert würden. Euro-Bonds führten zu ähnlichen Ausuferungen, denn sie tarnen lediglich faule Kredite. Aber egal, ob unter dem Bett, im Schrank oder im Tresor der EZB, Kredite müssen getilgt werden.
Selbst der quasi Haftungsausschluss für private Anleger geht hier schon einen Schritt zu weit. Kein Gewinn ohne Risiko. Obschon ich verstehen kann, dass man Anreize für Investitionen in Europa schaffen wollte, heiligt der Zweck nicht das Mittel.
Der Weg Europas, zumindest der Euro Länder, ist eine Einbahnstraße, wenn man an der Währung festhalten will. Zu Zeiten der Drachme hätte Griechenland die Geldmenge erhöhen und dadurch die Drachme abwerten können. Dieser Weg ist in einer Einheitswährung nun einmal nicht möglich. Auch wenn ich den Begriff der Fiskalunion noch für haltlos übertrieben halte, so denke ich andererseits, dass dies das letztendliche Ziel sein muss. Vielleicht ist die Schuldenbremse auch der erste Schritt in diese Richtung, darf aber nicht der Letzte bleiben. Es bleibt zu hoffen, dass die letzten Beschlüsse nun schnell in den Parlamenten, allen Unkenrufen zum Trotz, schnell ratifiziert werden. So wenig attraktiv Sparvorhaben auch sind, wenn es um die politische Öffentlichkeitswirkung geht, so nötig sind sie angesichts der Billionen an Schulden, die Europa mit sich schleppt.
Um einmal noch auf das Eingangsthema zurückzukommen. Ich hoffe sehr, dass sich die Briten und ihr Premier Cameron eines Besseren besinnen und schließlich doch noch mit an Bord kommen, der schwarze Peter liegt aber klar auf der Insel. Eine Haltung wie „alle EU Staaten sind gleich, nur die Briten sind gleicher“, konnte, kann und könnte nicht akzeptabel sein.
So, heute melde ich mich zum letzten Mal, in diesem Jahr in diesem Blog.
Wie ist Ihr Jahr gelaufen? Welche Schlüsse und Vorsätze ziehen sie daraus? Ich meine, die, welche Sie auch nachhaltig halten können. Es sollte schon realistisch sein
Die letzten Jahre hatte ich ja immer nur einen Vorsatz: “Ich will so bleiben, wie ich bin!” Ein bisschen provokant, ja. Und auch absichtlich.
Bei mir hat dieses Jahr einige wesentliche Veränderungen gebracht. Zwei Einschneidende davon, bereits Anfang 2011, könnte man Enttäuschungen nennen. Aber wenn man das Wort “Enttäuschung” analysiert, dann ist es das Ende einer Täuschung - und damit ist es gut.
Und ja, mir ging und geht es wirklich gut damit. Geschätzte Menschen meines Umfelds wunderten sich darüber, wie äußerlich unberührt ich die wegsteckte. Innerlich war es übrigens ganz genau so. Ich habe erkannt, dass das Bild, welches ich die ganze Zeit von diesen Menschen hatte, ein Falsches war. Also wurde es zurecht gerückt. Und gut isses!
Mein Leben wurde einfacher, neue Wege und neue Chancen haben sich eröffnet. Genau so wie das Sprichwort sagt: Wenn eine Tür sich schließt, dann öffnet sich eine Andere.
Warum erzähle ich das? Ich möchte Sie einfach ermuntern, die bald kommenden, hoffentlich stillen Tage zwischen den Jahren zu nutzen, Ihre Situation zu betrachten - und die Schlüsse zu ziehen, von denen Sie fühlen, dass sie langfristig die richtigen Entscheidungen sind. Aber nicht mit bösem Blut umsetzen, wenn es irgendwie geht….
Ich bin fest davon überzeugt, dass wir alle eine Aufgabe in diesem Leben haben. Auch davon, dass wir diese Aufgabe ganz tief in unserem Innern spüren und dass es eine Führung gibt, die uns auf dem Weg dahin hilft. Dieses Schwingungen nehmen wir aber nur wahr, wenn die vielen Störgeräusche unseres Beschäftigtseins abgedämpft werden.
Wenn wir einen kleinen Schritt weiter in dieser Erkenntnis kommen, in Richtung unserer eigenen Lebensaufgabe, dann machen wir garantiert etwas richtig. Bei jedem von uns wird das etwas Anderes sein. Und das ist auch gut so.
Standard & Poors, die Rating-Agentur, hat jüngst verkündet, dass den bisherigen Vorzeigestaaten Europas, die bisher mit dem begehrten Triple-A bewertet waren, eine Herabstufung auf Double-A drohe. Allerdings wolle man die Politik weder beraten noch unter Druck setzen ließ der Europa Chef Krämer im gestrigen Heute Journal verlauten. Mehr noch, die Öffentlichkeit überschätze den Wert einer solchen Maßnahme und unterschätze die Marktteilnehmer, weil der Markt sich nicht von der Meinung einer einzelnen Rating-Agentur beeinflussen lasse. Es gäbe dafür auch keine empirischen Belege. Eine Mischung aus falscher Bescheidenheit und Eigentor, die Krämer dort zum Besten gab. Die Frage warum krisengeschüttelte Staaten auf einer Stufe mit Italien bewertet werden umschiffte er so auch mehr oder weniger geschickt mit dem Hinweis, dass Italien sehr wohl eine sichere Anlage sei, wenngleich in wirtschaftlich schwieriger Situation. Dies ist sicher richtig, nur keine Antwort auf die Frage warum ein Land im Ausnahmezustand wie Trinidad und Tobago auf einer Stufe mit Italien steht.
Zur Erinnerung, Rating-Agenturen bewerten die Ausfallsicherheit von Anlagen. Und auch wenn Italien zu Berlusconi Zeiten stark an Reputation eingebüßt hat, so sagt mir mein gesunder Menschenverstand, dass ich eher in italienischen Staatsanleihen investieren würde, als in denen von Trinidad und Tobago. Ich empfinde solche Wertungen als wenig vertrauensbildend. Die Panne, die zu einer kurzfristigen Abwertung von Frankreich führte tat ihr übriges dazu.
Es ist schon zynisch ein solche Ankündigung kurz vor dem nächsten Euro-Gipfel über den Äther zu jagen und dann zu behaupten, man wolle weder Druck ausüben, noch eine Entscheidung herbeiführen. Das Wort „beraten” habe ich absichtlich ausgelassen, denn dies würde ja bedeuten, dass S&P den Königsweg kenne oder zu kennen glaube. Man kommt nicht umher daran zu erinnern, dass die Lehman Brothers kurz vor ihrem Niedergang von S&P noch mit A+ gewertet wurden. Eine folgenschwere Fehleinschätzung. Wenn Rating-Agenturen jedoch auch nicht in der Lage sind den Kollaps von Banken oder Ländern vorauszusehen, wozu braucht man sie dann?
Nun institutionelle Anleger brauche Rating-Agenturen, um im Falle von Ausfällen darauf verweisen zu können. Für alle Anleger, die mit ihrem eigenen Geld spekulieren haben Ratings einen fahlen Nachgeschmack. Wenn sie ein Triple-A als Güte-Siegel verstehen wollen, dann muss Anlegern klar sein, dass dieses Siegel keine rechtliche Relevanz hat. Es gibt keine Absicherung gegen Fehleinschätzungen, keine Versicherung gegen Ausfälle, keine Haftung in irgendeiner Form.
So drängt sich das oft gehörte Wortspiel von „raten”(deutsch) und „raten”(englisch) geradezu auf. Dabei spielt es gar keine Rolle, ob eine Abwertung einiger Euro-Staaten nun gerechtfertigt ist oder nicht, weil die Mechanismen nicht klar sind, die der Beurteilung zugrunde liegen. Für die saloppe Erklärung Krämers, dass z.B. Italien vor großen Herausforderungen steht, braucht nun wirklich keiner eine Rating-Agentur, eine Tageszeitung genügt.
Auch wenn eine Abstufung von AAA zu AA nicht zwingend Zinsanpassungen nach sich zieht, gibt es Auswirkungen auf den Markt, alleine schon durch eventuell gewecktes Misstrauen, der Teilnehmer. Dabei sind Rating-Agentur normale Wirtschaftsunternehmen, deren Ziel auch nur das Erzielen von Gewinnen sein kann. Schlimm genug, wenn Unternehmen anderen Unternehmen Schulnoten geben, damit dritte Unternehmen sich an zweitem Unternehmen beteiligen, oder auch nicht. Staaten haben auf solchem Parkett nichts verloren und wenn zur Zinsdefinition eine Bewertung herangezogen werden muss, dann bitte von neutralerer Stelle, wie dem IWF, der Weltbank oder einem Unterhaus der UNO.
Ich hoffe die europäischen Regierungsvertreter lassen sich nicht irre machen und beschließen nach bestem Gutdünken, ohne dabei an spätere Schulnoten zu denken.
Vor ein paar Tagen bei Markus Lanz. Eine interessante Talkrunde mit Bushido, Sido, Maffay, dem Philosophen Richard David Precht - und der Kampfemanze und Möchtegern Anklägerin Gabi Decker.
Es ging, wie sollte es auch anders sein, um Bushido, seine Sprache, seine Texte, seine Songs, seine Videos- und sein Bambi.
Gabi Decker? - hatte ich vorher nie gehört….mal sehen, was sie so zu sagen hatte.
Im Großen und Ganzen ging es eigentlich recht vernünftig zu. Bis die Dame Decker jeweils zu Wort kam. Die kannte tatsächlich offenbar (fast) alle Texte, oder zumindest die mindestens grenzwertigen Textpassagen von Herrn Bushido. Davon machte sie auch kräftig Gebrauch und haute ihm Eine nach der Anderen an den Kopf, so lange sie reden konnte.
Mir ging das Messer in der Hose auf. Und was in meinem Kopf vorging, das beschreibe ich hier lieber nur ganz grob. Frau Decker wurde sofort in die gleiche Schublade wie die unsägliche Desirée Nick geschoben. Da steht “Wichtigtuer, Affektiert, Intelligent, aber Dumm!” drauf.
Naja, Sido empfand ich in den ersten Jahren, als er nur mit seiner komischen Maske auftrat, einfach nur als unterste Kategorie. Heute gibt er sich als fast biederer Mitbürger - mit entsprechenden Ansichten. Das muss man sehen und akzeptieren. Allerdings macht er sein Rapperding (mit entsprechenden Texten) weiter, sagt aber gleichzeitig, er würde dafür sorgen, dass sein Kind diese Sachen erstmal nicht hört. Ergo: das ist sein Geschäft, sein Markt. Er verdient damit Geld. Also macht er es weiter. Business!
Bushido, die sicher zweifelhafte Integrationsfigur, wird in punkto Bambi verglichen mit Herrn Obama, in dem Sinne, dass die Bambiverleihung mehr eine Verpflichtung für die Zukunft darstellt. So weit war man sich einig.
Trotzdem musste die Kampfemanze Decker ihre vorher auswendig gelernten Texte an den Mann bringen. Bushido und Sido waren äußerst defensiv, Peter Maffay und Herr Precht waren ruhig und gut - und Lanz wie immer.
Ich fragte mich die ganze Zeit, wie die Herren in dieser Runde die Ruhe bewahren konnten.
Heute habe ich mir mal die Mühe gemacht und auf Youtube nachgesehen, was Frau Decker in ihren Shows so von sich gibt. Nach maximal zwei Minuten konnte ich es nicht mehr hören.
Wer darüber redet, dass sie teilweise so heiss war, dass sie dachte, ihre Klitoris frisst ein Loch in die Couch, sollte sich meines Erachtens nicht über (sicher zum Teil sehr dumme) Milieusprache der Rapper auslassen. Und ein Wort wie “ficken” bedeutet dort nicht Geschlechtsverkehr, sondern “zurückzahlen”, “sich rächen” etc. Also ob das die Menschen dieser Runde nicht wüssten.
So, und für Frau Decker und Frau Nick habe ich einen kleinen Ausschnitt aus der Bibel, Jesus Sirach, Kapitel 25: “Über Frauen”
……. Kein Gift ist tödlicher als Schlangengift, und kein Zorn ist schlimmer als der Zorn einer Frau.
Lieber mit einem Löwen oder Drachen zusammenwohnen als mit einer bösen Frau! Die Laune einer Frau verändert ihr Gesicht, bis sie dreinschaut wie ein grimmiger Bär. Ihr Mann muß bei den Nachbarn essen gehen; dort sitzt er am Tisch und seufzt, ohne es zu wollen. Jeder Ärger ist klein, verglichen mit dem Ärger, den eine Frau bereiten kann. Das Schicksal der Sünder soll sie treffen!
Eine Frau, deren Zunge nie stillsteht, ist für einen ruhigen Mann genauso anstrengend wie ein steiler Sandhügel für die Füße eines Greises.
Fall nicht auf die Schönheit einer Frau herein! Begehre auch keine zur Frau, nur weil sie Vermögen hat. Ein Mann, der sich von seiner Frau ernähren läßt, muß sich auf Wutausbrüche, Unverschämtheiten und große Schande gefaßt machen. Ein niedergedrücktes Gemüt, ein saures Gesicht und ein gebrochenes Herz - das ist das Werk einer schlechten Frau. Kraftlose Hände und zitternde Knie bekommt ein Mann, der mit seiner Frau nicht glücklich ist. Mit einer Frau hat die Sünde angefangen, ihretwegen müssen wir alle sterben. Gib dem Wasser in deiner Zisterne keinen Abfluß, und einer bösen Frau erlaube keine Unverschämtheit! Wenn sie dir nicht auf Wort und Wink folgt, dann schick sie weg!
Der erste Advent naht. Ich fasse es nicht. Letzte Woche wurde mir das erstmal bewusst. Zu viele Pläne, immer im Tritt, immer etwas zu tun. Zack, und schon ist Weihnachten wieder da.
Geht es Ihnen auch so? Die Zeit fliegt einfach so dahin und plötzlich kann man Kaiser Franz zitieren*
Da fällt mir ein früherer Vermieter eines Ladengeschäfts in München ein. Damals ein altes, angenehmes und zurückhaltendes Ehepaar, ich schätze so um die siebzig. Ich war erst um die dreißig, also kamen sie mir sehr alt, weise und auch distanziert vor, obwohl sie sehr freundlich waren. Bei einem der Besuche, wieder zum Nachmittagstee, sagte der Ehemann sinngemäß: “Wissen Sie, Herr Picard, was ich für die Ouverture gehalten habe, war schon das ganze Konzert”
Es wird Zeit, das zu erkennen, bevor man nur noch die Reprise hört…
Und hier passt einmal das Wort, welches mittlerweile leider sehr abgeflacht klingt: Carpe Diem.
Viele Grüße
Stefan Picard
*”Ja ist denn jetzt schon Weihnachten?”
Stefan Picard (Dienstag, der 22. November 2011 / 11:00) | 1 Kommentar | Permalink
Die Regierung sieht das Ansehen Deutschlands in Gefahr, die Polizei wehrt sich gegen Vorwürfe, nicht hart genug gegen Rechtsextremismus vorzugehen und die Opposition schielt nach Versäumnissen der Bundesregierung. Dass nach Fehlern gesucht wird, ist sicher wichtig, an die schwarzen Peter Runden haben wir uns gewöhnt, aber wichtiger finde ich die Frage, wie tief solches Gedankengut noch in der Bevölkerung vertreten ist. Dass es im Osten unserer Republik regelrechte NPD Enklaven gibt, scheint kaum noch ein Aufreger zu sein. Solange es sich dabei nur um dörfliche Gemeinden handelt.
Der Vorwurf, dass unsere Polizei weniger stark interessiert an rechter, als an linker Gewalt sei, wurde schon oft benannt. Auch die Behauptung der Neonazis, dass sie nur offen aussprechen, was ein großer Teil der Bevölkerung denke ist nicht neu. Und tatsächlich kann ich aus eigener Vergangenheit bestätigen, dass linke friedliche Gegendemos im Gegensatz zu Nazi-Aufmärschen drastischer behandelt wurden. Nun sind dies subjektive Einzelfallbeobachtungen, wenn gleich des öfteren von vielen Seiten so beschrieben.
Dies soll keinesfalls bedeuten, dass die Ermittlungsbehörden Straftaten, wie von der „Zwickauer Zelle” verübt, gutheißen, protektionieren oder weniger engagiert bekämpfen. Ich will und kann auch nicht glauben, dass das Gros der NPD Wähler z.B. einen Mord mit „mehreren Schüssen in Kopf und Gesicht” gutheißt. Das ist aber auch nicht nötig. Solche Kräfte nähren sich selbst an schwammigen Zugeständnissen. Zu leicht lassen sich Sympathisanten ausmachen die etwas in der Art von „Natürlich ist das grässlich, aber ….”, verlauten lassen.
Woran könnte es liegen, dass Polizisten rechtem Gedankengut näher stehen, als linkem? Zum einen mag es daran liegen, dass Obrigkeit und Autorität dem rechten Gesellschaftsbild näher sind, zum anderen vielleicht, dass der Umgang mit Straftätern nach rechten Vorstellungen insgeheim befriedigender für Polizisten sein könnte. Diese Vermutungen sind jedoch mit einem großen Fragezeichen zu versehen. Fest hingegen steht: Das Bild, dass sowohl die Bundeswehr, als auch die Polizei kein Freund der Linken ist, hat sich zumindest in den Köpfen jener verfestigt.
Seitens der Politik und auch aus den Verwaltungen wird stets verkündet, dass jede Form des Extremismus gleichermaßen bekämpft und ablehnenswert sei. Sicher sind Gewalttaten oder Verbrechen anderer Art intolerabel, nur - mir sei an dieser Stelle ein „aber” gestattet - die Ziele spielen dann doch eine Rolle. Auch wenn Extremisten sich lange von ihren Zielen verabschiedet haben ist es interessant diese als Keim oder Quell noch einmal hervor zu kramen. Wo links Gerechtigkeit, Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit stehen, finden sich rechts Despotismus, Separatismus und Rassenhass. Noch einmal, ein „Linker”, der sich zu Taten wie denen der RAF z.B. hinreißen lässt, ist nicht mehr links. Drehen Sie diese letzte Aussage einmal für Rechtsextreme um…
Ernst Jandl schrieb im Gedicht „Lichtung” einst
manche meinen
lechts und rinks
kann man nicht velwechsern
werch ein illtum
Und Recht hat er, man kann sie nicht nur nicht verwechseln, man muss sie unterscheiden.
Peter Brandt
Peter Brandt (Mittwoch, der 16. November 2011 / 14:16) | 1 Kommentar | Permalink
Seit 60 Jahren wächst Europa zusammen und bis zur Eurokrise schienen die Vereinigten Staaten von Europa ein politisches Märchen zu werden. Deutschland, das nach einhelliger Meinung so gut durch die Spekulationskrise gekommen war, schien ebenso märchenhaften Zeiten entgegen zu gehen. Jetzt drohen die Demokratien Europas zu Verwaltern der Krisen, zu Finanzverwaltungen zusammenzuschrumpfen. Alle gesellschaftlichen Themen, sämtliche politischen Vorhaben scheinen aus dem Blick zu geraten. Geld, Schulden und Krisen überschatten alles andere.
Die Politik ist nicht mehr Gestalter sondern Getriebener der Wirtschaft. Selbst schuld mag man denken, wenn Politik es zulässt, dass drei privatwirtschaftliche Rating-Agenturen, ganze Staaten in die Schuldenfalle schreiben können. Statt die Zügel straff zu ziehen, lassen sich die Staatenlenker an dem Nasenring durch die Arena schleifen und verkünden und revidieren im 24-Stunden-Takt alternativlose und finale Lösungen.
Das Vertrauen der Märkte will man zurückgewinnen. Brauch man das Vertrauen derer, die die letzte Krise erst heraufbeschworen haben? Die Märkte, die wohlwollend den Bankenrettungen zugeschaut haben und jetzt wenige Jahre später Länder wie Irland abstrafen, weil sich die Iren zur Rettung ihrer Banken massiv verschulden mussten? Eine Bank scheint schneller als systemrelevant zu gelten, als eine Volkswirtschaft. Die Märkte vermitteln das Selbstverständnis, dass man eher ein ganzes Volk bezwingt, als eine Bank zu verstaatlichen. Schnell ertönen sonst Verunglimpfungen wie Planwirtschaft oder Sozialismus.
Bankenverluste zu sozialisieren und Gewinne zu privatisieren ist den Märkten natürlich sympathisch. Die Erklärung, die kleinen privaten Anlegern nach der Lehmann Pleite gerne gegebenen wurde, nämlich, dass das höhere Risiko im höheren Zins eingepreist gewesen sei, gilt hier natürlich nicht. Wenn man hier von einer Win-Win-Situation sprechen will liegen beide „Wins” auf Seiten der Märkte und Banken.
Was als Scherbengericht begann, liegt nun als Scherbenhaufen vor unseren Füßen. Die Regierung feiert eine nutzlose Steuerentlastung von 6 Milliarden Euro beschlossen zu haben, eine Beruhigungstablette angesichts der Nöte und Ängste, die die Bevölkerung tatsächlich bewegen. Eine Finanztransaktionssteuer scheint nach dem letzten Gipfel wieder in weite Ferne gerückt, strenge Regeln, die aus Spekulanten wieder ehrbare Kaufleute machen ebenso.
„Man darf die Märkte nicht verunsichern”, „Man muss die Märkte stabilisieren”, „Wir müssen das Vertrauen der Märkte zurückgewinnen”, floskelt es aus allen Mündern und Empfängern. Das grenzt schon an Götzenverehrung und langsam aber sicher, dürfen die Bürger erwarten, dass man so um ihre Gunst buhlt.
Ich weiß nicht wie es so weit kommen konnte, dass ganze Staaten zu Markte getragen werden können, aber das kann nicht unser Zukunftsmodell sein. Die Phrase „Geld regiert die Welt” war nie so wahrhaftig in Europa zu sehen wie aktuell. Mir ist es unverständlich, warum sich die größten Volkswirtschaften der Welt, nicht zu gemeinsamen Maßnahmen verabreden können.
Es bleibt die stets zuletzt sterbende Hoffnung, dass die Politik sich eines Tages mal erinnert wer Ross und wer Reiter ist.