Mal ganz davon abgesehen, welcher Partei Sie nahe stehen: Was löst der Name Ypsilanti bei Ihnen aus? Bewunderung? Verwunderung? Oder gar blankes Entsetzen?
Zugegeben, Wiesbaden ist nicht Washington D.C., aber auch in der Hessischen Provinz lassen sich die Mechanismen der Politik, oder sollten wir besser sagen der Macht, beispielhaft studieren. Weniger die parteipolitische Erwägung, ob nun die SPD mittels der LINKEN an die Regierung käme, soll uns interessieren, sondern Fragen wie z.B. was bedeutet Wählerwille? Wo beginnt der Tatbestand des Betruges? Wie weit darf ein Politiker bzw. eine Politikerin gehen?
Am Beispiel der SPD-Kandidatin für das Hessische Ministerpräsidentenamt lassen sich diese Fragen stellen – und auf unterschiedliche Weise beantworten. Wie denken Sie?
Mit dem Schlachtruf „Roland Koch muss weg!“ drängt die Politikerin Ypsilanti mit allen Mitteln an die Macht. Sie will Ministerpräsidentin werden. Und dies wäre in der derzeitigen politischen Lage nur mit Hilfe einer „Tolerierung“ durch die LINKE möglich. Eine Zusammenarbeit mit der LINKEN kam aber für sie bei den Landtagswahlen zu Jahresbeginn nicht in Frage. Sie gab ein Versprechen, nicht mit den LINKEN zusammen zu arbeiten. Besonders diejenigen, die Frau Ypsilanti dieses Versprechen glaubten, fühlen sich nun für ihre Machtzwecke missbraucht und getäuscht.
DIE ZEIT schreibt hierzu:
Sollte das Mänöver tatsächlich zur Wahl von Andrea Yspilanti als Ministerpräsidentin von Hessen führen, wäre das nicht weniger als ein Putsch gegen den Wähler. Mehr als zwei Drittel der Hessen wollen keinen Pakt mit der Linken.
Frau Ypsilanti interessiert das nicht. Oder wie man in Hessen sagt: „Es iss wie em Ox in’s Horn zu petze“…oder anders „Alle Macht geht vom Volke aus – nur kehrt sie nicht immer dorthin zurück“ …
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Sonntag, 2. November 2008 at 20:05
Ein gutes Beispiel, wie Unehrlichkeit regiert. Ich frage mich, warum es da in der Partei (außer beim Vize) nicht mehr Widerstände gibt.
Wer Anstand hat, kann Ypsilanti nicht zum MP wählen! Punkt!
Montag, 3. November 2008 at 10:53
4 Mitglieder der SPD treten aus der Fraktion aus! Damit würde es für sie unmöglich gewählt zu werden
Mittwoch, 5. November 2008 at 10:04
Das ist doch (leider) typisches Politikerverhalten: “Was geht mich die Meinung meiner Wähler an, wenn ich erst einmal gewählt bin?!” Wird aber in Hessen nicht nur von der SPD, sondern in gleicher Weise von den Grünen und der Linken praktiziert. Ist das Realitätsverlust? Ignoranz des “dummen” Volkes (siehe Lenin!)? Oder “nur” Machtgeilheit?
Mittwoch, 5. November 2008 at 13:29
Politiker des alten Schlages möchten macht um jeden Preis. Einmal vom Wähler gewählt interessiert der Wählerwille nicht mehr. Und genau das gilt es aufzubrechen. Falls es zu Neuwahlen kommt, wird in Hessen eine Partei antreten, die dem Wählerwillen, bzw. Mitgliederwillen, unterworfen wird.
Sprich, der Wähler wird bei Entscheidungen gefragt, die Mehrheit entscheidet.
Sie sagen das gibts nicht? Doch es gibt sie….gefrustetet Bürger die das Heft nun selbst in die Hand nehmen. Da zählt der Wählerwillen noch etwas.